Schleimiger Durchfall: Ursachen und Behandlung

Christina Liersch Medizinredakteurin
Frau mit Darm auf Schild vor einer blauen Wand
Ist der Stuhlgang nicht in Ordnung, geht es dem Darm häufig schlecht. © iStock/RyanKing999
Inhalt
  1. Was ist eigentlich Schleim?
  2. Ursachen von schleimigem Durchfall
  3. Was sagt die Farbe über den Durchfall aus?
  4. Behandlung von schleimigem Durchfall

Hinter schleimigem Durchfall können sowohl harmlose als auch behandlungsbedürftige Ursachen stecken. PraxisVita erklärt, wie er entsteht, wie er schnell wieder verschwindet und alles, was wir außerdem wissen sollten.

Obwohl das Wort Schleim für viele eklig klingt und auch kaum jemand darüber sprechen mag, hat er im Körper wichtige Aufgaben. In der Lunge schützt er vor eindringendem Staub oder Bakterien, im Magen-Darm-Trakt unterstützt er die Verdauung und erhöht die Gleitfähigkeit, um die Nahrung leichter durch den Darm zu transportieren. Außerdem bildet er eine Schutzschicht um empfindliches Gewebe, schützt vor Austrocknung und schädlichen Bakterien und Viren, indem er sie umschließt.

 

Was ist eigentlich Schleim?

Schleim (Mukus) ist ein zähflüssiges, meist klares Sekret, welches von zahlreichen Schleimdrüsen produziert wird. Ein wichtiger Bestandteil sind Muzine, eine Gruppe von mit Eiweiß verbundenen Zuckern. Ihre Aufgabe ist es, Feuchtigkeit zu binden, wodurch sie die Konsistenz des Schleims beeinflussen. Entsteht schleimiger Durchfall durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Infektionserkrankungen oder Entzündungen reagiert der Darm mit einer vermehrten Produktion von Schleim, um sich zu schützen. Dieser wird bei Durchfall dann mit ausgeschieden.

 

Ursachen von schleimigem Durchfall

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Schleimiger Durchfall kann durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten entstehen. Dazu zählen vor allem die Laktoseintoleranz und Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Auch eine Lebensmittelvergiftung kann Auslöser für schleimigen Durchfall sein. In diesem Fall ist ein Besuch beim Arzt unabdingbar. Unverträglichkeiten werden häufig von Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Blähungen und Krämpfen begeleitet. Dagegen können auch eine Ernährungsumstellung auf eine kohlenhydratreiche Ernährung oder eine sehr fettige Mahlzeit Auslöser für schleimigen Durchfall sein. Tritt der Durchfall ohne weitere Symptome auf, ist keine schwere Erkrankung zu befürchten.

Infektionserkrankungen

Neben Unverträglichkeiten bestimmter Lebensmittel können auch Bakterien und Viren schleimigen Durchfall auslösen. Am häufigsten ist das eine Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis) der Fall, bei der die Schleimhaut von Magen und Dünndarm entzündet ist. Neben Durchfall äußert sich die Infektion durch Bauchschmerzen und Fieber. Aber auch Salmonellen, die durch mangelnde Hygiene bei der Zubereitung von Fleisch, Eiern oder sogar Kuchenteig in den Magen-Darm-Trakt gelangen, lösen starken Durchfall aus, der häufig von Fieber begleitet wird. Eine Salmonellenvergiftung heilt innerhalb einer Woche ab, jedoch ist der Betroffene noch vier Wochen ansteckend, Kinder sogar bis zu sieben Wochen. Laut des deutschen Infektionsschutzgesetz müssen folgende Auslöser-Viren beim Gesundheitsamt gemeldet werden:

  • enterohämorrhagische E. Colibakterien (EHEC)
  • Salmonella Typhi
  • Vibrio cholerae
  • Norovirus (Meldepflicht nur bei dirketem Nachweis aus dem Stuhl)
  • Rotavirus
Salmonellen vom Mikroskop vergrößert
Bei einer Salmonellenvergiftung sind Erwachsene noch bis zu vier Wochen ansteckend, Kinder sogar bis zu sieben Wochen. © iStock/iLexx

Entzündliche Darmerkrankungen

Halten flüssige und schleimige Durchfälle für mehrere Wochen an, könnte das ein Zeichen für Morbus Crohn sein. Betroffene haben zusätzlich Fieber und starke, krampfartige Bauchschmerzen, vor allem im rechten Unterbauch. Dort liegt der am häufigsten betroffene Darmabschnitt - das Ende des Dünndarms, sowie der obere Abschnitt des Dickdarms.  Colitis ulcerosa tritt ebenfalls in Schüben auf, jedoch entzünden sich unterschiedliche Abschnitte des Darms. An der entzündeten Darmschleimhaut bilden sich Geschwüre, die bluten oder Schleim absondern können. Dadurch kommt es zu Durchfällen, die mit Blut, Eiter oder Schleim vermengt sind. Dabei sind bis zu 20 Stuhlgänge am Tag möglich, bei denen Patienten häufig das Gefühl haben, dass sich der Darm nicht vollständig entleert hat. Betroffene haben zudem häufig krampfartige Schmerzen im linken Unterbauch.

Krebs

Oftmals wird Darmkrebs nur durch eine Vorsorgeuntersuchung erkannt, da die Symptome wie wechselnder Stuhlgang von Verstopfung und Durchfall oder eine veränderte Farbe und Konsistenz mit anderen Darmerkrankungen in Verbindung gebracht werden. Da ein Darmtumor nur langam und an verschiedenen Stelles des Darms wächst, äußern sich die Symptome bei jedem Patienten anders oder gar nicht. Bei anhaltenden Darmbeschwerden sollten Betroffene deshalb einen Arzt aufsuchen.

 

Was sagt die Farbe über den Durchfall aus?

  • Heller Schleim: Wird er ausgeschieden, besteht kein Grund zur Sorge, da er der normale Schleim des Körpers ist. Häufig wird er ausgeschieden, wenn die Ernährung umgestellt wurde oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegt.
  • Gelber Schleim: Für die gelbe Farbe sind häufig tote Immunzellen verantwortlich. Sie deuten darauf hin, dass sich irgendwo im Magen-Darm-Trakt Eiter befindet. Er tritt bei Infektionen auf.
  • Roter Schleim: Besonders bei entzündlichen Darmerkrankungen, Infektionen oder Krebs kann sich Blut untermischen. Ist es dunkel, deutet das auf eine Erkrankung der oberen Darmwege hin, bei frischem Blut auf Probleme im unteren Darmabschnitt.
  • Andere Farben: Nahrungsbestandteile wie Chlorophyll aus Spinat können den Schleim grün färben.   
 

Behandlung von schleimigem Durchfall

Da es sich bei schleimigem Durchfall eher um ein Symptom als um eine Krankheit handelt, wird der Arzt für den Auslöser eine geeignete Behandlung suchen. Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten sollten die Nahrungsmittel gemieden werden. Infektionserkrankungen wie eine Gastroenteritis oder Salmonellenvergiftung heilen im Normal von allein aus. Manchmal müssen Betroffene aber auch ins Krankenhaus und werden dort behandelt. Anders bei entzündlichen Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Dort wird der Patient bei schweren Schüben häufig mit Cortison behandelt. Entzünden sich die Teile des Darms jedoch sehr schwer, werden diese unter Umständen sogar entfernt. Manchmal wird auch ein künstlicher Darmausgang gelegt. Ist hingegen Darmkrebs die Ursache für den Durchfall, wird dieser operativ entfernt. Eine Chemo- oder Strahlentherapie können die Behandlung unterstützen.

 

 

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