Schluss mit nächtlichem Zähneknirschen

Zaehneknirschen durch schiefen Kiefer
Schiefe Zähne oder nicht genau aufeinander passende Kiefer können Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. Mediziner nennen dieses Phänomen Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) © Fotolia

Zahlreiche Migräne- und Rückenschmerz-Patienten leiden unnötig, da niemand die Ursache ihres Leidens findet: Zähneknirschen. Denn die Zähne können Einfluss auf die Gesundheit des ganzen Körpers haben – vielen dieser Patienten könnte ein Gang zum Kieferorthopäden helfen.

 

Schiefe Zähne

Schiefe Zähne oder nicht genau aufeinander passende Kiefer können Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. Mediziner nennen dieses Phänomen CMD: Craniomandibuläre Dysfunktion. Zu den Folgen einer solchen Fehlstellung zählen auch Nackenschmerzen, Tinnitus oder Gelenkverschleiß (Arthrose).

Deutschlandweit leiden ungefähr 70 Prozent aller Menschen an einer Funktionsstörung des Kauorgans, wenn auch längst nicht jeder so stark, dass er behandelt werden muss. Eines der häufigsten Anzeichen für solche Probleme ist, dass die Betroffenen nachts mit den Zähnen knirschen. Denn treffen die Zähne nicht passgenau aufeinander, versucht der Körper im Schlaf, diese Fehlstellung auszugleichen. Dadurch aber werden Kiefergelenke, Muskeln, Sehnen und Nerven über Gebühr beansprucht. Die Betroffenen wachen morgens mit Nacken- oder Rückenschmerzen auf.

 

Zahnschiene

Eine sogenannte Okklusionsschiene ist die erste Wahl bei der Therapie des Zähneknirschens. Sie wird nachts auf die Zähne von Ober- oder Unterkiefer geschoben. Diese Aufbiss-Schienen fertigt Ihr Zahnarzt für Sie an. Die einfachen Varianten werden von den Krankenkassen bezahlt. Spezielle Schienen, die zum Beispiel auch die Bisshöhe ausgleichen, kosten extra.

 

Stressabbau

Wer nachts mit den Zähnen knirscht, kann aber auch am Tage etwas für seine Kiefer- Gesundheit tun. Nur beim Kauen und Schlucken sollten sich die Zähne berühren, also nur für etwa 15 Minuten am Tag. Achten Sie darauf, dass die obere und untere Zahnreihe nicht aufeinander liegen. Versuchen Sie, immer wieder bewusst daran zu denken, ob Ihre Zähne sich gerade berühren. Später funktioniert das von selbst.

Viele CMD-Betroffene leiden zudem unter Stress. Er ist eine der häufigsten Ursachen für das Zähneknirschen. Suchen Sie sich einen Ausgleich, der Sie seelisch und körperlich entspannt. Viele Krankenkassen bieten z. B. Kurse in autogenem Training an.

 

Sprachtraining

Lindert all das die Beschwerden nicht, kann oft nur noch der Kieferorthopäde helfen. Die Diagnose einer CMD ist zeitlich und technisch sehr aufwendig. Doch sie lohnt sich. Denn erst nach der Untersuchung kann ein ganz auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmtes Behandlungskonzept entwickelt werden. Das setzt sich je nach Ausprägung der Krankheit aus Physiotherapie, Zahnsanierungen, Kieferoperationen und Logopädie (Sprachtraining) zusammen.

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