Schmerzen im Daumengelenk: Ursachen, Symptome und Behandlung

Schmerzen im Daumengelenk können auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein. Je nach zugrunde liegendem Auslöser äußern sich die Beschwerden unterschiedlich. Aber was kann man tun bei Schmerzen im Daumengelenk?

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Die Daumen schmerzen im Gelenk? Oft liegt es an eine Arthrose. Ist der Schmerz stechend oder der Daumen geschwollen, können aber auch andere Ursachen dahinterstecken. Wichtig ist, dass bei Schmerzen im Daumengelenk die richtige Diagnose gestellt wird. Denn nur so können die richtigen Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden.

Wenn das Daumengelenk Schmerzen verursacht

Die menschliche Hand besteht aus einer Vielzahl von Knochen. Zusammen mit den Gelenken und der Muskulatur machen sie die hochkomplexe Feinmotorik der Hand möglich. Eine besondere Bedeutung kommt dem Daumensattelgelenk zu: Durch dieses Gelenk wird es erst möglich, den Daumen zu beugen und zu strecken, zu spreizen und zu drehen.

Das Daumensattelgelenk verbindet den ersten Mittelhandknochen des Daumens mit dem großen Vieleckbein, einem Teil des Handwurzelknochens. Es besitzt eine Knorpelschicht, wodurch sich die beiden Knochen reibungslos bewegen können. Ist diese Funktion gestört, kommt es zu Schmerzen.

Wenn man über längere Zeit Schmerzen im Daumensattelgelenk verspürt – beispielweise beim Bewegen, aber auch ohne Bewegung – sollte man der Sache auf den Grund gehen. Dann gilt es, die Frage zu klären, wodurch die Daumengelenk-Schmerzen verursacht werden.

Grafik des Daumensattelgelenks
Eine Arthrose im Daumensattelgelenk tritt zwischen 1. Mittelhandknochen des Daumens und dem großen Vieleckbein auf Foto: PraxisVita/Vivian Mule

Rhizarthrose als häufiger Grund für Schmerzen im Daumengelenk

Rhizarthrose (griech.: Rhiza = Wurzel, arthron = Gelenk) ist der Fachbegriff für eine Arthrose des Daumensattelgelenks. Arthrose kennt man meist von größeren Gelenken wie dem Knie oder der Hüfte. Im Daumen kommt sie seltener vor. Es ist aber zugleich eine Art von Arthrose, die an der Hand am häufigsten auftritt.

Frauen sind zehnmal so häufig von einer Rhizarthrose betroffen wie Männer. Gefährdet sind vor allem Menschen, die in ihrem Beruf häufig den sogenannten Pinzettengriff anwenden müssen, also mit den Spitzen von Daumen und Fingern zugreifen – beispielweise Köch:innen, Näher:innen oder Mechaniker:innen.

Wie äußert sich Arthrose im Daumen?

Typischerweise treten die Schmerzen im Daumengelenk anfangs beim Zugreifen auf, wenn es zum Knorpelschaden kommt. Aber auch Drehbewegungen wie beim Türaufschließen oder Flaschenöffnen fallen zunehmend schwer. Der Daumen lässt sich normalerweise zwar bewegen, wirkt aber weniger stabil, da er nicht mehr richtig im Daumensattelgelenk sitzt, es kommt zu einer Fehlstellung.

Schreitet die Arthrose voran, wird der Knorpel weiter abgerieben. Dann sind Knirschgeräusche im Gelenk zu hören. Später ist die Bewegung des Daumens wegen der Schmerzen stark eingeschränkt und kann steif werden. Zudem kommt es zu entzündlichen Reaktionen, was auch Gelenkkapsel und Bänder in Mitleidenschaft zieht. Die Folge davon ist ein deformierter Daumen. Die Schmerzen treten im fortgeschrittenen Stadium auch im Ruhezustand auf.

Was führt zu den Schmerzen im Daumengelenk bei Rhizarthrose?

