Schlafmangel: Weshalb das Gehirn nach 3 Tagen durchdreht

Halluzinationen entstehen durch Schlafentzug
Auf Schlafentzug reagieren Menschen gereizt und aggressiv. Nach 60 Stunden können sogar starke Halluzinationen auftreten © Fotolia

Schlaf ist lebenswichtig. Allerdings leiden 26,5 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland an Schlafstörungen. Fatale Folgen drohen, denn: Wer weniger als fünf Stunden schläft, schadet langfristig seiner Gesundheit – und fängt an zu halluzinieren.

Beim Menschen entspricht ein 24-stündiger Schlafentzug etwa der Wirkung von einem Promille Alkohol. In einem Experiment reagierten Menschen gereizt und aggressiv. Nach 60 Stunden zeigten sich starke Halluzinationen: Eine Frau begann panisch, imaginäre Spinnweben von den Armen zu entfernen. Eine andere Frau wurde wütend, weil ihr der Hut auf dem Kopf zu sehr drückte, obwohl sie keinen trug. Das Experiment musste abgebrochen werden. Peter Tripp, ein bekannter US-DJ, blieb 201 Stunden wach, um Geld für wohltätige Zwecke zu sammeln. Schließlich floh er, als ein Arzt im dunklen Anzug ihn untersuchte. Tripp glaubte, der Mann sei ein Leichenbestatter. Übrigens: An der Erbkrankheit ,,Letale familiäre Insomnie", bei der Betroffene nicht fähig sind, richtig zu schlafen, erkranken Menschen meist zwischen dem 40. und 60 Lebensjahr. Nach maximal 18 Monaten endet sie tödlich – immer.

 

So geht es dem Körper nach...

... einer schlaflosen Nacht: erträglich. Der Körper produziert mehr Dopamin: ein Hormon, das kurzfristig aufputscht.

... zwei schlaflosen Nächten: müde. Die Wirkung des Dopamins lässt nach. Aufmerksamkeits- und Gedächtnisvermögen sind beeinträchtigt.

... drei schlaflosen Nächten: erschöpft. Die Motorik funktioniert nicht einwandfrei; Zittern, Schwindel und Schüttelfrost sind die Folge.

... vier schlaflosen Nächten: krank. Es kommt zu Halluzinationen, Psychosen, Apathie oder komatösem Tiefschlaf.

 

Endlich wieder gut schlafen

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