Scheidentrockenheit: Was passiert mit meinem Körper?

Redaktion PraxisVITA

Scheidentrockenheit ist eines der Themen, über die frau nicht gern spricht. Viele Betroffene ignorieren die Beschwerden aus Scham. Dabei ist Scheidentrockenheit ein verbreitetes Problem und sollte kein Tabuthema darstellen. 

Frau denkt über Scheidentrockenheit nach
Scheidentrockenheit tritt am häufigsten während oder nach der Menopause auf Foto:  iStock/Wavebreakmedia
Inhalt
  1. Was ist Scheidentrockenheit?
  2. Welche Beschwerden treten bei Scheidentrockenheit auf?
  3. Wodurch wird vaginale Trockenheit ausgelöst?
  4. Welche Folgen kann Scheidentrockenheit haben?
  5. Was kann man gegen Scheidentrockenheit tun?
  6. Wann sollte wegen einer trockenen Scheide der Arzt aufgesucht werden?
 

Was ist Scheidentrockenheit?

Produziert die Scheide der Frau nicht mehr genügend Feuchtigkeit, wird dies als Scheidentrockenheit oder auch als vaginale Trockenheit bezeichnet. Eine Scheidentrockenheit macht sich häufig erst durch Schmerzen beim Sex, Juckreiz und häufige Harnwegsinfekte bemerkbar.

 

Welche Beschwerden treten bei Scheidentrockenheit auf?

Anfangs macht sich neben dem Trockenheitsgefühl häufig ein Brennen und Jucken bemerkbar. Viele Frauen denken deshalb zunächst an eine Pilzinfektion. Diese geht aber mit Ausfluss einher, der in diesem Fall jedoch nicht auftritt.

Auch beim Sex wird die Vagina, trotz sexueller Erregung, nicht mehr richtig feucht. Das verursacht Schwierigkeiten und Schmerzen, teilweise sogar mit leichten Blutungen verbunden, beim Liebesakt, der dadurch für viele unmöglich wird. Laut Statistik leidet fast jede zweite Frau über 45 Jahren unter Scheidentrockenheit.

 

Wodurch wird vaginale Trockenheit ausgelöst?

Oft sind die Gründe für eine vaginale Trockenheit harmlos: So kann eine falsche Intimpflege dahinterstecken. Natürlich sollte sie täglich dazugehören, aber viele Frauen übertreiben es mit der Hygiene. So gerät das Scheidenmilieu etwa durch alkalische Seifen oder Parfums leicht aus der Balance. Dabei verlangt die Vagina gar nicht nach einem großen Aufwand. Es reicht, wenn sie mindestens einmal täglich mit lauwarmem Wasser gereinigt wird.

Neben falscher Intimhygiene können aber auch die Hormone schuld sein. Die häufigste Ursache für eine trockene Scheide ist meist ein Östrogenmangel. Durch einen sinkenden Östrogenspiegel wird die Vaginalschleimhaut dünner, schlechter durchblutet und produziert weniger Feuchtigkeit. Scheidentrockenheit tritt daher meist in und nach den Wechseljahren auf.

Aber auch jüngere Frauen, bei denen die Wechseljahre noch in weiter Ferne liegen, sind davon betroffen. Entbindungen, Stillzeit sowie die Einnahme von bestimmten Medikamenten können weitere mögliche Ursachen darstellen. So haben etwa Antibiotika manchmal Scheidentrockenheit als Nebenwirkung. Genauso können zum Beispiel auch Psychopharmaka, Schlafmittel, Antihistaminika oder die Antibabypille vaginale Trockenheit als Nebenwirkung nach sich ziehen.

Aber auch Alkohol, Nikotin und Kaffee sind für Scheidentrockenheit verantwortlich, da sie die Durchblutung in der Vaginalschleimhaut stören.

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Welche Folgen kann Scheidentrockenheit haben?

Wird zu wenig Feuchtigkeit in der Scheide produziert, können die vaginalen Schleimhäute einreißen und Schmerzen verursachen. Auch Pilze, Viren, Keime und Bakterien haben durch die feinen Risse quasi freie Bahn und können ungehindert Infektionen auslösen. Neben dem Risiko für Scheideninfektionen, steigt auch das Risiko an Blasenentzündungen oder Harnwegsinfekten zu erkranken.

 

Was kann man gegen Scheidentrockenheit tun?

Da eine trockene Vaginalschleimhaut nicht nur unangenehm ist, sondern sie auch anfälliger für Keime und damit für Infektionen ist, gilt es die Ursache zu finden. Ist sie erst einmal gefunden, lässt sie sich meist gut mit speziellen Cremes, Zäpfchen oder Gelen behandeln.

Wird Scheidentrockenheit beispielsweise von Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Diabetes oder Endometriose ausgelöst, muss hier zunächst die Grunderkrankung behandelt werden.

Sind Medikamente der Auslöser, sollte zunächst ein Präparats-Wechsel in Betracht gezogen werden. Ist dies nicht möglich, können befeuchtende Cremes helfen.

Hilfreich kann auch ein Sitzbad sein, um das saure Milieu der Scheide wiederaufzubauen. Geben Sie dafür 2 EL Essig in eine Wanne mit lauwarmem Wasser. Wiederholen Sie das Bad nach Bedarf.

Ist die trockene Scheidenschleimhaut während oder auch erst nach den Wechseljahren aufgetreten, ist meist die hormonelle Umstellung schuld. Wer dann unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr leidet, für den ist die Anwendung spezieller Feuchtigkeitscremes aus der Apotheke hilfreich. Helfen diese nicht, können hormonhaltige Salben verschrieben werden. Da sie lokal angewendet werden, sind sie nahezu nebenwirkungsfrei.

 

Wann sollte wegen einer trockenen Scheide der Arzt aufgesucht werden?

Hier gibt es eigentlich nur eine Regel: Ihr Wohlbefinden steht immer im Vordergrund. Wenn die Symptome nicht nach kurzer Zeit wieder verschwinden und Sie unter ihnen leiden, dann gehen Sie zum Arzt und lassen Sie die Ursache abklären.

Quellen:

Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch (2002), Walter de Gruyter Verlag, Berlin
Dr. med. Arne Schäffler (Hg.) (2008), Gesundheit heute. Krankheit - Diagnose - Therapie. Knaur Ratgeber Verlag

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