Salbei gegen Schwitzen: So wenden Sie das Hausmittel an

Im Sommer ist keiner vor Schweiß geschützt. Doch manchmal ist der Schweiß so stark, dass es unangenehm wird. Es gibt verschiedene natürliche Mittel, die Linderung versprechen – wissenschaftlich belegt ist aber nur Salbei gegen Schwitzen. So wird die Heilpflanze richtig angewendet!

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Das Anwendungsgebiet von Salbei ist extrem vielfältig: Die Heilpflanze hilft unter anderem bei Verdauungsbeschwerden, Entzündungen und Halsschmerzen. Zudem kann Salbei gegen Schwitzen helfen – selbst bei einer Hyperhidrose soll er eine Wirkung zeigen. Dabei kann Salbei bei Schwitzen sowohl äußerlich als auch innerlich wirken.

Eine Frau trinkt Salbeitee
Wissenschaftliche Studien belegen, dass Salbei gegen Schwitzen hilft Foto: iStock/Liudmila Chernetska

Wie hilft Salbei gegen Schwitzen?

Weltweit gibt es über 900 verschiedene Arten Salbei, aber nur im Echten Salbei (Salvia officinalis) stecken die Inhaltsstoffe, die für die Behandlung von Beschwerden relevant sind. Die Wirkung von Salbei beruht auf verschiedenen Substanzen, allen voran auf Gerb- und Bitterstoffen, sekundären Pflanzenstoffen sowie auf ätherischen Ölen wie Campher und Thujon. Durch die Inhaltsstoffe ist Salbei antibakteriell, antioxidativ, entzündungshemmend und krampflösend.

Für die schweißhemmende Wirkung sind insbesondere die enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe verantwortlich. Sie haben zusammenziehende („adstringierende“) Eigenschaften und sorgen dafür, dass sich die Schweißdrüsen verengen und dadurch weniger Schweiß produzieren – und das um bis zu 52 Prozent, wie Studien zeigen.

Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) hat 2017 eine Zusammenfassung des wissenschaftlichen Erkenntnisstands zur Wirkung Echten Salbeis veröffentlicht. Nach der Sichtung wissenschaftlicher Studien der letzten 30 Jahre sind die Expert:innen zum Schluss gekommen, dass Salbeiblätter zur Reduktion übermäßigen Schwitzens eine medizinisch anerkannte Verwendung findet.  

Salbeitee gegen Schwitzen anwenden – so geht’s

Jeder Mensch schwitzt, besonders an heißen Sommertagen. Das ist auch gut so – denn der Körper reagiert mit Schweiß, um Wärme abzugeben und so die Körpertemperatur zu halten. Doch in manchen Situationen kann Schwitzen lästig oder unangenehm sein. Wer das vermeiden möchte, sollte dreimal täglich Salbeitee trinken.  

Für die Zubereitung entweder zwei Teelöffel getrocknete Salbeiblätter oder ein Filterbeutel mit 250 ml kochendem Wasser übergießen. Nach 10 Minuten den Tee abseihen und vor dem Trinken abkühlen lassen, bis er lauwarm ist. Kalt oder heiß sollte der Tee jedoch nicht getrunken werden, da dies die Schweißproduktion anregt. Sind die Schweißdrüsen vor allem nachts überaktiv, sollte man kurz vor dem Schlafengehen die letzte Tasse Salbeitee zu sich nehmen.

Achtung: Stillende Frauen sollten weder äußerlich noch innerlich Salbei anwenden. Denn die Pflanze hat auf alle Drüsen im Körper eine regulierende Wirkung – auch auf die Milchdrüsen. Das kann dazu führen, dass sich der Milchfluss reduziert.

