Schmerzen im After: Woher kommen sie?

Schmerzen im After können einen hohen Leidensdruck erzeugen und sind häufig stark schambehaftet. Betroffene sollten ihre Schmerzen aber nicht einfach hinnehmen, sondern sich Hilfe holen – denn die meisten Ursachen von Afterschmerzen sind gut behandelbar.

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Schmerzen im After sind in der Regel nicht gefährlich; treten sie aber häufig oder mit einer hohen Intensität auf, können sie die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Afterschmerzen: Die häufigsten Ursachen

Schmerzen in der Analregion können beim oder nach dem Stuhlgang auftreten oder die Betroffenen unsanft aus dem Schlaf reißen. In welchen Situationen und mit welchen Begleitsymptomen die Beschwerden auftreten, kann häufig schon Aufschluss darüber geben, welche Ursache dahintersteckt.

Schmerzen beim Stuhlgang am After: Hauteinriss als Auslöser

Kommt es beim Stuhlgang immer wieder zu Schmerzen im After, ist die Ursache häufig eine sogenannte Analfissur – ein Riss in der Haut des Analkanals.

Der größte Risikofaktor für Analfissuren sind harter Stuhl und Verstopfung; muss beim Stuhlgang stark gepresst werden, kann die empfindliche Haut am After einreißen. Begleitsymptom ist häufig Blut am Toilettenpapier.

Als erster Therapieschritt gilt es, den Stuhl weich zu bekommen – am besten mit einer ballaststoffreichen Ernährung und einer Flüssigkeitsaufnahme von mindestens zwei Litern pro Tag. Spezielle Salben und Zäpfchen unterstützen die Wundheilung. Zusätzlich können Hausmittel wie Sitzbäder die Symptome lindern.

Schmerzen im After durch Hämorrhoidialleiden

Von sogenannten Hämorrhoidialleiden (umgangssprachlich „Hämorrhoiden“) spricht man, wenn sich das Gewebe im oberen Analkanal vergrößert und entzündet hat.

Hämorrhoidialleiden machen im Anfangsstadium typischerweise kaum Beschwerden, bei stark vergrößerten und entzündeten Hämorrhoiden kann es aber zu Schmerzen im After kommen. Zusätzliche Symptome sind dann häufig Juckreiz, Brennen und Blut im Stuhl.

Auch bei diesen Beschwerden ist Verstopfung der größte Risikofaktor; damit sich vorhandene Hämorrhoidialleiden nicht verschlimmern, sollte darum auf eine ballaststoffreiche Ernährung, eine hohe Flüssigkeitsaufnahme und viel Bewegung geachtet werden.

Ähnliche Beschwerden machen die sogenannten Analvenenthrombosen. Dabei handelt es sich, wie der Name schon sagt, um Blutgerinnsel in den Analvenen. Typische Symptome sind neben teils extremen Schmerzen kleine Knoten am Ausgang des Analkanals. Die Beschwerden treten typischerweise plötzlich auf und sind nach dem Stuhlgang am stärksten ausgeprägt.

Bei starken Beschwerden können sowohl Hämorrhoidialleiden als auch Analvenenthrombosen operativ behandelt werden – in früheren Stadien helfen häufig lindernde Salben und Sitzbäder.

Schmerzen im After nachts: Ursache der Schließmuskelschmerzen

Bei starken, krampfartigen Schmerzen im After, die hauptsächlich abends oder nachts auftreten, handelt es sich in der Regel um sogenannte Analkrämpfe. Sie können bis zu einer halben Stunde andauern.

Die genauen Ursachen dafür sind nicht bekannt – allerdings gibt es einige bekannte Risikofaktoren wie Verstopfung, Hämorrhoiden oder Analfissuren.

Hausmittel wie Sitzbäder und Wärmflasche können die Beschwerden bei Analkrämpfen lindern. Der/die Ärzt:in sucht nach dem Auslöser – sind das beispielsweise Hämorrhoiden oder eine Analfissur, können diese behandelt werden. Häufig verschwinden dann auch die Analkrämpfe wieder.

Schmerzen am Anus: Wann zum Arzt?

Da Analschmerzen einen starken Leidensdruck erzeugen können, sollte der Arztbesuch nicht lange hinausgezögert werden. Zudem lassen sich die zugrundeliegenden Erkrankungen in der Regel desto besser behandeln, je früher sie diagnostiziert werden.

Gehen die Schmerzen im After mit Blut im Stuhl einher, sollte das ebenfalls von einem/einer Ärzt:in abgeklärt werden, um seltene schwerwiegende Ursachen wie Krebserkrankungen auszuschließen.

Quellen:

Levator-Syndrom, in: msdmanuals.com

What's to know about proctalgia fugax?, in: medicalnewstoday.com

Anal fissure, in: mayoclinic.org