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Schilddrüsenunterfunktion: Ernährung

Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion: Lebensmittel mit viel Zink, Selen und Vitaminen beeinflussen die Hypothyreose positiv
Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion: Lebensmittel mit viel Zink, Selen und Vitaminen beeinflussen die Hypothyreose positiv © Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

Ein großer Teil bei der Therapie der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kommt der Ernährung zu. Welche Nahrungsmittel einen positiven Effekt auf die Schilddrüse haben und welche Vitamine und Spurenelemente dabei eine besondere Rolle spielen, lesen Sie hier.

 

Schilddrüsenunterfunktion-Ernährung: Jod ist besonders wichtig

Bei Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion kommt es darauf an, dass sie ausreichend mit Jod versorgt sind. Für die Schilddrüse ist das Spurenelement Jod eine Art „Kraftstoff“, um in Kombination mit Eiweiß die lebenswichtigen Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) zu produzieren. Beide sind maßgeblich daran beteiligt, dass unser Körper einwandfrei funktioniert: Die Schilddrüsen-Hormone regulieren den Zucker-, Fett- und Bindegewebe-Stoffwechsel. Außerdem steuern sie unser Herz-Kreislauf-System, beeinflussen die Verdauung – und sogar unsere Stimmung. Schilddrüsenunterfunktion-Patienten sollten mit der Aufnahme von Lebensmitteln eine ausreichende Jodzufuhr sicherstellen. Manchmal rät der behandelnde Arzt auch dazu, auf Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen.Wenn nur eine leichte Unterfunktion der Schilddrüse besteht, wird meistens zunächst mit einem Jodid-Präparat behandelt.

 

Wichtige Jodlieferanten

Die Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für eine angemessene Jodaufnahme sind altersabhängig und steigen von 40 bis 80 µg/Tag bei Säuglingen auf 200 µg/Tag bei Jugendlichen und Erwachsenen an. Häufig ist in dem Salz, mit dem gekocht wird, Jod enthalten. Spitzenlieferanten sind Seefisch, z.B. Seelachs (rund 170 μg Jod auf 100 g Fisch) und Scholle, aber auch Schellfisch, Kabeljau sowie Meeresfrüchte. Auch Getreide wie zum Beispiel Roggen sowie Milchprodukte (50 μg auf 0,3 l Milch) sind ideale Jodlieferanten. Gute Quellen sind außerdem eine Portion Feldsalat (62 μg), Karotten (23 μg) oder Brokkoli (22 μg).

Sojaprodukte
Ein übermäßiger Verzehr von Sojaprodukten kann die Aktivität der Schilddrüsenhormone zusätzlich einschränken© Fotolia
 

Vitamine, Zink und Selen wichtig für die Schilddrüsenunterfunktion-Ernährung

Fast genauso wichtig für die Funktion der Schilddrüse wie Jod ist die Zufuhr von Zink und Selen. Bei einem Mangel kann das Organ nicht genug Hormone produzieren. Selen steckt vor allem in Sesam, Gerste, Sonnenblumenkernen, Fleisch und Fisch. Die DGE empfiehlt eine tägliche Aufnahme von 60-70 µg. Ergänzungspräparate decken den Tagesbedarf von 30 bis 70 µg. Hülsenfrüchte, Milch- und Vollkornprodukte gelten hingegen als zinkhaltige Nahrungsmittel.

Besonders die Vitamine B12, A, E und D können die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion – wie z.B. Lichtempfindlichkeit und Müdigkeit – positiv beeinflussen. Fleisch, Geflügel, Eier und Fisch liefern viel Vitamin B12. Das gilt auch für Milch und Milchprodukte. Besonders viel Vitamin A steckt in Karotten und grünem Gemüse. Avocados, schwarze Johannisbeeren und Paprika sind wertvolle Vitamin-E-Lieferanten. Vitamin D ist hingegen in Nahrungsmitteln wie Eiern, Hering, Avocados oder Rinderleber enthalten.

Vorsicht bei Sojaprodukten: Ein übermäßiger Verzehr kann die Aktivität der Schilddrüsenhormone zusätzlich einschränken.

Meerrettich
Es gibt Lebensmittel, die die Entstehung eines Kropfs fördern können. Dazu gehört auch Meerrettich© Fotolia
 

Schilddrüsenunterfunktion-Ernährung: Diese Lebensmittel können einen Kropf hervorrufen

Erhält der Körper zu wenig Jod, kann sich ein sogenannter Kropf bilden – eine sichtbare Vergrößerung der Schilddrüse. Im vorderen Halsbereich zeichnet sich dann eine kleine Beule ab. Es gibt Lebensmittel, die die Entstehung eines Kropfs fördern können. Diese

sogenannten goitrogenen Speisen (das heißt, sie rufen eine Vergrößerung der Schilddrüse hervor) beeinträchtigen den Stoffwechsel und die Schilddrüsen-Hormonbildung. Kohl, Radieschen, Senf, Meerrettich und Bittermandeln sollten daher nicht in großen Mengen verzehrt werden.

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