Schilddrüsenerkrankung - die Symptome erkennen!

Herzstolpern, geschwollene Beine, hoher Blutdruck - oft ist der Verursacher die Schilddrüse. Lesen Sie hier, an welchen Symptomen Sie eine Schilddrüsenerkrankung erkennen.

Sie ist für die Ausschüttung der Hormone zuständig, die unter anderem Kreislauf, Herz- und Darmfunktion sowie den Stoffwechsel steuern.
 Eine Störung kann daher eine ganze Reihe von Beschwerden auslösen – wie starkes Schwitzen, Herzrasen, Konzentrationsschwäche und geschwollene Beine. Auch die Körpertemperatur wird durch Schilddrüsenhormone geregelt. Deshalb leiden Betroffene nicht selten unter starken Hitzewallungen. Patienten haben meistens einen jahrelangen Leidensweg hinter sich, bevor eine Schilddrüsenerkrankung erkannt wird. Es handelt sich dann um eine einzige Ursache, die derart unterschiedliche Beschwerden im Körper auslösen kann.



 

Schilddrüsenerkrankung: Symptome einer Überfunktion und Unterfunktion erkennen

Haben Sie mit folgenden Symptomen zu kämpfen, lassen Sie am besten beim Arzt eine Blutuntersuchung machen. Mit einem einfachen Test kann dieser herausfinden, ob sie an einer Schilddrüsenerkrankung leiden. Es kann sich dabei um eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Schilddrüsenüberfunktion handelt.

Abtasten der Schilddrüse
Diagnose einer Schilddrüsenerkrankung: Eine Vergrößerung der Schilddrüse kann der Arzt leicht mit einer Tastuntersuchung feststellen© iStock
 

Müde und erschöpft

Unterfunktion – Typische Anzeichen hierfür sind ständige Müdigkeit, Erschöpfungszustände und permanente Antriebslosigkeit.

Überfunktion – Ein rascher Stoffwechsel sorgt für Schlafstörungen und Gefühlsschwankungen. Betroffene sind dadurch leicht reizbar.

 

Schwaches Gedächtnis

Unterfunktion – Sind zu wenige Hormone im Körper, leiden viele Menschen unter Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche.

Überfunktion – Ist die Schilddrüsenfunktion stark erhöht, kann das unbehandelt sogar zu Störungen der Wahrnehmung führen.



 

Frieren trotz warmer Stube

Unterfunktion – Ständig kalte Hände und Füße trotz warmem Zimmer? Schnelles Frieren ist oft Anzeichen einer Fehlfunktion.

Überfunktion – Betroffene schwitzen stärker und reagieren auf Wärme sehr sensibel. Häufig leiden sie auch unter Hitzewallungen.

 

Zittrige Beine

Unterfunktion – Alles im Körper verläuft langsamer. Das wirkt sich auch auf die Muskeln aus, die immer mehr schmerzen. Betroffene sind oft wacklig auf den Beinen.

Überfunktion – Der Körper ist dauerhaft angespannt. Zittern, geschwollene Beine und das Gefühl von Muskelkater sind die häufigsten Begleiterscheinungen.

 

Empfindliche Haut

Unterfunktion – Ein Hormonmangel führt dazu, dass die Haut extrem sensibel reagiert. Sie erscheint dann schuppig und blass.

Überfunktion – Die Haut ist zwar rosig und samtweich, doch durch den schnellen Stoffwechsel kommt es manchmal zu Haarausfall.



 

Plötzlich mehr Kilos


Unterfunktion – Der Körper benötigt deutlich länger für den Stoffwechsel und die Verdauung. Betroffene nehmen deshalb plötzlich zu.



Überfunktion – Durch die schnelle Verdauung entsteht schon nach kurzer Zeit wieder Hunger. Der Körper greift dann auf Fettreserven zu und wir nehmen stark ab.

 

Das Herz stolpert



Unterfunktion – Wenn die Schilddrüse zu wenig Hormone bereitstellt, wird auch der Herzschlag langsamer. Auf Dauer kann das zu einer Herzmuskelschwäche führen.



Überfunktion – Bei einer Überfunktion ist der Puls häufig deutlich höher, als er sein sollte. Das Herz pumpt dann schneller und der Herzschlag fühlt sich zeitweise sehr unregelmäßig an.



 

Experten-Tipps von Prof. Dr. Jochen Kußmann

 

Woher weiß ich, dass bei einer Schilddrüsenerkrankung eine OP sinnvoll ist?



Professor Dr. Jochen Kussmann Hamburg Interview Schilddruesen-Fehlfunktion
Experte für Schilddrüsenerkrankungen: Prof. Dr. Jochen Kußmann, Chefarzt, Endokrinen Zentrum Schön Klinik, Hamburg© privat

Es gibt drei wichtige Faktoren, die verraten, ab wann ein operativer Eingriff bei einer Schilddrüsenerkrankung notwendig ist.



1. Die Größe der Schilddrüse spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, sie zu operieren. Wenn das Organ so groß ist, dass ein Druck auf Speise- und Luftröhre entsteht, ist ein operativer Eingriff notwendig.



2. Fast 30 Prozent aller Deutschen haben einen oder mehrere Knoten auf der Schilddrüse – die meisten sind jedoch völlig harmlos. Besteht allerdings der Verdacht auf bösartige Knoten, wird ein Teil der Schilddrüse entfernt, um das Risiko zu verringern, dass die gesamte Schilddrüse befallen wird. Bei der Diagnose Krebs muss das ganze Organ entfernt werden.



3. Eine deutliche Überfunktion der Schilddrüse, die sich nicht durch Medikamente in den Griff bekommen lässt, sollte ebenfalls operativ behandelt werden.


 

Wer entscheidet, ob operiert wird?

Die Entscheidung wird nicht von einem Arzt alleine getroffen. Jeder einzelne Behandlungsfall wird zunächst mit einem Team von Spezialisten besprochen. So bekommt jeder Patienten die bestmögliche Behandlung.



 

Schilddrüsenerkrankungen vorbeugen

Jod wird von der Schilddrüse zur Herstellung der Hormone benötigt. Über eine jodhaltige Ernährung können wir die Schilddrüse bei der Produktion prima unterstützten, um Schilddrüsenerkrankungen vorzubeugen. Seefisch, Brot und Milch enthalten besonders viel Jod. Tipp: Nutzen Sie zum Verfeinern von Speisen Jod-Salz.

 Untersuchung: 
Mithilfe eines Bluttests kann der Arzt ermitteln, ob die Schilddrüse zu viele oder zu wenige Hormone herstellt. Eine zusätzliche Untersuchung mit dem Ultraschall ist sehr sinnvoll, um mögliche Veränderungen des Organs sichtbar zu machen. Diese individuellen Gesundheitsleistungen kosten zwischen 40 und 80 Euro.

 Therapie:

 Bei einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse werden Tabletten verschrieben, die den Hormon-Spiegel ausgleichen. Der Körper wird so wieder in den Normalzustand gebracht. Haben sich bösartige Knoten gebildet, kann man diese mithilfe von radioaktivem Jod behandeln. Der Eingriff ist ungefährlich und gleichzeitig sehr wirksam, denn es werden nur kranke Schilddrüsenzellen zerstört.

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