Schmerzen beim Wasserlassen: Ursachen, Behandlung, Prophylaxe

Redaktion PraxisVITA

Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen wird von Medizinern auch als Dysurie bezeichnet. Nicht immer muss dahinter eine Blasenentzündung stecken – die Ursachen dafür können ganz unterschiedlich sein.

Frau haelt sich eine Waermflasche an den schmerzenden Bauch
Schmerzen beim Wasserlassen müssen nicht immer mit Antibiotika behandelt werden Foto:  istock/Carlo107
Inhalt
  1. Schmerzen beim Wasserlassen wegen einer Infektion
  2. Schmerzhaftes Urinieren aufgrund einer sexuell übertragbaren Infektion
  3. Entzündungen und Reizungen als Ursache
  4. Wann sollte ich mit Schmerzen beim Wasserlassen zum Arzt?
  5. Behandlung von schmerzhaftem Wasserlassen
  6. Gegen Schmerzen beim Wasserlassen vorbeugen

Der tägliche Gang zur Toilette ist für jeden etwas ganz Normales, geschieht mehrmals am Tag und wird selten besonders beachtet. Das ändert sich, wenn Schmerzen beim Wasserlassen auftreten. Beim Mann sitzt der stechende Schmerz oft in der Eichel, bei der Frau zum Teil auch im Unterbauch. Bei manchen wird der gesamte Prozess des Urinierens von Schmerzen begleitet, bei anderen nur bei den letzten Tropfen. Doch was steckt dahinter?

Ein brennendes Gefühl oder Schmerzen beim Wasserlassen können durch infektiöse und nichtinfektiöse Zustände verursacht werden. Am häufigsten sind die Beschwerden auf eine bakterielle Infektion der Harnblase zurückzuführen. Die Schmerzen gehen oft mit anderen Symptomen von Harnwegsinfektionen einher, wie etwa Blut im Urin. Bei Frauen treten sie manchmal auch nach dem Geschlechtsverkehr auf, da es dadurch zu einer Harnwegsinfektion kommen kann. Auch brennendes oder schmerzhaftes Wasserlassen während der Schwangerschaft deutet auf eine Infektion der Harnwege hin.

 

Schmerzen beim Wasserlassen wegen einer Infektion

Harnwegsinfektionen sind eine der Hauptursachen für Schmerzen beim Wasserlassen. Infektionen können in allen Teilen der Harnwege auftreten: an den Nieren, am Harnleiter, an der Blase oder auch an der Urethra (Harnröhre aus der Blase, die den Urin aus dem Körper transportiert). Harnwegsinfektionen werden am häufigsten durch Bakterien verursacht, die über die Harnröhre in die Harnwege gelangen. Frauen haben häufiger mit Harnwegsinfekten zu tun als Männer. Die Harnröhre einer Frau ist kürzer. Dadurch können Bakterien leichter in die Blase gelangen, was zu Harnwegsinfekten führen kann. Neben dem schmerzhaften Urinieren gibt es weitere Symptome der Harnwegsinfektion, wie Fieber, getrübter oder stärker riechender Urin, blutiger Urin, erhöhte Harnfrequenz (das Bedürfnis, häufiger als üblich Wasser zu lassen), ständiger Harndrang oder auch Schmerzen in der seitlichen Bauchregion. Manchmal kann schmerzhaftes Wasserlassen auch mit einer Vaginalinfektion, zum Beispiel einer Hefepilzinfektion, in Verbindung gebracht werden. Verändert sich der Ausfluss aus der Scheide (Farbe oder Geruch), kann das ein erster Hinweis auf eine Vaginalinfektion sein. 

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Schmerzhaftes Urinieren aufgrund einer sexuell übertragbaren Infektion

Auch sexuell übertragbare Infektionen können – beim Mann und bei der Frau – Schmerzen beim Wasserlassen verursachen. Dazu gehören:

Neben schmerzhaftem Urinieren können diese sexuell übertragbaren Infektionen auch Symptome wie Juckreiz oder Brennen hervorrufen.

