Schlaflos durch falsches Essen?

Histamin-Intoleranz kann Schuld an Schlafstörungen sein
Studien zeigen: Der Verzehr von histaminhaltigen Nahrungsmitteln kann ein Grund für zahlreiche schlaflose Nächte sein © Fotolia

Einige Lebensmittel können sich negativ auf unseren Schlaf auswirken. Erfahren Sie hier, welche Mitschuld Nahrungsmittelunverträglichkeiten an der Schlaflosigkeit zahlreicher Erwachsener haben.

Am renommierten Sleep Medicine Institute in Seattle, einer der größten Schlafdiagnose- und Behandlungseinrichtungen in den USA, ging es ausnahmsweise mal nicht nur um Tiefschlafphasen, sondern um Wurst, Käse, Milch und Eier. Im Dienste der Forschung wurden mehrere Hundert Patienten zu ihren Essgewohnheiten befragt und auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten gecheckt. Hintergrund: Lebensmittelunverträglichkeiten nehmen explosionsartig zu – ihre Mitschuld an der Schlaflosigkeit von Millionen Erwachsenen könnte größer sein als bislang vermutet.

Bei Schlafstörungen hilft die Seitenlage
Menschen in Seitenlage können besser durchschlafen. Die Rückenlage hingegen kann Grund für Schlafstörungen sein© Fotolia
 

Schlafmittel halfen nicht

Auch in Deutschland haben Somnologen das Essen im Visier. Schlafforscher Dr. Gernot Hebestreit: „Vermutlich geht etwa jede achte schlaflose Nacht auf das Konto von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Bestimmte Stoffe lösen biochemische Vorgänge im Körper aus, die bei sensiblen Menschen Schlaf unmöglich machen.“ Schlaflos durch falsches Essen? So erging es auch dem Berufsschullehrer Detlev Wissner. Er war kurz davor, seinen Job aufzugeben. „Mir fehlte einfach die Kraft, mich Tag für Tag mit den Jugendlichen auseinanderzusetzen.“ Kaum lag er abends im Bett, war er hellwach und nervös, egal, wie anstrengend der Tag gewesen war. Pflanzliche Schlafmittel halfen nicht bei seinen Schlafstörungen, chemische vertrug sein Magen nicht. „Ich hätte alles gegeben, um mal wieder eine Nacht richtig zu schlafen“, bekennt der Lehrer heute.

 

Schlaflos durch Histaminintoleranz

Irgendwann rief ihn sein Hausarzt an und meinte: „Ich habe da so eine Vermutung, kommen Sie bitte in die Sprechstunde.“ Detlev Wissner bekam eine Histamin-Infusion, dann wurde sein Blut analysiert. Das Ergebnis war eindeutig: extreme Überempfindlichkeit gegen Histamine. Die hatte er täglich mit der Nahrung aufgenommen. Das Gewebehormon Histamin ist vor allem in Salami, Käse und Thunfisch enthalten, aber auch in Wein und Sekt – lauter Lebensmittel, die der Lehrer gern zu sich nahm und die er heute meidet. Die Untersuchung zeigte: Detlev Wisser gehört zu den Menschen, die einen Mangel an Diaminoxidase haben, einem Enzym, das Histamin abbaut. Andere Menschen reagieren mit Kopfschmerzen, Durchfällen oder Übelkeit – er mit Schlaflosigkeit und innerer Unruhe.

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