Konkrete Ursachen für eine Arthrose im Daumengelenk sind derzeit nicht bekannt. Jedoch können einige Risikofaktoren die Abnutzungserscheinungen begünstigen. Neben dem Geschlecht und beruflicher Beanspruchung zählen dazu beispielweise auch:

  • das Alter: Eine Rhizarthrose tritt vermehrt im mittleren Alter auf.

  • Übergewicht: Zu viele Kilos sowie Bluthochdruck und Diabetes gelten als Risikofaktoren.

  • Hormone: Umstellungen in den Wechseljahren können die Arthrose im Daumen begünstigen.

  • Gene: Auch eine genetische Veranlagung kann Grund für die Arthrose sein.

Schmerzen im Daumenendgelenk und Daumengrundgelenk

Auch die anderen beiden Gelenke im Daumen können von Arthrose betroffen sein. Schmerzt das Daumengrundgelenk, das zweite Gelenk im Daumen, nennt man dies im der Fachsprache Bouchard-Arthrose. Bei Schmerzen im Daumenendgelenk, dem letzten vor der Daumenspitze, liegt die sogenannte Heberden-Arthose vor, die oft auch mit Knotenbildung einhergeht. Bei beiden Erkrankungen handelt es sich um Abnutzungserscheinungen, die in mehreren Fingergelenken auftauchen.

Am Daumengelenk Schmerzen: Es könnte Rheuma oder Gicht sein

Ähnliche Schmerzen wie die Rhizarthrose verursacht auch die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis). Bei der rheumatischen Erkrankung handelt es sich um eine Entzündung im Daumengelenk, durch die das Gelenk zerstört wird. Sie kann schleichend beginnen, aber auch plötzlich einsetzen. Die rheumatoide Arthritis macht sich meist erst an den Händen, im weiteren Verlauf auch in anderen Gelenken bemerkbar.

Daneben kann auch die Stoffwechselkrankheit Gicht zu Schmerzen am Daumengelenk führen. Dabei lagern sich Harnsäurekristalle im Gelenk ab, wodurch die Beweglichkeit beeinträchtigt wird und es zu Schmerzen kommt. Treten diese plötzlich auf, mit Schwellungen oder Rötungen, kann dies ein Zeichen für einen akuten Gichtanfall sein.

Plötzlich starke Schmerzen im Daumengelenk bei "Handy-Daumen"

Ein stechender Schmerz im Daumengelenk kann auch durch die ständige Nutzung des Smartphones auftreten. Wer oft auf dem Display tippt oder wischt und dabei die immer gleichen Bewegungen ausführt, bemerkt irgendwann: Das Daumengelenk tut weh, beim Greifen, Drücken oder Halten.

Die wiederholte gleichförmige Belastung kann zu einer Sehnenscheidenentzündung und zum sogenannten Handy- oder SMS-Daumen führen. Oft strahlen die Schmerzen bis in den Unterarm aus. Dann ist die entzündete Sehne häufig zu ertasten, sie bildet eine verhärtete, warme Schwellung und reagiert sehr sensibel auf Druck. Werden die Schmerzen ignoriert, kann es zu Verschleißerscheinungen und damit zur Arthrose kommen.

Schmerzen im Daumengelenk mit Schwellung: Verstauchung, Bruch oder Bänderriss möglich

Im Alltag oder beim Sport kann es zu Verstauchungen am Daumengelenk kommen. Diese äußern sich zum Beispiel durch ein geschwollenes Daumengelenk, das schmerzt. Ebenfalls durch eine Schwellung und Schmerzen macht sich ein Riss des Seitenbands am Daumen bemerkbar. Dieser wird oftmals durch einen Sturz, zum Beispiel beim Skilaufen, verursacht.

Außerdem führen auch Brüche zu Schmerzen im Gelenk am Daumen – etwa die sogenannte Bennet-Fraktur, bei der die Basis des ersten Mittelhandknochens gebrochen ist und der Schmerz sich bis ins Daumensattelgelenk zieht.

