Schlaganfall: Stent fängt Blutgerinnsel im Hirn

Aus der Serie: 10 neue Medizin-Sensationen
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Operation bei Schlaganfall
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Experten nennen es den Beginn einer neuen Ära in der Therapie des Schlaganfalls. Blutgerinnsel im Gehirn sind oft der Auslöser für die lebensgefährliche Erkrankung. Mit einer neuen Operationsmethode lassen sich diese „Thromben" aus dem Gehirn ziehen. Die Entdeckung der Methode ist dem Mut eines Arztes zu verdanken, der neue Wege beschritt, um das Leben einer Patientin zu retten: der Stuttgarter Neuroradiologe Prof. Hans Henkes. Während der Operation stand es sehr schlecht um die 67jährige Schlaganfallpatientin. Alle Versuche, das Blutgerinnsel in ihrem Gehirn mit Medikamenten aufzulösen, waren gescheitert. Deshalb entschloss sich Dr. Henkes etwas komplett Neues zu versuchen. Von der Leiste der Patientin schob er einen Spezialkatheter bis in die verstopfte Hirnarterie vor. Mitten im Blutgerinnsel setzte er eine Art Drahtkorb frei – eine Gefäßprothese („Stent"), die sonst bei Herz-Operationen verwendet wird. Henkes hatte Glück mit seinem wagemutigen Experiment. Nach fünf Minuten war das Gerinnsel in das Innere des Metallkäfigs gewandert: Es saß wie ein Fisch in der Falle – und konnte mit dem Katheter herausgezogen werden. Seit dieser Premiere kommt der „Thrombenzieher" in immer mehr Kliniken zum Einsatz. Denn Medikamente versagen oft bei Blutgerinnseln in den großen Hirnarterien – außerdem kann diese Therapie noch bis zu acht Stunden nach dem Schlaganfall eingesetzt werden.