Schmerztabletten erhöhen das Herzinfarktrisiko

Stephanie Pingel
Schmerzmittel führen zu Herzinfarkt
Laut eine Meta-Analyse können freiverkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen © iStock

Bei Kopfschmerzen und Co. wird gerne auf freiverkäufliche Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Paracetamol zurückgegriffen. Laut einer neuen Meta-Analyse erhöhen diese Mittel jedoch schon bei relativ kurzer Einnahmezeit das Risiko für einen Herzinfarkt. PraxisVITA erklärt die Studienergebnisse und verrät, ab wann die Einnahme bedenklich wird.

Bei  Kopfschmerzen oder Magenproblemen greifen die Deutschen mit Vorliebe zu Schmerzmitteln mit Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Paracetamol. Diese gelten nicht nur als wirksame Helfer gegen die Beschwerden, sondern auch als gut verträglich und nebenwirkungsarm. Allerdings legten bereits verschiedene Studien den Verdacht nahe, dass Ibuprofen und Co. unter anderem das Herzinfarktrisiko erhöhen können. Wissenschaftler der University of Montreal haben nun aus diesem Grund eine Meta-Analyse aus bereits vorhandenen Untersuchungen mit insgesamt 446.763 Probanden angefertigt. Dabei standen vor allem die Wirkstoffe Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen, Celecoxib und Rofecoxib in ihrem Fokus. Und die Ergebnisse sind eindeutig: Bereits wenn solche Schmerzmittel nur über wenige Tage hinweg in der normalen Dosierung eingenommen wurden, erhöht sich das Risiko für einen Herzinfarkt verglichen mit Menschen, die keine Medikamente einnehmen.

 

Ibuprofen und Co.: Gegner des Herzens?

„Alle untersuchten Arzneistoffe führten schon innerhalb der ersten Einnahmewoche zu einem erhöhten Risiko“, erklärt Studienautor Michéle Bally. Die Forscher verglichen auch die Effekte bei unterschiedlichen Dosierungen und Einnahmedauern miteinander und stellten dabei fest, dass das Herzinfarktrisiko zwischen 20 und 50 Prozent anstieg. Bedenklich sei laut der Analyse vor allem die Kombination einer längeren Einnahme zwischen acht und 30 Tagen und einer erhöhten Dosis: Dadurch steige das Risiko für einen Infarkt drastisch an.

Verteufeln sollte man die Wirkstoffe deshalb allerdings nicht direkt: Das Risiko, innerhalb eines Jahres durch die Einnahme von entsprechenden Schmerzmitteln einen Herzinfarkt zu erleiden, liegt durchschnittlich etwa bei einem Prozent. Auch konnten die Forscher nicht ausschließen, dass andere Faktoren bei der Risikoentwicklung eine Rolle spielen. Die beste Vorbeugung sei das genaue Einhalten der Anweisungen des Beipackzettels und die Vermeidung zu hoher Dosen des jeweiligen Schmerzmittels. Ärzte und Patienten sollten außerdem genau abwägen, ob es nicht eine Alternative gibt, um akute Beschwerden zu lindern. Beispielsweise können bei Kopfschmerzen verschiedene Hausmittel helfen.  HalAußerdem sei es wichtig, der Ursache der Schmerzen auf den Grund zu gehen, wenn diese über mehrere Tage anhalten.

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