Schlafstörungen in einer Stunde heilen

Eine Frau kann nicht schlafen
Schlafstörungen sind zermürbend und kraftraubend – eine einmalige Therapiesitzung kann ihnen laut einer aktuellen Studie ein Ende bereiten © Fotolia

Britische Forscher haben herausgefunden, dass sich Schlafstörungen mit nur einer Stunde kognitiver Verhaltenstherapie wirksam behandeln lassen. Praxisvita stellt die Studie vor.

Die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie hilft bereits nach einer einmaligen Sitzung gegen Schlafstörungen – das zeigt jetzt eine Studie der britischen Northumbria University. Die Forscher teilten 40 Probanden in zwei Gruppen ein: Während eine Gruppe lediglich ein Schlaf-Tagebuch mit täglichen Angaben über ihre Schlafqualität führen sollte, besuchten die Teilnehmer der zweiten Gruppe zusätzlich einmalig eine Sitzung kognitiver Verhaltenstherapie.

Das Ergebnis: Bereits nach einem Monat berichteten 60 Prozent der Therapiegruppe von einer besseren Schlafqualität, nach drei Monaten sogar 73 Prozent. In der Kontrollgruppe erfuhren nur 15 Prozent eine Verbesserung.

 

Was lernt man bei der kognitiven Verhaltenstherapie?

In der Therapiesitzung wurden die Probanden dazu angehalten, nur zum Schlafen Zeit im Bett zu verbringen – Fernsehen im Bett war beispielsweise tabu. Außerdem lernten sie die 3d-Regel:

·       Detect (aufspüren): Qualität und Dauer des Schlafs in einem Schlaf-Tagebuch protokollieren. Die beabsichtigte und die tatsächliche Aufwachzeit festzuhalten, kann dabei helfen, das eigene Schlafmuster zu erkennen.

·       Detach (loslösen): Von allen schlafstörenden Elementen trennen – beispielsweise dunkle Vorhänge oder Schlafmasken nutzen, um störende Lichtquellen auszuschalten.

·       Distract (ablenken): Mithilfe spezieller mentaler Techniken lernen Betroffene, sich gedanklich abzulenken. Außerdem hilfreich: vor dem Schlafengehen wiederkehrende Gedanken aussprechen – das macht es weniger wahrscheinlich, dass sie während der Nacht auftauchen.

 

Lavendel hilft beim Einschlafen

Die kognitive Verhaltenstherapie erfordert etwas Geduld, da sie den Körper nicht gewaltsam in den Schlafmodus „umschaltet“, wie das chemisch-synthetische Schlaftabletten tun – stattdessen lernt der Körper Schritt für Schritt ein neues Schlafverhalten. Wer während dieser Zeit nicht ganz auf ein Schlafmittel verzichten möchte, kann die Therapie mit einem natürlichen Mittel unterstützen: Lavendel. Zahlreiche Studien (Prüfmittel: Lasea, Apotheke) haben belegt, dass das ätherische Öl der Lavendelblüte die Ausschüttung von Stress- und Angsthormonen mindert und beim Einschlafen hilft. Lavendelöl gibt es in Kapselform zum Einnehmen.

Hamburg, 5. Juni 2015

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