Schimmelpilzallergie - Auslöser, Symptome und Behandlung

Mona Trautmann Medizinredakteurin
Frau putzt sich die Nase
Eine Schimmelpilzallergie kann verschiedene Beschwerden auslösen – zum Beispiel eine laufende Nase © iStock/Wavebreakmedia
Inhalt
  1. Was ist eine Schimmelpilzallergie?
  2. Auslöser für Schimmelpilzallergie
  3. Das sind die Symptome einer Schimmelpilzallergie
  4. Wo kommen Schimmelpilze vor?
  5. Diagnose – so wird eine Schimmelpilzallergie festgestellt
  6. Therapie – so wird eine Schimmelpilzallergie behandelt
  7. Tipps bei Schimmelpilzallergie
  8. Die richtige Luftfeuchtigkeit

Die Augen brennen, die Nase läuft, der Kopf pocht - kann das eine Schimmelpilzallergie sein? PraxisVITA erklärt, wie Sie die Allergie erkennen, woher sie kommt und was dagegen hilft.

 

Was ist eine Schimmelpilzallergie?

Eine Schimmelpilzallergie ist eine übersteigerte Reaktion des Immunsystems auf Schimmelpilze. Diese gelangen über die Atemwege oder bei der Nahrungsaufnahme in den Körper. Die Allergie äußert sich durch Symptome in Augen, Atemwegen sowie auf der Haut und im Verdauungstrakt.

 

Auslöser für Schimmelpilzallergie

Die Ursachen für Allergien im Allgemeinen haben Forscher bisher nicht eindeutig identifiziert. Wahrscheinlich spielen Umwelteinflüsse und Vererbung eine Rolle. 
Das, was eine Allergie auslöst, wird als Allergen bezeichnet. Im Falle einer Schimmelpilzallergie sind mikroskopisch kleine Schimmelsporen Ursache der Beschwerden. Sie befinden sich in der Außenluft, in Innenräumen und auf Lebensmitteln.

 

Das sind die Symptome einer Schimmelpilzallergie

Junge blonde Frau schläft
Müdigkeit ist ein mögliches Symptom einer Schimmelpilzallergie © iStock/Liderina

Gelangen die Sporen über Atemwege oder Verdauungstrakt in den Körper, können sie folgende Beschwerden auslösen:

Symptome der Atemwege

  • Atemnot
  • Husten
  • Laufende Nase
  • Niesen
  • Verschleimte Atemwege
  • Verstopfte Nase

Symptome des Magen-Darm-Trakts

  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Erbrechen

Weitere Beschwerden

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit

Je nachdem, auf welchen Schimmelpilz der Allergiker reagiert, treten die Symptome phasenweise oder ganzjährig auf. Einige Schimmelpilze sind insbesondere im Sommer und Herbst verbreitet, andere schweben immer in der Luft. Es gibt auch Schimmelarten, die ihre Sporen nur tagsüber oder nur nachts verbreiten.

 

Wo kommen Schimmelpilze vor?

In Innenräumen sind hohe Luftfeuchtigkeit und warme Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad für das Schimmelwachstum förderlich. Draußen sind Schimmelsporen vor allem im Sommer und im Herbst so stark konzentriert, dass sie Allergien auslösen können.

Typische Schimmelpilzquellen im Wohnraum sind: Feuchte Stellen an der Wand, Polstermöbel, Obst und Gemüse und verschimmelte Erde in Blumentöpfen.

Im Garten/draußen: Gewächshäuser, Komposthaufen, Rasen, Laubhaufen und Getreidefelder.

Zu den Schimmelpilzen, die am häufigsten Allergien auslösen, gehören:

  • Alternaria
  • Aspergillus
  • Botrytis
  • Cladosporium
  • Fusarium
  • Mucor
  • Penicillium
 

Diagnose – so wird eine Schimmelpilzallergie festgestellt

Arzt macht Pricktest, um auf Schimmelpilzallergie zu testen
Bei einem Pricktets gibt der Arzt mögliche Allergene auf die Haut des Patienten, um eine Schimmelpilzallergie zu diagnostizieren © iStock/AlexRaths

Wer die Symptome einer Schimmelpilzallergie bei sich feststellt, sollte seinen Hausarzt aufsuchen. Der Arzt befragt den Patienten zu seinem Lebensumfeld (Wohnung und Arbeitsplatz). So findet er vielleicht schon im Gespräch heraus, was die Schimmelpilzallergie-Symptome auslöst.
Mit einer oder mehrerer der folgenden Testmethoden prüft der Arzt, auf welche Stoffe der Patient allergisch reagiert: 

