Schilddrüse – kleines Wunderwerk im Körper

Die Schilddrüse hat die Form eines Schmetterlings und versorgt den Körper mit wichtigen Hormonen
Die Schilddrüse hat die Form eines Schmetterlings und versorgt den Körper mit wichtigen Hormonen. Ist ihre Funktion gestört, zum Beispiel durch einen Morbus Basedow, werden mehr Hormone als nötig produziert, was den Stoffwechsel beschleunigt und zu Sympto © Fotolia

Das Organ in der Form eines Schmetterlings produziert Hormone, die den Stoffwechsel aktivieren, das Herz-Kreislauf-System steuern und unsere Psyche beeinflussen. Doch bei jedem dritten Deutschen kommt es zu einer Fehlfunktion der Schilddrüse. Das kann schwere Folgen für unsere Gesundheit haben. Praxisvita erklärt die wichtigsten Fakten zu Schilddrüsen-Erkrankungen und verrät die besten Behandlungsmethoden.

 

Überfunktion: Wenn der Körper auf Hochtouren fährt

Sind Sie oft nervös, schlafen schlecht und nehmen unkontrolliert ab, können das Anzeichen für eine Überfunktion der Schilddrüse sein. Sie schüttet zu viele Hormone aus, die den Stoffwechsel beschleunigen. Als Folge schlägt das Herz schneller und der Blutdruck steigt. Manchmal können auch Herz-Rhythmus-Störungen auftreten. Gleichzeitig werden die Muskeln stärker beansprucht und der Körper heizt sich schneller auf: Wir schwitzen trotz Kälte.

In 95 Prozent der Fälle entstehen Überfunktionen durch die sogenannte "Basedow'sche Krankheit". Unser Abwehrsystem greift dabei das Gewebe der Schilddrüse an. Dadurch beginnt sie, mehr Hormone als üblich herzustellen. Sie arbeitet also fleißiger, als sie sollte.

 

Unterfunktion: Wenn der Körper innerlich schläft

Für die Produktion ihrer Hormone benötigt die Schilddrüse das Spurenelement Jod. Nehmen wir über die Nahrung zu wenig davon auf, kann das eine Unterfunktion der Schilddrüse auslösen: Sie schüttet zu wenig Hormone aus – und ist oftmals sichtbar vergrößert.

Während sich der Stoffwechsel verlangsamt, fühlen wir uns erschöpft. Neben Dauer-Müdigkeit reagieren Betroffene empfindlich auf Kälte und frieren schnell. Da die Hormone auch unseren Fett-Stoffwechsel beeinflussen, nehmen wir zu – trotz gesunder Ernährung.

 

So wird die Diagnose gestellt

Ob das Organ richtig arbeitet, können Mediziner leicht herausfinden. Ärzte empfehlen eine jährliche Untersuchung ab dem 50. Lebensjahr. Ein Blut-Test stellt fest, ob die Hormone im richtigen Maß im Körper vorliegen. Per Ultraschall prüft der Arzt die Gewebe-Struktur der Schilddrüse und tastet sie auf Knoten ab. Bei einer Szintigrafie kann mithilfe radioaktiv markierter Substanzen die Funktionsfähigkeit des Organs überprüft werden.

 

So wird bei Erkrankungen richtig behandelt

Fehl-Funktionen sind gut therapierbar. Bei einer Unterfunktion helfen Tabletten, die Jod oder aber die fehlenden Hormone enthalten (Apotheke). Bei einer Überfunktion dagegen kommen verschreibungspflichtige "Thyreostatika" zum Einsatz. Diese Medikamente hemmen die Produktion der Drüsen-Hormone.

 

Wann ist eine Operation unbedingt notwendig?

Auch wenn der Arzt Knoten diagnostiziert, müssen sie nicht unbedingt Beschwerden verursachen. Ob eine OP nötig ist, hängt z. B. davon ab, ob der Knoten auf die Luftröhre drückt und so gefährlich ist. Alternativ kann ein hochfrequenter Ultraschall helfen, das Gewebe des Knotens gezielt zu zerstören. Auch eine neuartige Behandlung durch "Mikrowellen-Ablation" bietet gute Heilungschancen. Sonden werden unter die Haut geleitet, die Mikrowellen auf das kranke Gewebe lenken. Dieses baut sich durch Hitze ab.

 

So schützen Sie das Organ

Beugen Sie Krankheiten durch eine ausreichende Jod-Zufuhr vor. Ärzte empfehlen etwa 200 Mikrogramm täglich, zum Beispiel in Form von Fisch, Milchprodukten und Brot. Würzen Sie Mahlzeiten immer mit jodiertem Salz.

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