Salbe und Zäpfchen – sanfte Hilfe bei Hämorrhoiden

Redaktion PraxisVITA
Hamamelis
Die Inhaltsstoffe der Hamamelis-Pflanze lindern bei Hämorrhoidalbeschwerden im Anfangsstadium spürbar lästige Symptome wie Juckreiz, Brennen und Schmerzen © Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG – Karlsruhe

Jucken, Nässen, Brennen am Po – Hämorrhoidalleiden können richtig unangenehm werden. Im Anfangsstadium lässt sich die Erkrankung jedoch gut behandeln. Warum Salben und Zäpfchen mit Hamamelis eine pflanzliche Alternative zu Medikamenten und Operationen darstellen, erfahren Sie hier.

 

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden

Hätten Sie es gewusst? Hämorrhoiden hat jeder. Es handelt sich dabei um Gefäßpolster, die ein Geflecht aus Arterien und Venen darstellen. Hämorrhoiden liegen ringförmig unter der Schleimhaut am Darmausgang. Im Zusammenspiel mit den Schließmuskeln und der Beckenbodenmuskulatur sorgen sie für die Feinabdichtung des Darms und somit für den Erhalt der Darmkontinenz. Erst wenn sich der Schließmuskel beim Stuhlgang entspannt und das Blut aus dem Schwellkörper drängt, kann sich der Darminhalt entleeren.

Nicht immer bereiten Hämorrhoiden Beschwerden. Erst wenn sie vergrößert sind, sorgen Hämorrhoiden für unangenehme Symptome wie Schmerzen, Brennen oder Jucken.

 

Wie entstehen Hämorrhoiden?

Wie kommt es dazu, dass Hämorrhoiden sich mit der Zeit verändern? Verantwortlich dafür ist in den meisten Fällen das Bindegewebe. Im Lauf des Lebens erschlafft es – bei Frauen (v.a. während der Schwangerschaft) noch deutlich häufiger als bei Männern. Auch chronische Verstopfung, die meist mit hartem Stuhlgang und starkem Pressen einhergeht, ein paar Pfunde zu viel, chronischer Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung sind Risikofaktoren.

Jeder dritte über 30 und jeder zweite über 50 ist von vergrößerten Hämorrhoiden betroffen. Wenn sie sich entzünden und zu quälendem Jucken, Nässen und Brennen am Po führen, liegt ein behandlungsbedürftiges Hämorrhoidalleiden vor.

 

Wie kann ich Hämorrhoiden erkennen?

Hämorrhoiden Schweregrad
Je nachdem, wie stark die Hämorrhoiden ausgeprägt sind, werden sie in vier Schweregrade unterteilt © PraxisVITA

Mediziner unterscheiden Hämorrhoidalleiden in vier Stadien:

Stadium 1: Die Vergrößerung der Hämorrhoiden findet meist unbemerkt statt. Äußere Anzeichen sind bspw. hellrote Blutspuren auf dem Toilettenpapier, die durch ein Einreißen feiner Arterien der Hämorrhoiden beim Stuhlgang entstehen.

Stadium 2: Eine weitere Vergrößerung der Hämorrhoiden behindert die Feinabdichtung des Enddarms. In der Gesäßfalte herrscht ein feuchtes Milieu, das die empfindliche Haut angreift. Es kommt im Bereich des Afters zu Juckreiz, Brennen und kleineren Blutungen. Der Stuhlgang verursacht Schmerzen.

Stadium 3: Eine weitere Größenzunahme der Hämorrhoiden kann zu starken Schmerzen, Nässen und Schleimabgang führen. Bei körperlichen Belastungen treten die Hämorrhoidalknoten nach außen. Die Hämorrhoiden können ertastet werden. Sie lassen sich in den Analkanal zurückschieben. 

Stadium 4: Die Hämorrhoiden liegen ständig außerhalb des Analkanals. Sie lassen sich nicht mehr zurückschieben. Der Stuhl kann häufig nicht mehr gehalten werden. Die Schmerzintensität nimmt weiter zu. In der Medizin wird dieses vierte Stadium der Hämorrhoidalleiden als Analprolaps bezeichnet.

 

Hämorrhoiden: Das können Sie selbst tun

Eine Umstellung der Ernährung und Lebensweise sind ratsam, um dem Hämorrhoidalbeschwerden entgegenzuwirken. Dazu zählen regelmäßige Bewegung (täglich 30 Minuten), eine ballaststoffreiche Ernährung und eine ausreichende Trinkmenge (1,5 bis 2 Liter Wasser oder Kräutertee am Tag). Denn harter Stuhl und langes Pressen beim Stuhlgang wirken sich negativ auf die Hämorrhoiden aus. Auch zu viele Pfunde belasten den Beckenboden. Ein gesundes Gewicht ist sinnvoll.

 

Pflanzliche Hilfe nutzen!

Lästige Hämorrhoidalbeschwerden wie Juckreiz, Nässen, Brennen lassen sich in den Anfangsstadien gut mit pflanzlichen Salben oder Zäpfchen behandeln. Bewährt haben sich pflanzliche Arzneimittel mit dem Wirkstoff aus der Hamamelis (z.B. Hametum). Sie hemmen Entzündungen, lindern dadurch Juckreiz, Brennen und Nässen, stillen kleinere Blutungen und fördern das Abheilen kleiner Blutungen. Die pflanzlichen Arzneimittel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. 

Wenden Sie die Hämorrhoidensalbe am Tag und die Hämorrhoidenzäpfchen in der Nacht an. Beide Präparate enthalten einen Hamamelis-Wirkstoff und eignen sich zur Behandlung länger anhaltender Hämorrhoidalbeschwerden – dies vier Wochen ohne Hinzuziehen eines Arztes.

Die Anwendung der Salbe nach dem Toilettengang oder Duschen sowie tagsüber unterwegs ist ganz einfach. Zudem pflegt die reichhaltige Salbengrundlage die gereizte Schleimhaut und macht sie damit weniger anfällig.

In der Nacht kann das Jucken besonders unangenehm sein, daher sollten Sie zu der Salbe am Tag die Zäpfchen für die Nacht verwenden. Denn beim Zubettgehen kann das Zäpfchen entspannt im Liegen platziert werden und während der Nachtruhe störungsfrei in seiner Position verbleiben und wirken. Die Zäpfchen werden gewöhnlich zweimal täglich angewendet.

 

Hämorrhoiden – wann zum Arzt?

Eine Selbstbehandlung ohne ärztliche Diagnose sollte nicht länger als vier Wochen erfolgen. Blut im Stuhl oder Blutungen im Analbereich müssen immer ärztlich abgeklärt werden.

Stark vergrößerte Hämorrhoiden, die sich nicht selbst zurückziehen und dauerhaft vorfallen (Stadien III – IV), müssen verkleinert werden. Meist gelingt dies mit sogenannten minimal invasiven interventionellen Therapieverfahren wie Sklerosierung, Verödung, Gummibandligatur. Die Behandlung erfolgt beim Enddarmspezialisten (Proktologe).



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