Salbei: Diese Wirkung hat die Power-Pflanze

Daphne Sekertzi

Salbei ist eine heimische Heilpflanze, die in jedem gut sortierten Supermarkt als Tee erhältlich ist. Und doch wissen die wenigsten, wofür Salbei gut ist und welche Wirkung er hat. Unser Überblick verrät, was Salbei alles kann.

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Eigentlich sollte Salbei in keinem Haushalt fehlen, besonders in der kalten Jahreszeit. Salbeitee ist das Erkältungsmittel schlechthin, es kann bei Hautproblemen Abhilfe schaffen und sich günstig auf den Blutdruck auswirken. Das alles bewirken die heilsamen Inhaltsstoffe, die in der Pflanze zahlreich enthalten sind.

 

Salbei: Heilwirkung durch ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe

Salbei (Salvia officinalis) zählt zu den Heilpflanzen: innerlich und äußerlich angewendet, kann er zahlreiche Beschwerden lindern. Der Grund dafür liegt in den besonderen Inhaltsstoffen, die in den Blättern der Pflanze konzentriert sind:

  • Ätherische Öle (besonders Kampfer, Cineol und Thujon): wirken desinfizierend, keimtötend und durchblutungsfördernd
  • Bitterstoffe: haben antientzündliche und immunregulierende Eigenschaften, treiben die Produktion des Magensaftes und der Gallenflüssigkeit an
  • Gerbstoffe: wirken adstringierend (zusammenziehend), antioxidativ und entzündungshemmend
  • Flavonoide: schützen ebenfalls Zellen, lindern Entzündungen und senken den Blutdruck

Salbei erhält man vor allem in zwei Formen: als Tee oder als ätherisches Öl. In Letzerem sind die Inhaltsstoffe in hoch konzentrierter Form enthalten – dementsprechend ist die Wirkung stärker. Doch hierbei gilt nicht der Grundsatz „viel hilft viel“. Salbeiöl sollte sparsam eingesetzt werden, da es sonst zu Herzrasen, Atemnot und Krämpfen kommen kann. Verantwortlich dafür ist vor allem das natürliche Nervengift Thujon.

 

Hat Salbeitee Nebenwirkungen?

Salbeiöl kann toxisch und damit gesundheitsschädlich sein, wenn zu viel davon eingenommen wird. Das Gleiche gilt aber auch für Salbeitee. Je nach Anbaugebiet und Erntezeit können die toxischen Inhaltsstoffe in großen Mengen enthalten sein. Daher sollte Salbeitee nicht länger als zwei Wochen am Stück getrunken werden. Auch zu viel davon ist schädlich. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei sechs Gramm, was etwa drei Tassen entspricht.

Wer über längere Zeit zu viel Salbeitee trinkt, riskiert dauerhafte Schäden an Herz, Nieren und Leber. Für Schwangere, Stillende und Menschen mit Epilepsie sind Salbei-Zubereitungen nicht geeignet, da die Heilpflanze Frühwehen und Krämpfe auslösen kann und milchhemmend wirkt.

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Wofür ist Salbei gut? Diese Wirkung hat Salbeitee!

Möchte man bei einer Erkältung nicht gleich zu Medikamenten greifen, aber schnell gesund werden, ist man mit Salbeitee gut beraten. Aber auch bei anderen Beschwerden zeigt Salbei eine Wirkung.

Salbeitee selber machen – so geht’s

1,5 Gramm getrocknete Salbeiblätter in Bio-Qualität mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen.

 

1. Salbei gegen Viren und Bakterien

Im Mittelalter rieben sich die Menschen mit einem Gemisch aus Salbei und Essig ein, um sich vor der Pest zu schützen. Mönche nutzen die Heilpflanze, um Atemwegserkrankungen zu behandeln. Salbei ist nämlich ein absolutes Kraftpaket gegen Krankheitserreger: Mit seinen antimikrobiellen und antiviralen Eigenschaften hemmt er die Vermehrung von Krankheitserregern auf den Schleimhäuten in Nase, Mund und Rachen.

