Schleimiger Durchfall: Welche Ursachen sind möglich?

Christina Liersch

Hinter schleimigem Durchfall können sowohl harmlose als auch behandlungsbedürftige Ursachen stecken. Häufig lässt sich anhand der Farbe des Schleims auf mögliche Auslöser schließen.

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Inhalt
  1. Wie entsteht schleimiger Durchfall?
  2. Schleimiger Stuhlgang: Mögliche Ursachen
  3. Durchsichtiger Schleim im Stuhl bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  4. Gelber Schleim im Stuhl bei Infektionserkrankungen
  5. Durchfall mit Schleim bei entzündlichen Darmerkrankungen
  6. Roter Schleim im Stuhl kann ein Alarmzeichen sein
  7. Wann ist schleimiger Stuhl ein Fall für den Arzt?

Wer schleimigen Durchfall bei sich entdeckt, kann sich zunächst gehörig erschrecken. Zunächst ist es vielleicht beruhigend zu wissen, dass Schleim im Körper wichtige Aufgaben hat. In der Lunge schützt er vor eindringendem Staub oder Bakterien, im Magen-Darm-Trakt unterstützt er die Verdauung und erhöht die Gleitfähigkeit, um die Nahrung leichter durch den Darm zu transportieren. Außerdem bildet er eine Schutzschicht um empfindliches Gewebe und schützt vor Austrocknung sowie Krankheitserregern.

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Wie entsteht schleimiger Durchfall?

Schleim (Mukus) ist ein zähflüssiges, meist klares Sekret, welches von zahlreichen Schleimdrüsen produziert wird. Ein wichtiger Bestandteil sind Muzine, eine Gruppe von mit Eiweiß verbundenen Zuckern. Ihre Aufgabe ist es, Feuchtigkeit zu binden, wodurch sie die Konsistenz des Schleims beeinflussen. Entsteht schleimiger Durchfall durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Infektionserkrankungen oder Entzündungen, reagiert der Darm mit einer vermehrten Produktion von Schleim, um sich zu schützen. Dieser wird bei Durchfall dann mit ausgeschieden.

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Schleimiger Stuhlgang: Mögliche Ursachen

Für schleimigen Durchfall kommen verschiedene Ursachen in Frage. Die meisten sind ungefährlich – seltener stecken ernsthafte Erkrankungen dahinter. Mögliche Auslöser von schleimigen Durchfall sind:

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Infektionserkrankungen
  • Entzündliche Darmerkrankungen
  • Darmkrebs

In vielen Fällen kann man durch die Färbung der Schleimbeimengungen auf die Ursache schließen.

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Durchsichtiger Schleim im Stuhl bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Bei hellem, durchsichtigem Schleim im Stuhl handelt es sich um den „normalen" Schleim aus dem Magen-Darm-Trakt. „Durchsichtiger Durchfall“ tritt häufig auf, wenn die Ernährung umgestellt wurde oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegt. Dazu zählen vor allem Laktoseintoleranz und Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Unverträglichkeiten werden häufig von Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Blähungen und Krämpfen begeleitet. Doch auch eine Ernährungsumstellung auf eine kohlenhydratreiche Ernährung oder eine sehr fettige Mahlzeit können Auslöser für Durchfall mit durchsichtigem Schleim sein. Tritt der Durchfall ohne weitere Symptome auf, ist keine schwere Erkrankung zu befürchten.

 

Gelber Schleim im Stuhl bei Infektionserkrankungen

Für gelben Schleim im Stuhl sind in der Regel tote Immunzellen verantwortlich. Sie deuten auf eine Infektion im Magen-Darm-Trakt hin. Am häufigsten ist das eine Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis), bei der die Schleimhaut von Magen und Dünndarm aufgrund von Viren oder Bakterien entzündet ist. Neben Durchfall äußert sich die Infektion durch Bauchschmerzen und Fieber. Mit Abklingen der Infektion sollte der gelbe Schleim im Stuhl wieder verschwinden.

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Durchfall mit Schleim bei entzündlichen Darmerkrankungen

Halten flüssige und schleimige Durchfälle für mehrere Wochen an, könnte das ein Zeichen für Morbus Crohn sein. Betroffene haben zusätzlich Fieber und starke, krampfartige Bauchschmerzen, vor allem im rechten Unterbauch. Dort liegt der am häufigsten betroffene Darmabschnitt – das Ende des Dünndarms sowie der obere Abschnitt des Dickdarms. Auch Blutbeimengungen im Stuhl können bei Morbus Crohn auftreten.

Colitis ulcerosa tritt ebenfalls in Schüben auf, jedoch entzünden sich unterschiedliche Abschnitte des Darms. An der entzündeten Darmschleimhaut bilden sich Geschwüre, die bluten oder Schleim absondern können. Dadurch kommt es zu Durchfällen, die mit Blut, Eiter oder Schleim vermengt sind. Dabei sind bis zu 20 Stuhlgänge am Tag möglich, bei denen Patienten häufig das Gefühl haben, dass sich der Darm nicht vollständig entleert hat. Betroffene haben zudem häufig krampfartige Schmerzen im linken Unterbauch.

 

Roter Schleim im Stuhl kann ein Alarmzeichen sein

Treten rote Schleimbeimengungen im Stuhl auf, sollte vorsichtshalber ein Arzt aufgesucht werden. Denn neben entzündlichen Darmerkrankungen und Infektionserkrankungen kann auch Darmkrebs der Auslöser von rotem Schleim im Stuhl sein.

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Wann ist schleimiger Stuhl ein Fall für den Arzt?

Kommt es gelegentlich zu Durchfall mit hellem Schleim, ist zunächst nicht von einer Gefährdung auszugehen.

Treten die Schleimbeimengungen allerdings über längere Zeit immer wieder auf oder kommen Symptome wie Übelkeit oder Erbrechen dazu, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Bei rotem Schleim im Stuhl ist immer ein Arztbesuch angeraten. Auch hier können harmlose Ursachen wie ein Magen-Darm-Infekt dahinter stecken – doch da auch ernste Erkrankungen als Auslöser in Frage kommen, sollte das Symptom vorsichtshalber ärztlich abgeklärt werden.

Bei häufiger auftretendem schleimigem Durchfall kann es außerdem sinnvoll sein, ein Ernährungstagebuch zu führen, um eventuelle Nahrungsmittelunverträglichkeiten als Ursache aufzudecken.

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