Schluckauf: Wenn der Körper verrückt spielt

Wasser hilft gegen Schluckauf
Ein Glas kaltes Wasser zu trinken, kann gegen Schluckauf helfen. Grund: Das Zwerchfell entkrampft dadurch © Fotolia

Medizinisch gesehen sind Schluckauf, Augenzittern oder Schwitzattacken meist harmlos – aber dennoch lästig. Praxisvita gibt Ihnen Tipps, wie Sie die kleinen Beschwerden am besten wieder loswerden.

 

Schluckauf

Was steckt dahinter? Medizinisch gesehen ist er meist harmlos – doch ein Schluckauf kann ganz schön lästig sein. Er entsteht, wenn sich das Zwerchfell unwillkürlich zusammenzieht. Dabei verschließt sich die Stimmritze. Die typischen Schluckauf-Geräusche werden beim Einatmen verursacht – dann prallt die eingeatmete Luft gegen die geschlossene Stimmritze. Häufige Auslöser sind zu hastiges Essen oder Trinken, Stress, zu heiße und zu kalte Speisen oder Getränke sowie Alkohol.

Was hilft im Akutfall? Ein Glas kaltes Wasser trinken, das entkrampft. Vorsichtig die Zunge aus dem Mund ziehen und in den Bauch atmen – das entspannt. Auch diese meditative Übung hilft: In Gedanken von 10 bis 0 zählen, dabei ruhig ein- und ausatmen.

Wann zum Doktor? Hält das Hicksen stunden- oder tagelang an, sollte man die Beschwerden ärztlich abklären lassen. Auch ein Magengeschwür kann z. B. zu Schluckauf führen.

 

Augenzittern

Was steckt dahinter? Überarbeitung, Stress, Magnesiummangel, Erschrecken, Zugluft – es gibt viele Ursachen für das unkontrollierte, ruckartige Lidzucken (Nystagmus). Aber auch Hornhautnarben, Farbenblindheit oder Defekte der Netz- oder Aderhaut können diese Symptome auslösen.

Was hilft im Akutfall? Bewusst durchatmen, bis zehn zählen und entspannen. Dann auf das Lid konzentrieren, z. B. Auge aufreißen. Und sich für einen Moment ablenken bzw. den Muskeln Ruhe „befehlen“. Auch wichtig: Bei PC-Arbeit und langen Autofahrten für ausreichend Pausen sorgen.

Wann zum Doktor? Wenn die „Augen-Ticks“ immer wieder auftreten bzw. auch auf andere Teile des Gesichts übergreifen.

 

Schwitzattacken

Was steckt dahinter? Plötzliche Schweißausbrüche sind unangenehm. Ausgelöst werden sie u. a. durch Hormonumstellungen in den Wechseljahren.

Was hilft im Akutfall? Tragen Sie nach dem Zwiebelprinzip mehrere Kleidungsstücke übereinander, die sie bei Bedarf aus- und anziehen. Morgendliches Wechselduschen hilft, den Kreislauf zu trainieren. Auch Salbeitee kann die Ausbrüche lindern.

Wann zum Doktor? Wenn die Schwitzattacken nicht nachlassen. In vielen Fällen ist auch eine Schilddrüsen-Überfunktion der Auslöser und die kann durch Medikamente sanft ausbalanciert werden. Folge: Der Stoffwechsel normalisiert sich, die Beschwerden klingen ab.

 

Rotwerden

Was steckt dahinter? Wenn man Angst vor einer Aufgabe oder Situation hat, schüttet der Körper Stress-Hormone aus. Dadurch erweitern sich die Gefäße, der Blutdruck steigt, man wird rot im Gesicht, der Körper fühlt sich ganz warm an, Flecken entstehen.

Was hilft im Akutfall? Bewusst auf die Atmung konzentrieren, langsam tief ein- und ausatmen und dabei die Atemzüge zählen. Das beruhigt und lenkt die Aufmerksamkeit nach innen. Die normale Gesichtsfarbe kehrt zurück, wir fühlen uns sicherer.

Wann zum Doktor? Treten die Flecken auch in ruhigen Situationen auf, könnte Bluthochdruck der Auslöser sein und der sollte ärztlich behandelt werden.

 

Nasenbluten

Was steckt dahinter? Niesen, heftiges Schnäuzen, ein Stoß oder von Heizungsluft ausgetrocknete Nasenschleimhäute können die Blutung auslösen.

Was hilft im Akutfall? Aufrecht hinsetzen, den Kopf nach vorn beugen und die Nase zuhalten. Der Druck auf die Gefäße legt das geplatzte Äderchen still. Blut nicht schlucken, sondern ausspucken, um Brechreiz zu vermeiden.

Wann zum Doktor? Wenn das Nasenbluten gehäuft auftritt. Vor allem in höherem Alter kann es auch ein Hinweis auf Bluthochdruck oder Arteriosklerose sein.

 

Hyperventilation

Was steckt dahinter? Panik, Angst oder akute Stresssituationen können die extrem beschleunigte Hechelatmung auslösen.

Was hilft im Akutfall? Der Körper braucht das ausgeatmete Kohlendioxid zum Ausgleich. Deshalb durch eine zusammengerollte Zeitung oder Papiertüte atmen. Ist keine Tüte vorhanden, kann man es mit der gewölbten, vorgehaltenen Hand probieren.

Wann zum Doktor? Wenn Verdacht auf Asthma vorliegt.

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