Schluckauf? Das hilft wirklich

Junge hält sich Hände vor den Mund
"Hicks" - Ein Schluckauf kann eine echte Plage sein © Alamy

Zwar ist Schluckauf in den meisten Fällen völlig ungefährlich, verschwindet der unkontrollierbare Reflex aber nicht schnell wieder, macht er völlig Alltägliches – Sprechen, Essen und Trinken zur Qual.

Wir wissen zwar inzwischen, wie ein Schluckauf entsteht und was ihn begünstigt, wie man ihn zuverlässig wieder loswird, hat aber auch die moderne Medizin noch nicht herausgefunden. Omas Ratschlag „Einfach die Luft anhalten“ funktioniert leider nur selten. Auch der bekannte Tipp, ein Glas Wasser schnell zu trinken, hilft echten Schluckauf-Geplagten meist nicht wirklich. Wir verraten Ihnen ein paar Tricks, von denen Sie bestimmt noch nie gehört haben. 

Was ist eigentlich Schluckauf?

Der unerwünschte Reflex entsteht im Zwerchfell. Verkrampft sich dieses, etwa durch falsches Atmen oder eine Reizung des Zwerchfellnervs, kann die Atemluft nicht mehr ungehindert entweichen. Stattdessen prallt sie mit Druck gegen die Stimmbänder. Dieser Aufprall ist als typisches Hicks-Geräusch hörbar. Bei bestimmten Krankheiten, wie einer Refluxstörung oder Entzündungen der Zwerchfell-Nerven kann Schluckauf zur chronischen Nebenwirkung werden. Andere Ursachen sind scharfe Gewürze, sehr heiße oder sehr kalte Getränke oder starker Alkoholkonsum.

Bei akutem Schluckauf hilft Vagusnerv-Stimulation

Eine Studie des Universitätsklinikums Zürich hat verschiedene Therapiemaßnahmen gegen Schluckauf untersucht. Dabei stellten die Forscher fest, dass „physikalische Manöver“ wie Luft anhalten oder die Vagusnerv-Stimulation durch Drücken von Nase, Ohren oder Kehle bei akutem Schluckauf gut wirken. Der Vagusnerv ist der Hauptnerv des parasympathischen Nervensystems und steuert unter anderem die Motorik der Zunge, des Kehlkopfes und der oberen Speiseröhre. Patienten, die zu häufigem Schluckauf neigen sollten alkoholische sowie sehr heiße oder sehr kalte Getränke meiden, da diese den Zwerchfellnerv reizen können. Auch scharfes oder säurebildendes Essen kann verstärkt zu Schluckauf führen.

Bei chronischem Schluckauf fanden die Forscher heraus, dass Medikamente, die die Muskeln entspannen (z.B. Baclofen) und bestimmte Epilepsie-Medikamente (etwa Gabapentin) gut wirken. Chronischer Schluckauf ist allerdings eher selten und gelegentlich auftretender Schluckauf muss nicht gleich mit Medikamenten behandelt werden.

 

„Rechne mal 3 + 7 x 21“

Neben Reizstimulationen sind auch altbekannte Ablenkungsstrategien manchmal wirksam. Kopfrechnen, Gedichte aufsagen und „Ich packe meinen Koffer“ lenken die Konzentration weg von der Atmung. Man atmet automatisch anders und das Zwerchfell beruhigt sich irgendwann. Das kann aber eine Weile dauern. Den „Erschrecken-Trick“ sollte man nicht zu sehr ausreizen, da er sich ziemlich schnell abnutzt.

6 Tricks hingegen, die Sie bestimmt noch nicht kennen, erfahren Sie hier.

Hamburg, 11. August 2016

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