Schlafwandeln – eine Familienkrankheit?

Kleines Kind am Fenster
Kinder erben die Veranlagung zum Schlafwandeln von ihren Eltern © Fotolia

Wenn Sie als Kind im Schlaf durch die Wohnung gewandelt sind, dann sollten Sie bei Ihrem eigenen Nachwuchs besonders aufpassen.

Schlafwandeln wird vererbt: Wenn beide Eltern Schlafwandler sind, dann trifft es ihren Nachwuchs mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent ebenfalls. Etwa sieben Mal häufiger, als wenn die Eltern nicht betroffen sind. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler in einer Studie, die sie vor Kurzem in der Fachzeitschrift JAMA Pediatrics veröffentlichten.

Schlafwandeln und Nachtschreck sind bei Kindern häufig auftretende Schlafstörungen, die üblicherweise mit der Zeit verschwinden. Die beiden Störungen teilen viele Eigenschaften und resultieren hauptsächlich aus Tiefschlafphasen.

Um die beiden Phänomene zu untersuchen, analysierten die Wissenschaftler um Studienleiter Jacques Montplaisir Schlafdaten von 1 940 Kindern, die über einen Zeitraum von 12 Jahren aufgezeichnet wurden.

 

Schlafwandeln wird vererbt

Dabei kam heraus: Je stärker die Eltern von den Phänomenen getroffen waren, umso heftiger traf es auch die Kinder. War keiner der Eltern Schlafwandler, dann traf es im Schnitt 23 von 100 Kindern. Bei einem betroffenen Elternteil waren es 47 und bei zwei sogar 62 Prozent der Kinder, die schlafwandelten.

„Diese Ergebnisse deuten auf einen starken genetischen Einfluss fürs Schlafwandeln hin“, schreiben die Autoren. Etwas abgeschwächt gelte das auch für den Nachtschreck. Ihr Hinweis: „Eltern, die selber früher schlafgewandelt sind, besonders dann, wenn es beide waren, können davon ausgehen, dass ihre Kinder es ebenso machen. Sie sollten ihre Wohnung darum entsprechend präparieren.“

Hamburg, 5. Mai 2015

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