Schlafkiller TV-Gerät: Warum Kinder so häufig an Schlafstörungen leiden

Fernsehen kann bei Kindern Schlafstörungen verursachen
Eine aktuelle Studie hat gezeigt: Je mehr Fernsehen Kinder schauen, desto weniger Schlaf bekommen sie. Forscher warnen deswegen davor, Fernseher in Schlafzimmern von Kleinkindern und Säuglingen aufzustellen. © Fotolia

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Säuglinge und Kleinkinder bei eingeschaltetem TV-Gerät weniger schlafen. Besonders bei Säuglingen kann Schlafmangel zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen. Praxisvita.de hat für Sie die Studie zusammengefasst und wichtige Informationen zum Thema Schlafmangel gesammelt.

Die Untersuchung des Massachusetts General Hospital for Children und der Harvard School of Public Health ergab ein „konsistentes Muster“: Eingeschaltete TV-Geräte sorgen für weniger Schlaf. Kinder hatten demnach im Schnitt eine kürzere Nachtruhe, auch wenn sie direkt dem Fernsehprogramm folgen. Konkret ermittelten die Forscher, dass jede Stunde Fernsehen bei Kleinkindern sieben Minuten Schlaf kostet. Statistisch – so errechneten die Wissenschaftler – schläft ein Kind, in dessen Schlafzimmer ein Fernseher steht, täglich eine Stunde weniger, als ein Kind ohne Fernseher im Zimmer.

 

Schlafmangel gefährdet die Gesundheit von Kindern

Besonders in der frühen Kindheit ist Schlaf sehr wichtig. Der Körper entwickelt sich schnell und benötigt dazu viel Energie. Ein Neugeborenes benötigt zum Beispiel mehr als 15 Stunde Schlaf am Tag. Ein Baby, das 12 Monate alt ist, sollte immer noch mehr als 13 Stunden am Tag schlafen. Auch wenn das Schlafbedürfnis mit den Jahren immer weiter abnimmt, sollte auch ein siebenjähriges Kind noch mehr als 11 Stunden schlafen. Die Forscher betonen zudem, dass dauerhafter Schlafmangel bei Kindern und Erwachsenen zu körperlichen und geistigen Schäden führt. Bereits vor einem Jahr veröffentlichte die Fachzeitschrift JAMA Pediatrics eine Studie, in der von einem Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Gewichtszunahme berichtet worden war.

Untersucht wurden bei der Studie mehr als 1.800 Säuglinge und Kleinkinder zwischen sechs Monaten und 7 Jahren. Im Zuge der Studie gaben die Eltern der Kinder Auskunft über die eigenen Fernsehgewohnheiten sowie darüber wie oft ihre Kinder täglich Fernsehen schauen. Erheblich war nicht nur, ob ein Kind direkt Fernsehen schaute, sondern auch, ob ein Kind sich im selben Raum mit einem eingeschalteten Fernseher befand. Vor diesem Hintergrund dokumentierten die Eltern schließlich, wie viel Stunden ihre Kindern am Tag schlafen würden.

 

Auch auf die Schlafqualität kommt es an

Entscheidend für einen erholsamen Schlaf ist nicht nur die Anzahl der geschlafenen Stunden, sondern auch die Schlafqualität. Das bedeutet: Schlafen Betroffene durch? Oder wachen sie häufig auf und können nicht direkt wieder einschlafen? Forscher der Universität von Pennsylvania haben nachgewiesen, dass Menschen, deren Schlafqualität schlecht ist, schlechte Blutwerte und ein erheblich erhöhtes Infarktrisiko besitzen. Männer würden zudem um 30 Prozent schlechter schlafen als Frauen.

Praxisvita.de hat für Sie die wichtigsten Maßnahmen zusammengestellt, um gesund zu schlafen.

 

Tipps für einen gesunden Schlaf

  • Entfernen Sie Fernseher und Handys aus dem Schlafzimmer. Der Grund: Bildschirmlicht besitzt hohe Blauanteile, die für den Körper dem Morgenlicht ähneln. In der Folge wird weniger des Schlafhormons Melatonin ausgeschüttet.
  • Bewegen Sie sich viel. Der Grund: Tagsüber produzierte Stresshormone – zum Beispiel Adrenalin oder Noradrenalin – werden über Körperbewegung abgebaut. Bleibt dies aus, stören sie nachts massiv die Tiefschlafphasen.
  • Gehen Sie früh schlafen. Der Grund: Mit zunehmenden Alter verschiebt sich die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Ältere Menschen werden tendenziell früher müde. Später als 23 Uhr sollten erwachsene Menschen deswegen nicht schlafen gehen.
  • Konsumieren Sie ausreichend Magnesium: Der Grund: Magnesium baut im Körper Stresshormone ab. Täglich sollten Sie ungefähr 500 Milligramm des Minerals zu sich nehmen, was in etwa einer in der Apotheke erhältlichen magnesiumhaltigen Brausetablette entspricht. Über die Nahrung nehmen Sie Magnesium am besten über Fisch, Fleisch, Soja oder Kartoffeln auf.
  • Beachten Sie die 90-Minuten-Regel. Der Grund: Der nächtliche Schlaf verläuft nach einem bestimmten Rhythmus, bei der sich verschiedene Schlafphasen immer wiederholen. Alle 90 Minuten beginnt der Rhythmus von vorne. Stellen Sie den Wecker also so, dass dieser 90-Minuten-Takt nicht unterbrochen wird.
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