Schilddrüsenhormone und ihre Funktion

Schilddrüsenuntersuchung beim Mann
Bei einer Untersuchung per Ultraschall kann festgestellt werden, ob die Produktion der Schilddrüsenhormone von der Norm abweicht © Fotolia

Klein und unscheinbar sitzt die Schilddrüse im Hals, unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre. Dabei nimmt sie für unseren Köper eine sehr wichtige Funktion ein: Sie beeinflusst Stoffwechsel, Kreislauf, Wachstum und Psyche. Bereits eine kleine Verschiebung der Schilddrüsenhormone in diesem empfindlichen System kann entscheidende Auswirkungen auf unseren Körper haben.

Die Schilddrüse produziert insgesamt drei unterschiedliche Schilddrüsenhormone: Trijodthyronin, (T3), Thyroxin (T4) und Calcitonin. Das Calcitonin ist dabei für den Calciumstoffwechsel zuständig. Es hemmt die Freisetzung von Calcium und Phosphat aus den Knochen und fördert gleichzeitig deren Einbau in die Knochen.

Nach der Nahrungsaufnahme sorgt das Hormon für die Aufnahme des Kalziums in die Knochendepots und senkt auf diese Weise den Blutkalziumspiegel, sodass das Kalzium nicht ungenutzt über die Niere ausgeschieden wird. Die Schilddrüsenhormone T4 und T3 hingegen regulieren gemeinsam den Energiestoffwechsel, wie zum Beispiel den Wärmehaushalt, die Freisetzung von Fett aus den Energiespeichern, die Kohlenhydrataufnahme, den Sauerstoffverbrauch sowie Reifungsprozesse in Gehirn und Skelett.

 

Wenn Schilddrüsenhormone aus dem Gleichgewicht geraten

Gesteuert wird dieser gesamte Prozess nicht von der Schilddrüse selbst, sondern vom Gehirn, das das Organ mit Spurenelementen wie Jod versorgt. Das geschieht mit Hilfe der vom Gehirn abgesonderten Hormone Thyreotropin (TSH) und Thyreoliberin (TRH). All diese Schilddrüsenhormone stehen in einem empfindlichen Mengenverhältnis zueinander. Schon die kleinste Verschiebung dieses Verhältnisses kann negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden und den Stoffwechsel haben.

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) äußert sich in der Schilddrüse dahingehend, dass die Konzentration von T3 und T4 im Blut fallen, während das vom Gehirn gesteuerte TSH ansteigt. In diesem Fall werden vom Organ weniger Schilddrüsenhormone produziert als der Körper tatsächlich benötigt. Als Reaktion wird die Leistungsfähigkeit erheblich heruntergefahren, die Funktion der Organe wird verlangsamt, was Symptome wie Müdigkeit, depressive Verstimmungen, eine Gewichtszunahme sowie ein Kältegefühl zur Folge hat.

 

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion werden zu viele Schilddrüsenhormone gebildet

Genau der umgekehrte Fall entsteht hingegen bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Da steigen die Schilddrüsenhormone T3 und T4 an, während TSH abfällt. Es werden also unkontrolliert zu viele Schilddrüsenhormone produziert.

Das hat Auswirkungen auf einzelne Organsysteme, wie zum Beispiel das Herz-Kreislauf-System. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse wird dieses System beschleunigt, weil die Hormone den Körper für die Wirkung von Stresshormonen empfindlich machen. Zu den möglichen Auswirkungen gehören Bluthochdruck und Herzrasen, aber auch Haarausfall und eine verstärkte Wärmeintoleranz, da die Stoffwechselvorgänge im Körper völlig durcheinander geraten.

Ein möglicher Grund für eine solche Überfunktion ist Jodmangel: Die Schilddrüse reagiert auf diesen Notstand im Körper, indem sie verstärkt neue Drüsenzellen bildet. So versucht es mehr Hormone zu produzieren und den Jodmangel auszugleichen, was zur Bildung eines Kropfes führen kann.

 

Schilddrüsenfehlfunktion lassen sich mit Schilddrüsenhormonen behandeln

Sowohl bei einer Schilddrüsenüber- als auch bei einer -unterfunktion ist das empfindliche Gleichgewicht der Hormone in der Schilddrüse gestört. Beide Fälle müssen, sobald man sie erkennt, durch Medikamente oder die Einnahme von Schilddrüsenhormonen behandelt werden.

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