  • Bei einem Intrakutantest wird das vermutete Allergen als Extrakt dosiert unter die Haut gespritzt. Eine allergische Reaktion zeigt sich durch Hautreizungen wie Schwellung, Rötung und Juckreiz.
  • Eine weitere Möglichkeit ist eine Blutuntersuchung auf Antikörper.
  • Beim Pricktest werden mögliche Allergene auf den Unterarm des Patienten aufgebracht. Eine allergische Reaktion zeigt sich wie beim Intrakutantest in Form von Hautveränderungen.
  • Bei einem Provokationstest wird der vermutete Allergieauslöser auf die Nasenschleimhaut aufgebracht wird um zu prüfen, ob der Körper mit Niesreiz oder anderen Symptomen reagiert.

Wenn Symptome im Magen-Darm-Trakt auftreten, sollten Betroffene über mehrere Wochen ein Ernährungs- und Symptomtagebuch führen. Daraus können Patient und Arzt auf den Auslöser für die Beschwerden schließen.

 

Therapie – so wird eine Schimmelpilzallergie behandelt

Wie bei allen Allergien, ist auch bei der Behandlung der Schimmelpilzallergie die Allergenvermeidung (Karenz) die erste Maßnahme. Da Schimmelpilze sowohl in Räumen als auch draußen vorkommen, ist das für Betroffene nicht einfach. Medikamente wie Antiallergika und Antihistaminika helfen dabei, die Symptome zu lindern. 
Eine Behandlungsmethode, die die Allergie langfristig heilt, ist die Hyposensibilisierung. Dabei verabreicht der Arzt dem Patienten das Allergen regelmäßig in sich steigernden Dosen. Entweder er spritzt dem Patienten das Allergen (Subkutane Behandlung) oder der Allergiker tropft es sich täglich unter die Zunge (Sublinguale Behandlungsmethode). So gewöhnt sich das Immunsystem langsam an die Substanz und reagiert weniger stark oder gar nicht mehr darauf. Eine solche Behandlung dauert meist mehrere Monate im Jahr und muss über drei bis fünf Jahre hinweg durchgeführt werden, damit sich langfristig ein Erfolg einstellt.

 

Tipps bei Schimmelpilzallergie

Wer die Symptome einer Schimmelpilzallergie möglichst geringhalten will, kann die Allergene mit diesen Tipps meiden:

  • Auf Schimmelflecken an den Wänden achten - insbesondere hinter Möbeln, denn dort ist die Liftzirkulation schlecht und das begünstigt die Schimmelentstehung. Entdecken Sie feuchte, dunkle Flecken an der Wand, sollten diese professionell beseitigt werden.
  • Klimaanlage im Auto jährlich warten und reinigen lassen
  • Küchenabfälle direkt entsorgen
  • Kühlschrank reinigen: wischen Sie den Kühlschrank alle vier Wochen mit warmem Essigwasser aus
  • Luftbefeuchter sollten sie nicht benutzen
  • Täglich lüften, um der Schimmelbildung in Innenräumen vorzubeugen. Wenn möglich erzeugen Sie morgens und abends zehn Minuten lang Durchzug.
  • Wäsche an der frischen Luft trocknen, statt in der Wohnung – so bleibt die Luftfeuchtigkeit auf dem richtigen Level
  • Zimmerpflanzen entsorgen – die feuchte Blumenerde begünstigt Schimmelbildung
 

Die richtige Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen bei einer Temperatur von 17 bis 23 Grad. Gemessen wird der Feuchtigkeitsgehalt in der Luft mit einem Hygrometer. Diese erhalten Sie zum Beispiel online (ab zehn Euro aufwärts). Die Luftfeuchtigkeit wird gemindert, indem sie Lüften (insbesondere beim Kochen, Waschen und Duschen). Ein weiterer Tipp: Stellen Sie eine Schale mit Reis oder Salz auf, um Feuchtigkeit aus der Raumluft zu binden.
Sie können die Luftfeuchtigkeit erhöhen, indem Sie eine Schale mit Wasser auf die laufende Heizung stellen, Wäsche zum Trocknen aufhängen oder nach dem Duschen nicht lüften.

 
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