Säuglingsschnupfen – Nase zu ohne Infekt

Kinderärztin Dr. Nadine Hess hat super Tipps bei Säuglingsschnupfen
Expertin Dr. Hess: „Anisbutter gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Um die Nase herum aufgetragen, erleichtert sie das Atmen bei Säuglingsschnupfen und pflegt zudem sehr gut.“ © privat

Viele Eltern kennen es – das gerade ein paar Wochen alte Kind ist den ganzen Tag quietschfidel, aber abends zur Schlafenszeit ist plötzlich das Näschen dicht. Man hört durch schnorchelnde Geräusche, dass sich Sekret beim Atmen bewegt, aber richtig etwas heraus kommt meist nicht. Das Kind ist unruhig, weil das Atmen schwerer fällt und findet kaum in den Schlaf. Was ist die Ursache? Wie können Sie Ihrem Kind helfen? Und was sollte man auf jeden Fall vermeiden?

 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess:

In der Regel steckt dahinter – insbesondere, wenn kein oder nur wenig klares Sekret fließt – kein Infekt, sondern der sogenannte Säuglingsschnupfen. Durch die noch sehr engen Atemwege bei Babys ist die Nase schon bei ganz wenig Sekret verstopft oder verklebt.

 

Säuglingsschnupfen durch Milch

Kein Fieber, kein Infekt, trotzdem Nase zu: Säuglingsschnupfen
Ohne Fieber oder sonstige Anzeichen eines Infekts ist der Säuglingsschnupfen nicht gefährlich und kann mit Hausmitteln oder sanften Nasentropfen behandelt werden © Fotolia

Hinzu kommt, dass oft Milch aus dem Magen zurückfließt und ebenfalls in die Nase gelangen kann. Das hört man dann beim Atmen als „Schnorcheln“. Die Milch (plus das bisschen Magensäure, das dann enthalten ist) kann auch die Nasenschleimhaut reizen und es kommt zu noch mehr Schleimbildung  – was das „Schnorcheln“ erst recht verstärkt.

 

Ist Säuglingsschnupfen gefährlich?

Solange die Kinder gut trinken (wenn sie zu wenig Luft durch die Nase bekommen, können sie nicht mehr trinken), kein Fieber haben, rosig aussehen, tagsüber fröhlich und nicht plötzlich schlapp sind, besteht kein Grund zur Sorge.

 

Was hilft gegen Säuglingsschnupfen?

Ihrem Kind helfen können Sie mit ganz einfachen Kochsalznasentropfen helfen, die das Sekret, das möglicherweise zäh ist, verflüssigen und die verstopfte Nase befreien. Manchmal kann auch das vorsichtige Absaugen mit einem Nasenballon Erleichterung verschaffen und das Sekret sanft entfernen.

 

Der Trick mit dem Buch

Erhöhen Sie den Oberkörper des Babys beim Schlafen minimal, zum Beispiel durch ein Buch unter der Kopfseite der Matratze im Babybett. Das kann in einigen Fällen den Reflux von Milch aus dem Magen und damit auch den Säuglingsschnupfen vermindern.

 

Die besten Hausmittel gegen Säuglingsschnupfen

Anisbutter gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Um die Nase herum aufgetragen, erleichtert sie das Atmen bei Säuglingsschnupfen und pflegt zudem sehr gut. Auch für die Großen: Bei spröden Lippen oder einer rauen Haut durch Schnupfennase ist Anisbutter mein persönlicher Geheimtipp. Viele schwören auch darauf, eine halbierte Zwiebel neben das Bettchen zu hängen – die Dämpfe wirken abschwellend.

 

Welche Nasentropfen bei Säuglingsschnupfen?

Baby Säuglingsschnupfen Nasenballon Absaugen
Vorsichtiges Absaugen mit dem Nasenballon kann bei Säuglingsschnupfen Erleichterung verschaffen© Fotolia

Ist die Nase wirklich richtig verstopft, dürfen Sie auch zu abschwellenden Nasentropfen greifen. Allerdings müssen es die für Säuglinge sein, keinesfalls die für Kleinkinder, Schulkinder oder  gar Erwachsene – die Konzentration ist viel zu hoch, es drohen schwere Nebenwirkungen! Verwenden Sie die Nasentropfen maximal dreimal täglich und ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Tage.

 

Ätherische Öle sind nichts für Babys

Was man auf jeden Fall vermeiden muss, sind Präparate mit ätherischen Ölen, insbesondere solche, die Kampfer, Eukalyptus, Pfefferminz oder Thymian enthalten. Diese können die Atemwege der Kleinen so stark reizen, dass ein Atemstillstand droht. Unter drei Jahren dürfen sie nicht angewendet werden.

 

Mit Säuglingsschnupfen zum Arzt?

Wenn Sie unsicher sind, ob es sich bei der Verstopfung der Babynase um einen Säuglingsschnupfen handelt oder ob ein Infekt dahintersteckt, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Kinderarzt. Gerade bei Babys schaut man lieber einmal mehr als einmal zu wenig nach.

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