Zudem werden die gereizten Schleimhäute durch die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe beruhigt. Damit ist Salbei nicht nur bei grippalen Infekten ein guter Helfer, sondern ebenso bei Entzündungen aller Art.

Zur Linderung von Erkältungsbeschwerden eignet sich sowohl Salbeitee (maximal drei Tassen am Tag) als auch Inhalationen mit Salbeiöl. Letztere haben den Vorteil, dass die heilsamen Wirkstoffe tief in die Atemwege gelangen. Die Dosierung des Öls sollte streng nach Vorgabe des Apothekers erfolgen.

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2. Salbeitee: Wirkung bei Blutdruck

Eine gesunde Ernährung ist wohl das effektivste Mittel, um den Blutdruck dauerhaft zu senken. Salbei kann dabei unterstützend wirken. Denn die Heilpflanze soll mit seinen Antioxidantien das Herz-Kreislauf-System stärken und sich unter anderem positiv auf den Blutdruck auswirken. Für diesen Zweck bietet sich eine Kur an: Zwei Wochen lang jeden Tag täglich eine große Tasse (250 ml) Salbeitee trinken.

 

3. Salbei hat eine Wirkung auf den Darm

Für den Magen-Darm-Trakt ist Salbeitee eine Wohltat, da er eine beruhigende und krampflösende Wirkung hat. Bauchschmerzen und Menstruationsbeschwerden lassen sich so lindern. Die enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe stärken zudem die Darmwand und machen sie undurchlässig für Bakterien. Deswegen gilt Salbei als Hausmittel gegen Durchfallerkrankungen. Auch Sodbrennen und Übelkeit werden durch die Bitterstoffe, die zur Entsäuerung des Körpers beitragen, reduziert. Bei Beschwerden ein bis drei kleine Tassen (150 ml) Salbeitee schluckweise trinken.

 

4. Salbei: Wirkung auf die Leber

Ungesunde Ernährung, fettreiche Mahlzeiten und übermäßiger Alkoholkonsum ziehen die Leber in Mitleidenschaft und erhöhen das Risiko für Erkrankungen wie Fettleber oder Leberzirrhose. Eine Salbei-Kur kann dabei helfen, schädliche Fettablagerungen in der Leber abzubauen, Entzündungen zu hemmen und so die Regeneration zu fördern. Dafür eine Woche lang vor jeder Mahlzeit – morgens, mittags und abends – eine kleine Tasse Tee aus getrockneten Salbei-Blättern trinken.

Hinweis: Bei bestehenden Lebererkrankungen sollte eine Salbei-Kur vorher immer mit dem Arzt oder der Ärztin abgeklärt werden.

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5. Salbei kann positive Wirkung auf die Psyche haben

Bei Nervosität, innerer Unruhe und Angstgefühlen kommen oft Lavendel, Baldrian und Hopfen als natürliche Mittel zur Linderung der Beschwerden zum Einsatz. Doch Salbei steht den klassischen Anti-Stress-Pflanzen in nichts nach: Er hat eine entspannende Wirkung und kann noch dazu körperliche Angstsymptomen reduzieren, indem es den gereizten Magen beruhigt und den Schweißfluss hemmt. Bei akuten Beschwerden können bis zu drei Tassen täglich getrunken werden – eine Tasse am besten vor dem Zubettgehen.

 

6. Salbei und seine Wirkung auf die Haut

Nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich kann Salbei angewendet werden. Die Inhaltsstoffe machen Salbei zu einem natürlichen Beauty-Produkt, das gegen Pickel, Mitesser und vergrößerte Poren die passende Antwort hat: In Salbei steckt Salicylsäure, das in vielen synthetischen Anti-Pickel-Produkten enthalten ist. Sie befreit verstopfte Poren von abgestorbenen Zellen, sodass Verhornungen aufgelöst werden und der Talg besser abfließen kann. Dadurch wird Pickeln und Mitessern der Nährboden entzogen.

Salbei hat somit eine leichte abschälende Wirkung, die man sich auch bei der Behandlung von Hornhaut, Schwielen und Hühneraugen zunutze machen kann.

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