 

Entzündungen und Reizungen als Ursache

Entzündungen oder Reizungen durch äußere Einflüsse oder andere Erkrankungen können ebenfalls dafür sorgen, dass Schmerzen beim Wasserlassen den Toilettengang zur Qual machen. Gründe beim Mann und bei der Frau dafür können folgende sein:

  • Steine in den Harnwegen
  • Reizung der Harnröhre nach Sexualverkehr
  • Interstitielle Zystitis, eine schmerzhafte Erkrankung der Blasenwand
  • Vaginale Veränderungen im Zusammenhang mit der Menopause
  • Aktivitäten wie Reiten oder Radfahren
  • Vaginale Empfindlichkeit oder Irritation im Zusammenhang mit der Verwendung von parfümierten Duschgelen, Toilettenpapier oder anderen Hygiene-Produkten
  • Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und Behandlungen
  • Tumor in den Harnwegen 
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Wann sollte ich mit Schmerzen beim Wasserlassen zum Arzt?

Wenn Sie das schmerzhafte Urinieren verunsichert, es wiederholt auftritt oder nicht verschwindet, sollten Sie umgehend Ihren Hausarzt aufsuchen. Um die Ursache zu ermitteln, wird sich der Arzt nach den Umständen der Schmerzen beim Wasserlassen erkundigen. Hat er plötzlich oder allmählich begonnen? Ist er einmal oder mehrmals aufgetreten? Wird der Schmerz zu Beginn oder zum Ende des Urinierens empfunden? Außerdem wird ihn interessieren, ob das Ganze von anderen Symptomen wie z.B. Fieber oder weiteren Schmerzen begleitet wird. Auch den Urin selbst sollten Sie möglichst genau beschreiben können. Sollte die Farbe oder Menge verändert sein oder Blut oder Eiter im Urin vorkommen, sollten Sie das dem Arzt unbedingt mitteilen.

Antworten auf diese Fragen geben Ihrem Arzt Hinweise auf die Ursache. Nach dieser Anamnese und einer zusätzlichen körperlichen Untersuchung kann Ihr Arzt Labortests durchführen, um die Ursache Ihrer Schmerzen beim Wasserlassen zu diagnostizieren. Dann können Sie mit einer gezielten Behandlung beginnen. 

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Behandlung von schmerzhaftem Wasserlassen

Antibiotika können Harnwegsinfektionen und einige sexuell übertragbare Infektionen behandeln. Ihr Arzt kann Ihnen auch Medikamente zur Beruhigung Ihrer gereizten Blase verschreiben. Schmerzendes Wasserlassen aufgrund einer bakteriellen Infektion bessert sich in der Regel ziemlich schnell, nachdem Sie mit der Einnahme von Medikamenten begonnen haben. Nehmen Sie die Medikamente immer genau so ein, wie Ihr Arzt es Ihnen verschrieben hat. Schmerzen im Zusammenhang mit einer interstitiellen Zystitis können schwieriger zu behandeln sein – denn die Ergebnisse einer medikamentösen Therapie können langsamer sein. Es kann sein, dass Sie die Medikamente bis zu vier Monate lang einnehmen müssen, bevor Sie sich besser fühlen.

 

Gegen Schmerzen beim Wasserlassen vorbeugen

Es gibt ein paar Dinge, die Sie machen können, um Schmerzen beim Wasserlassen vorzubeugen. Benutzen Sie keine duftenden Wasch- und Toilettenartikel, um das Risiko von Reizungen zu verringern. Verwenden Sie beim Sex Kondome, um sich vor Geschlechtskrankheiten zu schützen. Vor allem Frauen sollten nach dem Geschlechtsverkehr sobald wie möglich auf die Toilette gehen und urinieren, damit Darmbakterien, die beim Sex auch an die Harnröhre gelangen können, wieder ausgespült werden. Sie können auch Ihre Ernährung etwas anpassen, um Lebensmittel und Getränke zu vermeiden, welche die Blase reizen könnten. Dazu gehören Alkohol, Koffein, scharfe Lebensmittel, Zitrusfrüchte und -säfte, Tomatenprodukte und künstliche Süßungsmittel.

Quellen:

  • Dysurie, in: msdmanuals.com
  • Brennen beim Wasserlassen, Leitlinie und Anwenderversion der S3-Leitlinie Harnwegsinfektionen, in: AWMF online, Das Portal der wissenschaftlichen Medizin
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