Schadet häufiges Impfen dem Immunsystem?

Verena Elson
Häufiges Impfen macht Kinder nicht anfälliger für spätere Infektionen, zeigt eine US-Studie
Häufiges Impfen macht Kinder nicht anfälliger für spätere Infektionen, zeigt eine US-Studie © vgajic/iStock

Viele Eltern stehen dem prall gefüllten Impfkalender im Säuglings- und Kleinkindalter skeptisch gegenüber. Eine aktuelle Studie kann helfen, ihre Sorgen zu mindern: US-Forscher konnten zeigen, dass auch häufiges Impfen in den ersten beiden Lebensjahren dem Immunsystem der Kleinen nicht schadet.

Die Anzahl der Impftermine im ersten Lebensjahr ist beachtlich – und dazu werden bei einigen Impfungen gleich mehrere Impfstoffe verabreicht. Eltern fragen sich darum häufig: Überfordert diese Menge an Impfungen nicht das noch junge Immunsystem – oder lenkt es von anderen Erregern ab, die dann leichtes Spiel haben, gefährliche Krankheiten zu verursachen?

 

Zusammenhang zwischen Impfungen und Infektionskrankheiten untersucht

„Manche Eltern sind besorgt, dass vielfache Impfungen in der frühen Kindheit dem Immunsystem ihres Kindes schaden und es anfälliger für spätere Infektionen machen können“, so Jason Glanz von dem US-Krankenversicherer Kaiser Permanente. Gemeinsam mit Kollegen wertete er in einer aktuellen Studie Daten von Vaccine Safety Datalink aus – das Projekt wurde 1990 von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde ins Leben gerufen, um die Sicherheit von Impfstoffen zu überprüfen.

Ein Kleinkind wird geimpft
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Wahrheiten über das Impfen

Dabei nahmen die Forscher eine Stichprobe von 193 Kindern, die im Alter von 24-47 Monaten mit einer Infektionskrankheit, die nicht durch eine Impfung abgedeckt war, bei einem Notarzt oder in einem Krankenhaus behandelt wurden. Diese 193 Kinder stellten sie 751 Kindern gegenüber, die nicht wegen einer Infektionskrankheit behandelt werden mussten.

Zusätzlich interessierten sie sich dafür, wie viele Impfungen jedes einzelne Kind erhalten hatte. Der Vergleich ergab: Die Häufigkeit der Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren wirkte sich nicht auf die Anzahl der späteren Infektionskrankheiten aus.

Quelle:

Glanz, J. M. et al. (2018): Association between estimated cumulative vaccine antigen exposure through the first 23 months of life and non–vaccine-targeted infections from 24 through 47 months of age, in: Jama.
DOI: 10.1001/jama.2018.0708

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