Schmerzen nach der Weisheitszahn-OP: Das hilft wirklich

Bonnie Kruse

Nach einer Weisheitszahn-Operation treten häufig Schmerzen auf. Vor allem im Kiefer- und Gesichtsbereich sind sie lokalisiert. Auch Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen oder Halsschmerzen können zusätzlich auftreten. Schmerzen in den umliegenden Zähnen sind nach einer Weisheitszahn-OP ebenfalls normal.

Zahnarzt schaut in den Mund von Patienten
Auch die Nachsorge beim Zahnarzt ist nach einer Zahn-OP wichtig Foto:  iStock/SolStock
Inhalt
  1. Schmerzen nach der Weisheitszahn-OP
  2. Was sollte ich nach der Weisheitszahn-OP vermeiden? 
  3. Wie lange dauern die Schmerzen nach einer Weisheitszahn-OP? 
  4. Wann sind die Schmerzen am stärksten? 
  5. Müssen Weisheitszähne entfernt werden?
  6. Was sind Weisheitszähne?
 

Schmerzen nach der Weisheitszahn-OP

Eine Weisheitszahn-OP ist ein nicht zu unterschätzender, chirurgischer Eingriff. Die richtige Schmerzbehandlung ist wichtiger Teil der Nachsorge. Um die Schmerzen zu lindern, verschreibt der Arzt in der Regel Schmerzmittel, wie beispielsweise Ibuprofen. Sie wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Wer kein Ibuprofen verträgt oder bei wem Paracetamol besser wirkt, kann auch zu diesem Wirkstoff greifen. 

Nach einer Weisheitszahn-OP ist eine sorgfältige Mundhygiene und Wundpflege wichtig, um Bakterienansammlungen zu verhindern und eine Entzündung zu vermeiden. Dazu sollte nach jeder Mahlzeit mit einer weichen Zahnbürste der Wundbereich vorsichtig und ohne Druck gereinigt werden. Eine antibakterielle Mundspülung kann zusätzlich verwendet werden. 

Diese Hausmittel helfen bei Weisheitszahn-OP-Schmerzen:
•    Kühlpacks für die Wangen: Das Kühlpack in ein Handtuch wickeln, damit die Haut keinen Kälteschaden nimmt.
•    Eiswürfel lutschen
•    Eine halbe aufgeschnittene Zwiebel auf die betroffene Wange legen: Die ätherischen Öle der Zwiebel lindern die Schwellung. 
•    Pfefferminztee in kleinen Schlucken trinken: Pfefferminze wirkt schmerzlindernd und antibakteriell.

Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure-haltige Schmerzmittel, wie z.B. Aspirin, sollten vermieden werden, da sie die Blutgerinnung beeinträchtigen und es somit zu Nachblutungen kommen kann. Auch die Entstehung von größeren blauen Flecken kann durch die Einnahme von Acetylsalicylsäure-haltige Schmerzmitteln begünstigt werden.

 

Was sollte ich nach der Weisheitszahn-OP vermeiden? 

Um die Schmerzen und auch das Risiko einer möglichen Entzündung nach einer Weisheitszahn-OP möglichst gering zu halten, sollte auf folgende Dinge verzichtet werden:

  • Rauchen: Nikotin kann den Heilungsprozess stark verlangsamen und das Risiko für Entzündungen erhöhen. Außerdem kann es zu Nachblutungen kommen.
  • Sport: Körperliche Anstrengung sollte vermieden werden, da Sport den Puls nach oben schnellen lässt und so das Risiko für Nachblutungen steigen kann.

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Wie lange dauern die Schmerzen nach einer Weisheitszahn-OP? 

Wie stark die Schmerzen sind und wie lange sie andauern, hängt von einigen Faktoren ab: 

  • Von der Wuchsrichtung des Zahnes,
  • davon, wie viel von dem jeweiligen Zahn bereits im Kiefer angelegt und verwachsen war und
  • vom Verhalten des Patienten.

Die meisten Patienten leiden ein bis drei Tage lang unter Schmerzen, manche sogar bis zu 7 Tage. Wurde der Weisheitszahn im Oberkiefer entfernt, geht die Schwellung – und damit meist verbunden auch der Schmerz – schneller zurück. Da der Oberkiefer besser durchblutet wird, als der Unterkiefer, kann hier die Heilung schneller voranschreiten. 

 

Wann sind die Schmerzen am stärksten? 

Viele Patienten berichten, dass der dritte Tag der Schmerzhafteste ist. Meist hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine blaue Färbung auf der Wange gebildet, da die Schwellung ihren Höhepunkt erreicht hat. Bläuliche Verfärbungen auf den Wangen sind dann keine Seltenheit. Viele Patienten können den Mund daher nicht vollständig öffnen. 

 

Müssen Weisheitszähne entfernt werden?

Nicht immer muss ein Weisheitszahn operativ entfernt werden. Es gibt Menschen, die ihr Leben lang mit Weisheitszähnen ohne Beschwerden leben. In einigen Fällen macht es allerdings Sinn, die zusätzlichen Backenzähne entfernen zu lassen:
•    Wenn der Kiefer zu klein ist oder es zu Zahnfehlstellungen kommt
•    Wenn der Weisheitszahn den Kiefer schädigt
•    Wenn der Weisheitszahn die Nerven schädigt
•    Bei Entzündungsgefahr und Karies
•    Wenn Schmerzen oder Schwellungen auftreten

 

Was sind Weisheitszähne?

Weisheitszähne brechen in der Regel im Alter zwischen 18 und 25 Jahren als hinterste Backenzähne durch. Die zusätzlichen Zähne sind schon vor der Geburt angelegt, kommen aber nicht bei allen Menschen zum Vorschein. So kann es sein, dass jemand gar keine Weisheitszähne hat, bei jemand anderem aber alle vier angelegt sind. 

Quelle: Bailey, E., Worthington, H. V., van Wijk, A., Yates, J. M., Coulthard, P., & Afzal, Z. (2013). Ibuprofen and/or paracetamol (acetaminophen) for pain relief after surgical removal of lower wisdom teeth. Cochrane Database of Systematic Reviews, (12).

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