Schmerzen im Daumensattelgelenk: Wie ist die Behandlung?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Schmerzen. Dazu untersucht die Ärztin bzw. der Arzt die Hand und führt eine Anamnese durch. Brüche, Verstauchungen und Bänderrisse lassen sich relativ schnell identifizieren, da der Daumenbereich geschwollen und schmerzempfindlich ist. Durch Ultraschall oder Röntgenbild wird die genaue Diagnose gestellt.

Diese Verfahren kommen neben manuellen Untersuchungen auch bei einer Sehnenscheidenentzündung sowie Gelenkerkrankungen zum Einsatz, darüber hinaus auch Magnetresonanz- und Computertomographie. Gicht und Rheuma lassen sich hingegen per Blutuntersuchung nachweisen.

So werden Schmerzen im Daumengelenk behandelt:

  • Bei einer Rizarthrose wird das Gelenk – beispielweise durch eine Daumenschiene (Orthese) – ruhiggestellt, damit die Entzündung abklingt. Dazu werden schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente verschrieben, insbesondere sogenannte Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Ibuprofen. Im ungünstigsten Fall muss das Gelenk in einer Operation gerichtet oder durch Gelenkersatz ausgetauscht werden.

  • Ähnliches gilt für eine rheumatische Arthritis und Gicht: Auch hier sollen Schmerzmitteln, entzündungshemmende Präparate wie Cortisol oder NSAR die Beschwerden lindern. Akute Schmerzen können durch eine lokale Betäubung, möglicherweise ergänzt durch das entzündungshemmende Hormon Kortison, gelindert werden. Kortison sollte man jedoch nur gelegentlich anwenden, da es das umliegende Gewebe schädigt. Bei Gicht werden außerdem oft Medikamente zur Hemmung der Harnsäureproduktion eingesetzt. Zusätzlich ist eine Ernährungsumstellung ratsam.

  • Gegen die Sehnenscheidenentzündung beim Handy-Daumen helfen ebenfalls Ruhigstellung durch eine Schiene oder eine Stützbandage sowie Arzneimittel gegen Schmerzen und Entzündung. Wirkt das nicht, können in einer ambulanten Operation entzündetes Gewebe entfernt und verklebte Sehnen voneinander gelöst werden.

  • Bei Verstauchung oder Bruch wird das Gelenk mit einem Gips oder einer Orthese ruhiggestellt. Gegebenenfalls muss ein Bruch vorher gerichtet werden. Ein gerissenes Band heilt nicht immer von allein wieder zusammen, daher muss in diesem Fall eventuell operiert werden.

Durch verschiedene Übungen, die in der Physiotherapie erklärt werden, kann man die Beschwerden bei Arthrose, Rheuma und Gicht lindern und ihnen auch vorbeugen.

Entzündung im Daumengelenk: Hausmittel können den Schmerz lindern

Bei einer Rhizarthrose, aber auch bei Rheuma und Gicht sind Hausmittel zur Linderung gut geeignet. So soll die Regeneration der Gelenkschleimhaut durch die Gewürze Koriander, Kreuzkümmel und Muskatnuss gesteigert werden, indem man täglich jeweils eine Messerspitze ins Essen oder in ein Getränk rührt.

Bei akuten Entzündungen sowie Schwellungen kann Kälte helfen, zum Beispiel durch ein Kühlpack, das in ein Tuch gewickelt auf das Gelenk gelegt wird. Sind die Schmerzen chronisch und liegt keine Entzündung vor, ist Wärme empfehlenswert, etwa durch ein kleines Kirschkernkissen, das in der Mikrowelle erhitzt wird, oder warme Bäder.

Daneben sind auch Quark- und Kohlwickel bewährte Hausmittel gegen Gelenkentzündungen: Quark enthält Kasein und Milchsäure, was Entzündungen hemmt und Schmerzen lindert. Im Kohl stecken Flavanoide und Senfglycoside, die entzündungshemmend wirken und die Durchblutung fördern.

Daumengelenk-Schmerzen können also diverse Ursachen haben, die dementsprechend behandelt werden. In jedem Fall sollte man sollte Schmerzen im Daumengelenk nicht ignorieren und rechtzeitig ärztlichen Rat einholen.