Sanfte Hilfe für den Rücken

Viele haben Menschen haben Rückenschmerzen
Viele Leute haben Problemen mit Ihrem Rücken. Trotz aller Medizinischen Fortschritte bleibt der Rückenschmerz ein rätselhaftes Symptom © shutterstock

Bandscheibe, Wirbel, Nerven: Noch nie wurden so viele Patienten operiert. Dabei gibt es zahlreiche schonende Alternativen bei Rückenschmerzen.

Es ist eine erschreckende Wahrheit. Doch tatsächlich gelten etwa die Hälfte aller Eingriffe an der Wirbelsäule als überflüssig. Denn: Rückenschmerzen bleiben trotz aller Fortschritte der Medizin ein rätselhaftes Symptom, für das sich in 80 bis 90 Prozent der Fälle keine körperlichen Ursachen finden lassen. Trotzdem werden jährlich fast 160.000 Menschen allein an den Bandscheiben operiert. Dabei sind beginnende leichte Schmerzen meist nur ein Warnzeichen für eine verspannte Muskulatur.

 

Seelische Auslöser bei Rückenschmerzen

Unterschätzt wurde bisher der Einfluss von Kummer, Angst und Leistungsdruck. Aber: Seelischer Stress kann chronische Verspannungen und damit heftige Rücken-Schmerzen auslösen. Unsere Wirbelsäule ist eine Art Alarmanlage der Psyche, die sich meldet, wenn Körper, Geist und Seele die notwendige Balance fehlt.

 

Aktivität statt Ruhe

Bei vielen Krankheiten mag es zutreffen, dass Ruhe gegen Schmerzen hilft. Nicht so bei Beschwerden im Rücken. Bewegung ist der Schlüssel. Durch mehr körperliche Aktivität ließen sich 90 Prozent aller Rückenprobleme verhindern. Denn zum einen baut der Körper dabei Stresshormone ab – und das beugt Verspannungen vor. Zum anderen wird die Durchblutung gefördert. Tabu sind einzig Sportarten, die ruckartige Bewegungen erfordern, Tennis und Joggen können die Probleme noch verschlimmern. Ansonsten gilt: Vorsichtig bewegen, auch wenn es wehtut. Es sollten jedoch keine ausstrahlenden Schmerzen oder Empfindungsstörungen in Armen oder Beinen vorliegen. Dann ist ein sofortiger Arzt-Besuch unumgänglich.

 

Schmerzen hemmen

Bei plötzlichen Schmerzen kann sanfte Berührung bis hin zu starkem Druck die Anspannung lösen. Das klappt zum Beispiel prima mit einem Tennisball: Auf den Schmerz-Punkten entlangrollen. Die Berührung aktiviert Hautrezeptoren, die den Nerven das Signal zur Krampflösung geben. Mit Körper-Ölen auf Lavendel-Basis wird der Effekt zusätzlich gesteigert. Bei akutem Schmerz tut Kälte gut. Sie bremst den Stoffwechsel und hemmt entzündliche Reizungen. Im Zwei-Stunden-Takt ein Kühl-Pack auf die betroffene Region legen. Bei chronischem Schmerz weitet Wärme die Blutgefäße und regt den Stoffwechsel an. Optimale Hilfe ist ein Bad mit Melisse oder Hopfen. Auch Kirschkern-Kissen und Infrarotlampen heizen dem Schmerz ein. Klingen die Beschwerden nach zwei Tagen nicht ab, lohnt sich ein Versuch mit einem Thermopflaster, das Capsaicin, den Wirkstoff aus Cayenne-Pfeffer, enthält. Capsaicin fördert durch Erwärmung die Durchblutung und lockert die Muskulatur. Zudem blockiert es die Schmerz-Weiterleitung an den Nerven-Enden. Bald tritt eine Linderung ein.

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