Schnell schwanger werden – so funktioniert es am besten

Silvia Pucyk
Eine Frau sitzt am Fenster
Warten auf das Babyglück: Es kann lange dauern, bis eine Frau schwanger wird © portishead1/iStock

Lisa ist schwanger und Paula auch. Wieso klappt es bei mir eigentlich nicht? Kennen Sie diese Frage? Kommt es Ihnen so vor, als würden alle Frauen aus Ihrem Bekanntenkreis auf Anhieb schwanger werden, während Sie schon seit mehreren Monaten darauf warten? Erfahren Sie bei PraxisVITA, was Sie beachten sollten, damit Sie schnell schwanger werden.

 

Zyklus beobachten

Eine Frau ist nur etwa fünf Tage im Monat fruchtbar. Laut Medizinern ist die Wahrscheinlichkeit, schnell schwanger zu werden zwei Tage vor dem Eisprung sowie an den drei folgenden am höchsten. Am besten wäre es, wenn sie genau zu diesem Zeitpunkt Geschlechtsverkehr hätte. Doch wie findet eine Frau heraus, dass sie gerade fruchtbar ist? Dafür gibt es mehrere Methoden.

Eine davon ist, den eigenen Zyklus zu dokumentieren, um ablesen zu können, wann der Eisprung stattfindet. Leider ist das nicht ganz einfach. Denn: Die meisten Frauen haben keinen regelmäßigen Zyklus. Bei einigen dauert er 28 Tage, bei anderen 35. Damit variiert auch der Zeitpunkt des Eisprungs.

Der Körper gibt Frauen allerdings Hinweise, mit denen sie erkennen können, ob sie gerade fruchtbar sind. Einer dieser Hinweise ist der Zervixschleim. Dabei handelt es sich um ein Sekret, das aus der Scheide ausgesondert wird. Der Zervixschleim verändert während des Zyklus´ seine Konsistenz: Hat die Frau ihren Eisprung bzw. steht sie kurz davor, so ist das Sekret dünnflüssig. So funktioniert der Test: Verreibt die Frau den Zervixschleim zwischen Daumen und Zeigefinger und spreizt beide Finger, sollte sich ein etwa fünf Zentimeter langer Faden bilden. Einige Frauen sprechen auch von einem Spinnenfaden.

Um an das Sekret zu gelangen, führt die Frau ihren Finger in die Vagina. Es kann vorkommen, dass er auch von alleine aus der Scheide austritt und beispielsweise am Toilettenpapier haften bleibt. Der Zervixschleim ist während der fruchtbaren Phase der Frau besonders dünnflüssig, damit die Spermien tief in den Eileiter gelangen, um dort die Eizelle der Frau zu befruchten. Nur so kann auf natürlichem Wege neues Leben entstehen. Während der unfruchtbaren Tage ist der Zervixschleim hingegen klumpig und nicht spinnbar. Dadurch haben es die Spermien schwerer, in den Körper der Frau aufzusteigen.

 

Schnell schwanger werden: Beratung beim Frauenarzt

Wer schwanger werden möchte, sollte diesen Wunsch seinem Frauenarzt mitteilen. Dieser wird Empfehlungen aussprechen, die konkret auf die Patientin abgestimmt sind. Wenn er es für nötig erachtet, wird er der Frau Blut abnehmen, um Mangelerscheinungen auszuschließen. Außerdem kann er mittels eines vaginalen Ultraschalls kontrollieren, ob anatomische Auffälligkeiten, beispielsweise Zysten, erkennbar sind. Beide Faktoren können die Fruchtbarkeit der Frau negativ beeinflussen.

Verhindert eine hormonelle Verhütung eine Schwangerschaft?

Die Anti-Baby-Pille

Das Absetzen der Pille hat keine Auswirkungen darauf, wie schnell eine Frau schwanger wird © Toeps/iStock

Das Vorurteil hält sich hartnäckig: Hat eine Frau für mehrere Jahre die Pille eingenommen und setzt sie diese anschließend ab, hat das keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit. Das heißt, die hormonelle Verhütungswirkung wirkt nicht nach. Mehrere Studien belegen, dass die Frau sofort nach Absetzten des Präparats schwanger werden kann. 

Übergewicht abbauen, Untergewicht vermeiden

Eine Frau steht auf der Waage

Sowohl Über- als auch Untergewicht kann die Wahrscheinlichkeit verringern, schwanger zu werden © AJ_Watt/iStock

Übergewicht kann den Hormonhaushalt der Frau durcheinanderbringen und Zyklusstörungen verursachen. Ebenso kann Untergewicht den Eisprung der Frau verhindern. Eine Ernährungsumstellung oder eine Beratung durch einen Arzt bzw. Ernährungsexperten kann dabei helfen, Normalgewicht zu erreichen. 

Medikamenteneinnahme überprüfen

Bestimmte Medikamente können die Fruchtbarkeit der Frau beeinflussen. Dazu gehören Präparate gegen Bluthochdruck, Depression oder Tumorerkrankungen. Informieren Sie daher ihren Arzt und lassen Sie sich über Alternativen aufklären.

Stress verringern

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass Stress den Hormonhaushalt der Frau beeinflussen kann, sodass es für sie schwerer wird, schnell schwanger zu werden. Es kann daher hilfreich sein, bewusst Entspannung und Ruhe in den Alltag einzubauen. Bewegen Sie sich täglich mindestens 30 Minuten. Denn dadurch wird das Stresshormon Adrenalin abgebaut.

Auf Zigaretten verzichten

Eine Frau hält eine Zigarette in der Hand

Zigarettenkonsum kann sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken © Terroa/iStock

Wer schwanger werden möchte, sollte seinen Körper nicht mit Zigaretten oder anderen Giftstoffen belasten. Studien belegen deren negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit. Raucher produzieren laut Studien weniger Spermien, während bei Raucherinnen die Eierstockfunktion beeinträchtigt wird.

Spermienqualität verbessern

Ein Liebespaar schmust im Bett

Die Qualität der Spermien hat einen Einfluss darauf, wie schnell eine Frau schwanger wird © nd3000/iStock

Auch Männer können dazu beitragen, dass ihre Partnerin schneller schwanger wird. Mit dem Rauchen aufzuhören, ist ein erster Schritt. Es gibt darüber hinaus wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Hitze die Produktion und Überlebensfähigkeit von Spermien beeinträchtigen kann. Eine Temperatur von 37 Grad ist für Spermien bereits zu warm. Experten raten Männern daher dazu, nicht zu enge Hosen zu tragen und beim Fahrradfahren einen speziellen Sattel auszuwählen. Der Handel bietet Modelle mit integriertem Schlitz an. Dieser soll dazu beitragen, dass es den Spermien nicht zu warm wird. Heiße Bäder und Saunagänge können sich ebenfalls ungünstig auf die Spermienqualität auswirken.

 
 
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