Schluckauf: Wenn das Zwerchfell „Luftsprünge“ macht

Schluckauf ist grundsaetzlich harmlos
In den meisten Fällen ist Schluckauf harmlos © Fotolia

Schluckauf gehört zu den Beschwerden, die wohl jeder kennt: Das typische „Hicksen“ geht uns nach kurzer Zeit auf die Nerven und lässt uns nicht zur Ruhe kommen. Doch plötzlich ist der Schluckauf so schnell weg, wie er gekommen ist – oftmals ohne ersichtlichen Grund.

Doch nicht etwa der Magen verursacht den Schluckauf, sondern unser Zwerchfell, das den Brustraum von den Bauchorganen trennt. Es zieht sich unwillkürlich zusammen. In den meisten Fällen lässt sich kein Auslöser für den Schluckauf ausmachen. Aber manchmal finden sich Ursachen, beispielsweise psychische Einflüsse wie starke Gefühlsausbrüche, Stress oder auch Müdigkeit. Äußerlich können ein Temperaturwechsel, verbunden mit Frösteln und kalten Füßen, oder das rasche Trinken von heißen beziehungsweise kalten Getränken die Ursachen sein.

 

Ernstere Ursachen für Schluckauf

Störungen des Nervensystems sind ernstere Hintergründe. Da an der Steuerung des Zwerchfells eine ganze Reihe von Nerven, Reflexen sowie Hirnzentren beteiligt sind, können die Veränderungen an diesen Organen und „Schaltzentralen“ für einen Schluckauf sorgen. Neben Entzündungen kommen hierbei auch Vergiftungen, z. B. bei Nierenversagen, Verletzungen, Tumore sowie andere gesundheitliche Probleme infrage.

Praktisch kann auch jedes Organ im Hals-, Brust- und im Bauchraum eine Schluckauf-Attacke auslösen. Von Schilddrüsenwucherungen bis hin zu Herzbeutelentzündungen, Magenbeschwerden oder auch schweren Entzündungen der Speiseröhre – alles kann die Ursache sein. In sehr seltenen Fällen kann ein Schluckauf sogar ansteckend sein. So trat zwischen 1919 und 1924 in Winnipeg (Kanada) eine Grippewelle auf, die sich vor allem durch Schluckauf bemerkbar machte. Nur einige Bereiche des Gehirns waren entzündet, es kam dadurch zu einer Störung der Nervensteuerung des Zwerchfells.

 

Grundsätzlich ist Schluckauf harmlos

Auch wenn dies auf den ersten Blick beunruhigend scheint, grundsätzlich bleibt es dabei: Ein Schluckauf ist in den meisten Fällen harmlos. Man kann ihn als Laune unseres Körpers bezeichnen. Das „Hicksen“ ab und zu ist wirklich kein Problem und muss auch nicht behandelt werden. Nehmen die Beschwerden aber zu oder hört der Schluckauf nicht spontan auf, so können die Folgen fatal sein: Atemnot, Erschöpfung und vieles mehr. Dann sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

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