Schlaf-Apnoe erhöht Unfallgefahr

Ein Mann verursacht einen Autounfall
Zu wenig ausgeschlafen: Schlafapnoe-Patienten haben ein erhöhtes Risiko, einen Verkehrsunfall zu verursachen, zeigt eine schwedische Studie © Fotolia

Schlafen ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Ein erholsamer Schlaf ist Voraussetzung für einen guten Tag. Doch äußere Einflüsse verändern ihn. Erfahren Sie hier, warum eine Schlaf-Apnoe besonders schwerwiegend ist und was Betroffene tun können.

Von einer Schlafapnoe sprechen Mediziner, wenn Menschen so laut schnarchen, dass es während des Schlafs zu kurzen Atemaussetzern kommt. Rund sechs Millionen Deutsche leiden daran, vermuten Experten. Betroffen ist jeder fünfte Mann über 40 Jahren und 15 Prozent der Frauen, meist nach den Wechseljahren.

 

Was ist eine Schlafapnoe?

Unter Schlafapnoe versteht man eine Atempause im Schlaf, die länger als zehn Sekunden anhält. Ursache der Atemaussetzer sind meistens verengte oder verlegte Atemwege (obstruktive Schlafapnoe). Seltener fehlt den Atemmuskeln kurzzeitig die Anregung vom Gehirn (zentrale Schlafapnoe).

Die Schlafapnoe ist gefährlich: Das Schlaganfall-Risiko Betroffener ist um das Zwei- bis Dreifache erhöht. Und laut einer aktuellen Studie schwedischer Wissenschaftler birgt die Erkrankung noch eine weitere Gefahr – die, einen Verkehrsunfall zu verursachen.

Auswertungen der Forscher ergaben, dass Patienten mit Schlafapnoe ein 2,5 mal so hohes Unfall-Risiko haben wie Menschen, die nicht an nächtlichen Atemaussetzern leiden. Der Grund: Betroffene haben einen weniger erholsamen Schlaf – viele klagen über ständige Müdigkeit, obwohl sie die ganze Nacht durchgeschlafen haben. Die fehlende nächtliche Erholung kann zu einer mangelnden Konzentrationsfähigkeit im Straßenverkehr führen.

 

Unfall-Risiko um 70 Prozent senken

Die Wissenschaftler untersuchten außerdem, ob sich die Wahrscheinlichkeit eines Verkehrsunfalls durch Therapiemaßnahmen gegen die Schlafapnoe senken ließ. Sie stellten fest: Wenn Patienten für mindestens vier Stunden pro Nacht eine spezielle Schlafmaske tragen, sinkt ihr Risiko, einen Unfall zu verursachen, durchschnittlich um 70 Prozent. Die Atemmaske versorgt die Patienten mit Sauerstoff und sorgt dafür, dass sie einen erholsamen Schlaf bekommen.

Hamburg, 11. März 2015

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