Salbei gegen Schwitzen bei Hyperhidrose

Viele Studien belegen, dass Salbei auch bei einer Hyperhidrose helfen kann. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer übermäßigen Schweißproduktion. Entweder schwitzen Betroffene am ganzen Körper stark (generelle Hyperhidrose) oder nur in bestimmten Körperpartien (fokale Hyperhidrose) – häufig sind es die Hände, Füße oder Achseln, die zu viel Schweiß produzieren. Die Ursachen sind bislang noch nicht geklärt, jedoch sind Stress, Übergewicht und hormonelle Veränderungen häufige Auslöser.

Für die Behandlung einer Hyperhidrose kommen häufig Medikamente, Salben und Sprays zum Einsatz, um die Schweißdrüsen auszutrocknen. Bevor synthetische Mittel angewendet werden, ist es ein Versuch wert, es zunächst mit Salbei zu probieren. In der Apotheke sind hochkonzentrierte Salbeitabletten gegen übermäßiges Schwitzen erhältlich. Für die beste Wirkung müssen die Tabletten für gewöhnlich mehrmals täglich eingenommen werden.

Bei einer fokalen Hyperhidrose eignet sich die äußerliche Anwendung von Salbei als Tinktur aus der Apotheke oder als Aufguss, der leicht selbst gemacht werden kann: Drei Zweige frischen Salbei mit 500 ml Wasser aufkochen und anschließend auf kleiner Flamme 30 Minuten köcheln lassen. Der abgekühlte Sud kann dann auf die betroffenen Körperpartien aufgetragen werden. Diese Methode eignet sich besonders gut gegen starkes Schwitzen im Gesicht und Schwitzen unter den Achseln.

Tipp: Aus dem Salbeisud lässt sich ein Anti-Schweiß-Deo herstellen. Vermischen Sie dafür in einer Sprühflasche 200 ml des abgekühlten Salbeisuds mit 4 Esslöffeln Natron und fügen Sie zwei Tropfen ätherisches Salbeiöl hinzu. Anschließend so lange schütteln, bis alles gut vermischt ist – und fertig ist das Deo.

Der Sud kann zudem für ein Fußbad gegen Schweißfüße verwendet werden. Dann sollte jedoch mindestens die dreifache Menge Flüssigkeit genommen werden: Kochen Sie 1,5 L Wasser mit neun Salbeizweigen auf und lassen Sie ihn anschließend abkühlen. Füllen Sie den Sud danach in ein großes Gefäß und baden Sie Ihre Füße für 15 Minuten darin.  

Salbei hilft bei Schwitzen – aber auch Lebensweise spielt eine Rolle

Ob mit Kapseln, Tinkturen oder Tee – Salbei kann eine deutliche Besserung bringen, wenn man unter starkem Schwitzen leidet. Allerdings sollte die Behandlung mit Salbei durch andere sinnvolle Maßnahmen ergänzt werden. So sollte am besten alles gemieden werden, was die Schweißproduktion anregt, wie stark gewürztes und scharfes Essen, Kaffee, Alkohol und Zigaretten. Auch sollten Getränke nie kalt getrunken werden: Weil der Körper die Flüssigkeit auf eine verträgliche Temperatur aufheizen muss, werden durch die Wärmebildung die Schweißdrüsen aktiviert. Außerdem kann es im Einzelfall sinnvoll sein, Gewicht zu reduzieren und Stress abzubauen.

Wenn die Selbstbehandlung keine Wirkung zeigt, sollte nach spätestens sechs Wochen ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden – bei Nachtschweiß ohne bekannte Ursache spätestens nach einer Woche. Denn übermäßiges Schwitzen in der Nacht kann unter anderem auf Autoimmunerkrankungen und Infektionskrankheiten hinweisen. Salbei bei Schwitzen sollte grundsätzlich nur angewendet werden, wenn Erkrankungen als Ursache ausgeschlossen wurden.  

Quellen:

European Union herbal monograph on Salvia officinalis L., folium, in: ema.euiropa.eu

Salbei auch zur Langzeitanwendung, in: deutsche-apotheker-zeitung.de