Salbeiöl: Fakten und Wissenswertes zu dem beliebten Hausmittel

Redaktion PraxisVITA

Salbei ist seit Langem ein beliebtes Hausmittel gegen etliche Beschwerden. Als besonders effektiv gilt dabei das Salbeiöl.

Kleine Flasche mit Salbeiöl
Schwangere und Asthmatiker sollten Salbeiöl nicht einnehmen Foto:  istock/Lana M
Inhalt
  1. Die Wirkung von Salbeiöl
  2. Zwei verschiedene Arten von Salbeiöl
  3. Wer Salbeiöl nicht nutzen sollte
  4. Salbeiöl zu Hause herstellen
  5. Wo Sie Salbeiöl bekommen

Salbei – die botanische Bezeichnung dafür ist Salvia officinalis – ist die Basis von Salbeiöl. Die Pflanze kommt eigentlich aus dem Mittelmeerraum. Längst ist sie aber auch fixer Bestandteil von Kräutergärten auf der ganzen Welt. Und ist nicht nur ein beliebtes Gewürz, sondern auch Gegenstand der Naturmedizin. Besonders Salbeiöl genießt einen guten Ruf.

Das Öl wird dabei nicht nur aus den Blättern des Salbeis gewonnen. Da auch in allen anderen Pflanzenteilen ätherische Öle und wertvolle Stoffe stecken, werden auch diese verwendet. Sie werden mit Wasserdampf destilliert und die ätherischen Bestandteile extrahiert. Für die Herstellung von einem Liter reinen Salbeiöl benötigt man je nach Salbeigattung 36 bis 100 Kilogramm. Dabei werden drei verschiedene Sorten des Salbeis verwendet: Salvia lavandulifolia, Salvia triloba und Salvia officinalis.

 

Die Wirkung von Salbeiöl

Wie bei einigen anderen Heilmitteln der Naturmedizin basieren beim Salbeiöl viele der ihm zugerechneten Wirkungen auf erfahrungs- beziehungsweise naturmedizinischer Basis und sind wissenschaftlich bis dato nicht ausreichend belegt. Gemeinhin werden dem Salbeiöl unter anderem folgende Wirkungen nachgesagt:

  • es wirkt antibiotisch
  • desinfizierend
  • schweißhemmend
  • regt den Appetit an
  • hat fiebersenkende Eigenschaften
  • wirkt schweißhemmend
  • steigert die Durchblutung
  • löst Schleim
  • lindert Hustenbeschwerden


Salbeiöl wird oft bei Erkältungen eingesetzt, da es die Beschwerden einer Vielzahl von Symptomen lindert. Auch bei Magen-Darm-Beschwerden sowie zur Unterstützung der Wundheilung wird es gerne verwendet. Salbei kann darüber hinaus zur Entspannung eingesetzt werden – zum Beispiel als Badezusatz oder als Teil einer Ölmischung zur Massage.

 

Zwei verschiedene Arten von Salbeiöl

Man unterscheidet zwischen dem Öl aus echtem Salbei (Salvia officinalis L.) und dem Griechischen Salbei (Salvia triloba). Prinzipiell sind die Wirkungsbereiche der beiden Öle gleich, die griechische Variante soll jedoch vor allem für die Anwendung im und auf dem Mund, auf der Haut sowie zur Regulierung der Schweißproduktion wirksam sein.

Die Anwendung

Salbeiöl kann als Gurgellösung, als Duftöl, als Badezusatz oder zum Auftragen auf die Haut verwendet werden. Dabei ist eines zu beachten: Halten Sie sich stets an die empfohlene Dosierung des Herstellers. Denn auch wenn es eine heilende Wirkung hat – man kann es auch überdosieren. Außerdem sollte das Öl niemals unverdünnt verwendet werden.

Wer Salbeiöl als Gurgellösung verwenden möchte, muss dafür nur ein bis zwei Tropfen in lauwarmes Wasser geben. Das hilft nicht nur bei Entzündungen des Zahnfleisches sowie bei Hals- oder Zahnschmerzen, sondern wirkt auch Mundgeruch entgegen. Die Essenz kann auch die Schweißproduktion reduzieren und ist somit für selbstgemachte Deodorants ebenso geeignet wie für Fußbäder.

 

Wer Salbeiöl nicht nutzen sollte

Salbeiöl ist hoch konzentriert und sollte daher, wie bereits erwähnt, niemals unverdünnt eingenommen werden. Als Nebenwirkungen sind Krampfzustände oder Atemnot möglich. Das resultiert aus zwei Inhaltsstoffen – Thujone und Campher. Letzterer ist besonders für Asthmatiker ein Problem, hier kann eine Inhalation mit Salbeiöl zu Asthmaattacken führen. Deshalb ist Asthmatikern generell von einer Anwendung abzuraten. Ebenfalls darauf verzichten sollten Schwangere, Babys und Kleinkinder wie auch Epileptiker und Personen, die an hohem Blutdruck leiden.

Falls Sie Zweifel haben, ist es ratsam, mit Ihrem Arzt über eine eventuelle Anwendung zu sprechen – besonders, wenn Sie bereits andere Arzneimittel wie Beruhigungs- oder Schlafmittel einnehmen. Salbeiöl kann die Wirksamkeit von Medikamenten unter Umständen beeinflussen. Sie können sich auch in der Apotheke über mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen informieren.

 

Salbeiöl zu Hause herstellen

Für die Herstellung von ätherischem Salbeiöl benötigen Sie eine Destille. Alternativ können Sie sich zu Hause ein sogenanntes Mazerat (Ölauszug) selbst herstellen. Dieses ist weniger potent als das ätherische Öl, eine Gefahr der Überdosierung ist daher in der Regel nicht gegeben. Für das Mazerat schneiden Sie frische Salbeiblätter und übergießen diese in einem verschließbaren Glas mit Olivenöl. Schrauben Sie das Glas zu und stellen Sie es an einen warmen Ort. Schütteln Sie es mehrmals täglich durch. Nach zwei bis drei Wochen können Sie das Öl abgießen und die Pflanzenteile herausfiltern. Selbstgemachtes Salbeiöl ist richtig gelagert etwa zwei bis drei Monate haltbar.

 

Wo Sie Salbeiöl bekommen

Ätherisches Salbeiöl ist unter anderem in der Apotheke erhältlich. Sie finden es aber auch im Bioladen sowie in Drogerien und unter Umständen in Supermärkten. Natürlich bieten auch im Internet eine Vielzahl von Händlern das ätherische Öl an. Wichtig ist, dass Sie darauf achten, ein naturreines und biozertifiziertes Produkt zu kaufen, um die größtmögliche Qualität zu bekommen.

Fazit:

Wenn Sie sich an die Dosierungsempfehlungen halten und nicht zu der genannten betroffenen Personengruppe gehören, die Salbeiöl meiden sollte, ist gegen eine Einnahme prinzipiell nichts einzuwenden – zumindest für einen kürzeren Zeitraum. Eine längerfristige Einnahme sollte mit Ihrem Arzt abgeklärt werden. Zur Nerven- oder Magenberuhigung kommen unter Umständen auch andere, etwas mildere Verabreichungsformen von Salbei infrage – ein Klassiker ist hier der Tee aus Salbeiblättern, der gerne bei Erkältungen, Magenschmerzen und anderen Beschwerden eingesetzt wird.

Quellen:

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