Saftdiät - gefährlich oder gesund?

Redaktion PraxisVITA

Viele gesundheitsbewusste Menschen schwören auf eine Saftdiät – aber ist diese Abnehmmethode wirklich effektiv und gesund?

Frau trinkt einen Saft
Eine Saftkur liegt derzeit im Trend, aber ist sie gesund? Foto:  istock/rosshelen
Inhalt
  1. Was ist eine Saftdiät?
  2. Was bringt eine Saftdiät wirklich?
  3. Welche Saftdiät ist am wirksamsten?
  4. Saftdiät machen: Was ist zu beachten?
  5. Fazit zur Saftdiät

Das Gefühl von Antriebslosigkeit und Schwäche plagt täglich unzählige Menschen. Als effektive Lösung kann dabei eine Saft-Diät helfen. Sie soll nicht nur die Pfunde purzeln lassen, sondern auch beim Entschlacken des Körpers, insbesondere des Bindegewebes, helfen. Somit ist die spezielle Diät Teil des aktuellen Detox-Trends – Giftstoffe sollen dabei durch bewusste Ernährung und das Streichen bestimmter Speisen aus dem Körper geleitet werden, um so das Wohlbefinden zu steigern und Kilos zu verlieren. Aber ist diese Abehmmethode wirklich so gesund wie ihr Ruf?

 

Was ist eine Saftdiät?

Bei einer Saftdiät, oft auch als Saftfasten oder als Saftkur bezeichnet, nimmt man ausschließlich Säfte, Wasser und Kräutertees zu sich. Feste Nahrung steht während der Diät nicht auf dem Speiseplan. Die Diät ist individuell anwendbar, je nachdem kann man somit beispielsweise einen Fastentag pro Woche einlegen oder auf Wunsch für mehrere Tage mit Saft fasten. Auch bei den Sorten kann man variieren, damit man mit verschiedenen Nährstoffen versorgt ist und keine Langeweile oder Unlust verspürt.

Befürworter solcher Detox-Diäten glauben an eine entgiftende Wirkung und die damit verbundene Reinigung des Körpers. Eine Reinigung soll von Zeit zu Zeit notwendig sein, da Zucker, Fett, aber auch Nikotin, Alkohol, negativer Stress und schädliche Umwelteinflüsse für krankmachende Ablagerungen im Körper sorgen. Mit einer Saftdiät könne man nicht nur den Magen-Darm-Trakt entgiften, sondern auch der Haut und anderen Organen etwas Gutes tun. Einige schwören auch auf eine vorherige Entleerung, Reinigung und Stärkung des Darms mithilfe von speziellen Präparaten, bevor über mehrere Tage hinweg nur Obst oder Gemüse in Saftform getrunken werden. Um anschließend wieder zu fester Nahrung zurückzukehren, wird eine vegane, ballaststoffreiche Nahrung inklusive Rohkostprodukten empfohlen, die nach und nach gesteigert wird.

 

Was bringt eine Saftdiät wirklich?

Leider muss man sagen, dass eine Saftdiät und die damit verbundenen Gesundheitsversprechen vieler Befürworter bisher nicht wissenschaftlich belegt sind. Denn so schön und gesund es klingt: Der Körper reinigt sich dank Organen wie Leber, Darm, Haut, Lunge und Niere von selbst und unsere Ernährung oder das Weglassen von Speisen hat auf diesen Entgiftungsprozess nach jetzigem Forschungsstand kaum Einfluss.

Ohnehin ist nicht klar, um welche Giftstoffe es sich beim Detoxing überhaupt handeln soll und wie diese unseren Körper verlassen, daher sollte man sich von großen Versprechen mancher Detox-Drink-Hersteller nicht blenden lassen. Trotzdem lässt sich sagen: Eine Saftdiät kann durchaus dazu beitragen, dass man kurzzeitig an Gewicht verliert. Dies ist auf die drastische Kalorienreduzierung, aber auch auf das unter Umständen vermehrte Trinken zurückzuführen.

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Welche Saftdiät ist am wirksamsten?

Besonders Erfolg versprechend für die Gewichtsabnahme scheint die Zitronensaftdiät zu sein. Dieser Erfolg konnte immerhin auch in einer wissenschaftlichen Studie nachgewiesen werden: Bei einer Untersuchung mit insgesamt 84 Frauen wurde festgestellt, dass die Testgruppe, die sieben Tage lang ein Gemisch aus Zitronensaft, Wasser, Cayennepfeffer und Ahornsirup trank, an Körperumfang, Gewicht und Körperfett abnahm – im Gegensatz zu einer Kontrollgruppe, die normal essen durfte. Ähnliche Ergebnisse erzielte auch eine weitere Gruppe, die eine andere Saftdiät machte, allerdings sank dort im Laufe der Tage der Anteil der roten Blutkörperchen sowie die Konzentration von Hämoglobin im Blut. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass die sogenannte "Master Cleanse"-Diät mit Zitronensaft zumindest einige Vorteile gegenüber anderen Saftdiäten hat.

Hier das "Master Cleanse"-Rezept für ein Glas (einzunehmen bei aufkommendem Hungergefühl):

  • 2 Esslöffel Zitronensaft
  • 2 Esslöffel Ahornsirup
  • etwas Cayennepfeffer
 

Saftdiät machen: Was ist zu beachten?

Sicher werden Sie bei einigen Tagen strenger Saftdiät eine Gewichtsabnahme feststellen. Sie sollten allerdings wissen, dass die schnell verlorenen Kilos meist nach einiger Zeit zurückkehren. Denn für gewöhnlich verliert man bei so einer Diät vor allem viel Wasser. Zudem kann der Körper mit der Anpassung des eigenen Grundumsatzes reagieren. Wenn dieser herabgesetzt wird, kann es passieren, dass der Körper schneller Reserven anlegt, um bei einem erneuten Fasten – ein Notfall für den Körper – besser vorbereitet zu sein. Die Folge: Der Jo-Jo-Effekt tritt ein und Sie nehmen eventuell mehr zu. Eine Saftdiät sollte nicht über mehrere Wochen durchgeführt werden, da sonst Mangelerscheinungen auftreten können. Grundsätzlich ist es natürlich nicht verkehrt, mehr Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Durch das Entsaften der Lebensmittel entgehen dem Konsumenten aber auch viele wichtige Ballaststoffe, die nicht nur gut für den Körper sind, sondern auch satt machen.

 

Fazit zur Saftdiät

Prinzipiell sollte man die Versprechen einiger Ratgeberseiten und Anbieter kritisch betrachten und lieber seinen natürlichen Entgiftungsprozessen im Körper vetrauen. Es wird eher empfohlen, auf eine Ernährungsumstellung mit gesunder, ballaststoffreicher Kost zu setzen und Wert auf einen ausgewogenen Speiseplan zu legen. Somit kann man einen besseren Abnehmerfolg erziehlen und hat ein fitteres Körpergefühl. Eine 24-Stunden-Saftdiät ist jedoch für einen Tag oder zwischendurch nicht weiter bedenklich.

Quelle:

Entgiftungsdiäten, in: dge.de

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