Schlafprobleme: Diese Krankheiten drohen!

Schlafprobleme können mitunter erste Warnzeichen und Vorboten von Depressionen und anderen Erkrankungen sein – noch bevor andere Symptome auftreten. Zudem kann ein gestörter Schlaf nicht nur Symptom, sondern auch Ursache für eine Reihe von Krankheiten sein!

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Hin und wieder hat jeder eine schlechte Nacht: Das Einschlafen dauert ewig oder man wacht mehrmals in der Nacht ohne ersichtlichen Grund auf. Wenn Schlafprobleme und Schlafmangel jedoch lange anhalten, können diese nicht nur extrem belastend sein. Es gibt auch einen engen Zusammenhang zwischen einem gestörten Schlaf und verschiedenen Krankheiten.

Schlafmangel erhöht das Erkrankungsrisiko

Dass zu wenig Schlaf Körper und Geist schadet, wird Ihnen spätestens dann klar, wenn Sie eine kurze Nacht hinter sich haben. Am nächsten Morgen fühlen Sie sich gereizt, energielos und unkonzentriert. Das liegt daran, dass der chronische Schlafmangel den Regenerationsprozess behindert. Im Schlaf führt der Körper nämlich eine Reihe von Aufräumarbeiten durch:

  • Verarbeitung von Dingen, die man über den Tag erlebt hat
  • Überführung neuer Informationen ins Langzeitgedächtnis
  • Energieressourcen werden aufgefüllt
  • Abbau von Stresshormonen
  • Blutzucker und Blutdruck werden reguliert
  • Mobilisierung des Immunsystems
  • Reparatur geschädigter Zellen

Die letzten beiden Punkte spielen eine zentrale Rolle in der Krankheitsabwehr. Im Schlaf widmet sich der Körper nicht nur verstärkt der Bekämpfung von Krankheitserregern, etwa bei bakteriellen oder viralen Infektionen. Durch die Reparatur werden auch Zellen daran gehindert, zu mutieren und dadurch zu einem Tumor zu erwachsen. Schlafmangel geht somit mit einem erhöhten Krebsrisiko einher. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt um ein Vielfaches an.

Wechselwirkung zwischen Schlafproblemen und psychischen Krankheiten

Ebenso sind Menschen mit Schlafproblemen gefährdeter, eine Depression und Angststörungen zu entwickeln. Das Erkrankungsrisiko ist Schätzungen zufolge zwei- bis viermal so hoch im Vergleich zu dem von Menschen mit normalem Schlafverhalten. Der Zusammenhang zwischen Schlafproblemen und der Entstehung von psychischen Krankheiten geht jedoch noch tiefer:

  • Depressionen können Schlafprobleme verursachen
  • immer stärker werdende Einschlaf- und Durchschlafstörungen gelten als Frühsymptome einer beginnenden Depression
  • chronischer Schlafmangel kann zum Ausbruch von psychischen Krankheiten führen

Dass depressive Verstimmungen nicht nur Ursache, sondern auch Folge von Durchschlafstörungen und chronischen Schlafmangels sein können, wird durch eine neuseeländische Studie belegt. Untersuchungen der Lebensgewohnheiten von 1100 jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren haben zudem gezeigt, dass der Schlaf für den Erhalt der psychischen Gesundheit sogar noch wichtiger ist als eine gesunde Ernährung und Bewegung. Dabei sei jedoch neben der Schlafdauer auch die Qualität des Schlafs entscheidend.

Die Wechselwirkung zwischen dem Schlafverhalten und der psychischen Gesundheit erklärt sich über zwei Faktoren: Zum einen setzt Schlafmangel den Körper unter erheblichem Stress. Auf der biochemischen Ebene zeigt sich das dadurch, dass mehr Cortisol ausgeschüttet wird – ein dauerhaft erhöhter Cortisol-Pegel gilt als Risikofaktor für Depressionen.

Zum anderen wirkt sich fehlender Schlaf negativ auf die Amygdala aus, das Gehirnareal, das für die emotionale Bewertung von Reizen zuständig ist. Eine Studie konnte zeigen, dass Schlafmangel eine negativ gefärbte Wahrnehmung fördert, weil dann neutrale und positive Reize geringer gewichtet werden.

Unruhiger Schlaf als Frühsymptom für neurologische Krankheiten

Ein kurzer Aufschrei, ein Tritt zur Seite bis hin zum heftigen Um-sich-Schlagen: Bei der sogenannten REM-Schlaf-Verhaltensstörung kommt es in der Nacht wiederholt zu unkontrollierten Bewegungen. Normalerweise ist die Muskelfunktion in der REM-Schlafphase, der Traumphase, ausgeschaltet, nur die Augen bewegen sich schnell hin und her (REM, englisch für „rapid eye movements“). Wenn dieser Mechanismus gestört ist, kann das auf drohende neurologische Erkrankungen hindeuten. So gilt ein unruhiger Schlaf mit unkontrollierten Bewegungen als eines der Frühwarnsignale für Parkinson. Die Schlafstörung zeigt sich dann mitunter bereits Jahre oder sogar Jahrzehnte vor Ausbruch der Krankheit.

Damit lassen sich aus Schlafproblemen Schlüsse ziehen, die einen frühen Behandlungsbeginn und damit eine bessere Progonose ermöglichen. Besonders bei plötzlich oder lang andauernden Veränderungen des Schlafs sollten Betroffene daher mögliche, damit zusammenhängende Krankheiten von einem Arzt abklären lassen.