Schlafstörungen: Ursachen sind zahlreich

Redaktion PraxisVITA

Bei Schlafstörungen sind die Ursachen zahlreich und zudem sehr unterschiedlich. Ärzte unterscheiden primäre und sekundäre Schlafstörungen.

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte
 

Ursache primärer Schlafstörungen

Bei den primären Schlafstörungen kommt es zu Schlafproblemen, ohne dass eine körperliche oder psychische Erkrankung ursächlich vorliegt. Bekannt sind folgende Formen:

  • Seelisch-körperliche Schlaflosigkeit (sogenannte psychophysiologische Insomnie): Sie zählt zu den häufigsten Formen der Schlafstörung. Oft stehen Sorgen, ungelöste Konflikte oder Angstgefühle am Anfang dieser Schlafprobleme. Irgendwann entwickelt sich schließlich aus der Sorge, nicht einschlafen zu können und der bevorstehenden Erschöpfung des nächsten Tages, ein Teufelskreis. Nach einiger Zeit koppelt das Gehirn diese negativen Assoziationen mit dem Zu-Bett-Gehen, was den Betroffenen schließlich um seine Nachtruhe bringt. Die Angst vor einer „schlechten Nacht“ äußert sich auch in einer verstärkten körperlichen Anspannung. Oft schlafen Menschen mit dieser Form der Schlafstörung in fremder Umgebung besser als in ihrem eigenen Bett.
  • „Falsche Schlafstörung“: Der Betroffene schätzt hier seinen Schlaf als ungenügend ein und reagiert tagsüber mit übertriebener Müdigkeit, obwohl eigentlich keine Schlafstörungen nachweisbar sind. Meist sind unbewusste Konflikte verantwortlich für das Erschöpfungsgefühl, der Betroffene schreibt sie jedoch fälschlicherweise seinem schlechten Schlaf zu.
  • Idiopathische Insomnie: Oft beginnt diese seltene Form der Schlafstörung bereits in der Kindheit und bleibt lebenslang bestehen. Die Ursache ist nicht eindeutig geklärt, vermutlich handelt es sich um eine Störung in Hirnbereichen, die für die Schlaf-Wach-Regulation verantwortlich sind. Dies führt zu massiven Problemen sowohl beim Ein- als auch beim Durchschlafen.
 

Ursache sekundärer Schlafstörungen

Unter die sogenannten sekundären Schlafstörungen fallen zahlreiche körperliche und psychische Erkrankungen. Auch eine Vielzahl von Medikamenten kommt als Ursache in Frage. Mögliche Gründe sind:

  • Neurologische Krankheiten: Viele Erkrankungen des Nervensystems können mit Schlafstörungen einhergehen, unter anderem die Parkinson-Krankheit, Demenz, entzündliche Gehirnerkrankungen, Gefäßkrankheiten des Gehirns (zum Beispiel nach einem Schlaganfall) oder Epilepsie. Eine mögliche Ursache für eine Schlafstörung ist auch das Restless-Legs-Syndrom, bei dem die Betroffenen ein unangenehmes Kribbeln – bis hin zum Schmerz – in den Beinen verspüren. Die Beschwerden verstärken sich meist in Ruhe, sodass ein erholsamer Schlaf kaum möglich ist. Weit verbreitet sind sogenannte schlafbezogenen Atmungsstörungen, die sich beispielsweise durch starkes Schnarchen, teilweise in Verbindung mit Atemaussetzern, während des Schlafs äußern.
  • Medikamente, Drogen und Alkohol: Alkohol ist ein häufiger Grund für Schlafstörungen. In vielen Fällen entwickelt sich dabei ein Teufelskreis: Menschen mit gestörtem Schlaf finden oft mit ein oder mehreren Gläsern Wein oder Bier vor dem Schlafen leichter zur Ruhe. Tatsächlich erleichtert Alkohol das Einschlafen. Durch das Ausnüchtern während des Schlafs wacht man jedoch verfrüht auf und findet nicht mehr in den Schlaf zurück. Auch Medikamente können am gestörten Schlaf ursächlich beteiligt sein, allen voran die Schlafmittel. Werden diese regelmäßig eingenommen, gewöhnt sich der Körper daran und kann ohne den Wirkstoff erst recht nicht mehr einschlafen. Schlafmittel verordnet der Arzt bei Schlafstörungen daher nur kurzfristig (maximal vier Wochen). Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl anderer Medikamente, die zu Schlafproblemen führen können, zum Beispiel Antidepressiva, Schilddrüsenhormone, Kortison, Appetitzügler, Aufputschmittel oder harntreibende Medikamente. Die meisten illegalen Drogen (wie Kokain, Ecstasy, Cannabis, Heroin) können ebenfalls Schlafstörungen verursachen.
 

Schlafstörungen durch äußere Faktoren

Oft lassen sich Schlafstörungen auch auf verschiedene äußere Faktoren zurückführen, dazu zählen:

  • Unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus: Wer am Wochenende abends lange ausgeht und am nächsten Tag bis in die Mittagsstunden ausschläft, hat eher Schwierigkeiten, in den Schlafrhythmus des Alltags zu wechseln. Auch bei Menschen, die im Schichtdienst arbeiten, kann sich der Organismus nicht immer gut an die wechselnden Schlafenszeiten gewöhnen.
  • Essgewohnheiten: Schwere Mahlzeiten spätabends oder in der Nacht verhindern einen erholsamen Schlaf.
  • Andere ungünstige Gewohnheiten: Dazu zählt etwa langes Fernsehen vor dem Einschlafen, koffeinhaltige Getränke (wie Kaffee, Cola) am späten Nachmittag oder Abend, Lärm in der Umgebung, zu helles Licht im Schlafzimmer (Straßenlaterne, Radiowecker).
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