Schmetterlingstramete: Vitalpilz gegen Grippe und Herpes

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Ein Pilz, der bei Grippe und Herpes helfen soll - das ist die Schmetterlingstramete, auch Coriolus genannt. Die traditionelle chinesische Medizin hat seine Wirkung schon lange erkannt. Auch Heilprakterinnen und Heilpraktiker schätzen den Pilz.

Schmetterlingstramete, Pilz
Für die Schmetterlingstramete sind in bunten Ringen gefärbte Fruchtkörper charakteristisch Foto:  iStock/jacquelinenix
Inhalt
  1. Beschreibung: Was ist die Schmetterlingstramete?
  2. Welche Anwendungsgebiete und welche Wirkung hat die Schmetterlingstramete?
  3. Ist die Wirksamkeit der Schmetterlingstramete erwiesen?
  4. In welcher Dosierung sollte man die Schmetterlingstramete einsetzen?

Vor allem wegen seiner stärkenden Wirkung auf das Immunsystem schätzen Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker die Schmetterlingstramete. Sie greifen bei Patienten mit wiederkehrenden Infektionen oder Krebs zu dem Pilz. Er soll auch Funktionsstörungen der Nieren, der Leber und der Milz verringern.

 

Beschreibung: Was ist die Schmetterlingstramete?

Trametes versicolor ist die botanische Bezeichnung für die Schmetterlingstramete: ein Pilz, der auf vermoderndem Holz von Laubbäumen lebt. Er ist weltweit zu finden. Sein Name verweist auf die charakteristisch in bunten Ringen gefärbten Fruchtkörper. Der Pilz ist auch unter dem Namen Coriolus bekannt. In früheren Zeiten wurde die Schmetterlingstramete auch zur Dekoration verwendet.

Der Coriolus eignet sich nicht als Speisepilz, wurde aber schon vor Jahrhunderten in chinesischen Schriften erwähnt. Seit etwa 50 Jahren ist der Pilz wieder in den Fokus von Heilpraktikern gerückt.

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Welche Anwendungsgebiete und welche Wirkung hat die Schmetterlingstramete?

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) nennt ein schwaches Immunsystem als wichtigstes Anwendungsgebiet der Schmetterlingstramete. Das körpereigene Abwehrsystem soll nach dem Verzehr stärker gegen Bakterien und Viren vorgehen. Bei wiederkehrenden Infekten ist der Pilz deshalb das Mittel der Wahl. Dazu zählen neben der Grippe auch Herpes oder – als Begleitung schulmedizinischer Therapien – HIV (AIDS) sowie das humane Papillomavirus (HPV).

Nach Chemotherapien oder Bestrahlungen bei Krebs raten Heilpraktiker ebenfalls häufig zu einer Behandlung mit der Schmetterlingstramete. Ihr Ziel ist es, den Körper vor Nebenwirkungen zu schützen und Heilungsvorgänge beschleunigen. Außerdem soll der Pilz vorbeugend gegen etliche Krebserkrankungen wirksam sein.

Wer unter schlecht heilenden Wunden im Mundbereich leidet, bekannt als Aphthen, bekommt von Heilpraktikern mitunter ebenfalls die Schmetterlingstramete. Sie soll zudem die Nieren, die Leber und die Milz stärken – und die Fließfähigkeit unseres Blutes verbessern. TCM-Ärzte setzen den Pilz ebenfalls zur Entgiftung beziehungsweise bei Verdauungsstörungen ein.

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Ist die Wirksamkeit der Schmetterlingstramete erwiesen?

Präparate mit der Schmetterlingstramete haben keine Zulassung als Arzneimittel. Das bedeutet: Es fehlen aussagekräftige klinische Studien zur Wirkung und zu möglichen Nebenwirkungen an Menschen. Hinweise aus dem Labor – etwa über Zellkulturen oder Versuchstiere – lassen sich nicht zwangsläufig übertragen.

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

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In welcher Dosierung sollte man die Schmetterlingstramete einsetzen?

Grundsätzlich ist die Tagesdosis auf mehrere Portionen verteilt einzunehmen. Dazu bieten sich etwa zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee an. Details zur Menge stehen in der Packungsbeilage.

Ein Blick hinter die Kulissen: Tabletten oder Kapseln mit der Schmetterlingstramete enthalten den Heilpilz in getrockneter, zerkleinerter Form. Damit wird es einfacher, die erforderliche Tagesdosis – verglichen mit frischen Pilzen – einzunehmen. Auch enthalten solche Präparate ähnliche Wirkstoffmengen und sind stabiler als frische Pilze.

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