Salmonellen-Skandal: Verursacher endlich gefunden

Eier
Am größten ist die Salmonellen-Gefahr bei Speisen mit rohen Eiern wie Tiramisu. Der beste Schutz: ganz frische Eier verwenden und die Speise möglichst kühl und nur kurz lagern © Fotolia

Hunderte Menschen infizierten sich im Sommer 2014 mit Salmonellen, mindestens zwei von ihnen starben daran. Jetzt führt die Spur der Ermittler zu einem Betrieb in Niederbayern.

In Deutschland, Frankreich, Österreich, Luxemburg und Großbritannien hatten sich im Sommer 2014 Menschen schwere Infektionen mit Salmonellen zugezogen. Im britischen Birmingham musste ein Krankenhaus eine ganze Station mit Infizierten abriegeln und im österreichischen Innsbruck traf es Bewohner eines Altenheims.

Unklar war bisher, woher die verseuchten Eier kamen. Jetzt wurde der verantwortliche Betrieb Recherchen des Bayerischen Rundfunks und der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge ermittelt. Demnach handelt es sich um die Firma Bayern-Ei, die schon mehrfach wegen grausamer Tierhaltung und schlechter Hygienestandards für Aufsehen gesorgt hatte. Österreichische und britische Behörden konnten dem Bericht zufolge jeweils einen Todesfall auf Eier von Bayern-Ei zurückführen. Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat nun Ermittlungen gegen den Betrieb eingeleitet.

 

Salmonellen werden gefährlicher

Bis vor etwa 25 Jahren führten die relativ „harmlosen“ Salmonellen vom Typ Typhimurium die Liste der Erreger an. Mittlerweile werden die meisten aller gemeldeten Salmonellen-Erkrankungen aber durch den Typ Enteritidis ausgelöst. Diese Keime haben sich als besonders aggressiv erwiesen. Bei ihnen reichen schon geringe Mengen, um heftige Symptome wie DurchfallErbrechen und Krämpfe auszulösen.

 

Antibiotikaresistenzen durch Massentierhaltung

Das große Problem dabei: Einige Salmonellenarten, zum Beispiel der Typ Typhimurium DT 104, haben inzwischen eine Resistenz gegen die herkömmlichen Antibiotika entwickelt. Das macht sie um ein Vielfaches tödlicher als alle bisher bekannten Salmonellenstämme. Der Hauptgrund für diese Entwicklung: Hühner und andere Nutztiere (und somit auch die Keime, die sie in sich tragen) sind an Antibiotika gewöhnt, denn in der industriellen Massentierhaltung werden diese Mittel zur Vorbeugung vor Krankheiten routinemäßig eingesetzt.

Hier erklärt Kinderärztin Dr. Nadine Hess, wie Sie sich und Ihr Kind in den warmen Monaten vor einer Salmonelleninfektion schützen.

Hamburg, 21. Mai 2015

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