Sarkoidose: Ursachen, Symptome und Behandlung

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Die Sarkoidose gehört zu den unbekannten Erkrankungen und wird daher oft nur durch Zufall entdeckt. Dabei sind Frauen stärker betroffen als Männer. Auf diese Symptome sollte man achten! 

Illustration einer Lunge
Sarkoidose ist nicht ansteckend und wird oft nur zufällig bei einer ärztlichen Untersuchung entdeckt Foto:  istock_yodiyim
 

Was ist Sarkoidose?

Die Sarkoidose ist eine seltene Gewebeerkrankung, bei der sich Knötchen im Körper bilden. Die Krankheit ist systemisch und kann praktisch im gesamten Körper auftreten. Am häufigsten ist jedoch die Sarkoidose der Lunge. Ebenfalls häufig sind Haut, Leber und Milz befallen. Sarkoidose ist nicht ansteckend und wird oft nur zufällig bei einer ärztlichen Untersuchung entdeckt. Dies gilt vor allem für die chronische Form der Lungensarkoidose. Es gibt jedoch auch akute Formen, die mit deutlichen Krankheitsgefühlen einhergehen.

In Deutschland sind etwa 46 von 100.000 Einwohnern betroffen. Am häufigsten entwickeln Personen zwischen 20 und 40 Jahren eine Lungensarkoidose, Frauen häufiger als Männer. 

Der Arzt kann mit Hilfe eines Röntgenbildes und einer Blutabnahme schnell eine Lungenkrankheit erkennen
Naturmedizin Lungenkrankheiten: So schützen Sie Ihre Lunge

 

Welche Ursachen und Symptome hat die Sarkoidose?

Die Ursachen der Sarkoidose sind weitgehend unbekannt. Man weiß heute jedoch, dass eine erbliche Veranlagung bestehen kann. Neben genetischen Einflüssen werden auch Umweltfaktoren als Ursache vermutet. Die Symptome der Sarkoidose unterscheiden sich je nach betroffenem Organ. Bei der Lungensarkoidose unterscheidet man zwischen akuter und chronischer Form.

Die chronische Sarkoidose der Lunge äußert sich unter anderem durch: 

Die akute Form der Lungenkrankheit Sarkoidose weist deutlichere Symptome auf:

  • Fieber
  • Husten
  • Abgeschlagenheit
  • Gelenkschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten zwischen den Lungenflügeln (nur auf dem Röntgenbild zu sehen)

Husten oder Atemnot können Alarmsignale für ernsthafte Lungenerkranungen sein – wie z.B. eine Lungenentzündung
Service SOS von der Lunge – Die häufigsten Lungenerkrankungen

 

Wie sieht die Therapie der Lungensarkoidose aus?

Es ist nicht immer einfach, die Krankheit zu erkennen. Für die Diagnostik der Sarkoidose gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die chronische Variante wird oft zufällig bei einer Röntgenuntersuchung entdeckt. Weiterhin stehen für die Diagnostik eine Lungenfunktionsanalyse sowie die Untersuchung von Gewebeproben zur Verfügung. Bei einigen Form der Sarkoidose sind Entzündungsparameter im Blut erkennbar.

Bleibt der Befund anfangs unklar, muss die Diagnose mittels Computertomografie (CT) gesichert werden, um andere Lungenerkrankungen wie Tumoren oder Tuberkulose auszuschließen. Die akute Form der Sarkoidose bedarf in den meisten Fällen keiner Therapie und heilt in der Regel von selbst aus. Bei schweren Verläufen werden fiebersenkende Entzündungshemmer verschrieben.

Auch die chronische Form muss nur bei schweren Verläufen medikamentös behandelt werden. Dabei werden Kortison sowie Immunsuppressiva, also Mittel, die das Immunsystem unterdrücken, eingesetzt. Leichte chronische Verläufe der Sarkoidose sollten regelmäßig kontrolliert werden, auch sie können sich mit den Jahren deutlich von selbst verbessern. 

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Quellen:

Kroegel, Claus und Ulrich Costabel (Hrsg.) (2013): Klinische Pneumologie: Das Referenzwerk für Klinik und Praxis

Köhler, Dieter et al. (2014): Pneumologie: Ein Leitfaden für rationales Handeln in Klinik und Praxis

Hausen, Thomas (2018): Pneumologie für die Praxis: Akute und chronische Atemwegserkrankungen mit Besonderheiten im fortschreitenden Alter

Sarkoidose: Verbreitung, in: Lungeninformationsdienst

Was ist Sarkoidose, in: Lungenärzte

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