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Sacubitril bei Herzschwäche

Redaktion PraxisVITA

Die 58 jährige Patientin vor mir leidet unter einem schwachen Herzen. Es wird zu wenig Blut durch ihren Körper gepumpt. Schon bei kleinen Belastungen, wie Treppensteigen wird sie schnell kurzatmig und in ihren Beinen sammelt sich Wasser. Vor allem abends. Die Untersuchungen zeigen: Viel zu hoher Blutdruck hat die Pumpkraft des Herzens im Laufe der Jahre überbeansprucht. Jetzt ist der Herzmuskel schlapp.

Inhalt
  1. Sacubitril bringt echte Hoffnung
  2. Schnelle Besserung dank Sacubitril
  3. Die Kassen zahlen die Therapie mit Sacubitril

Meine Patientin hat bereits einen Beta-Blocker, einen so genannten ACE-Hemmer und ein Mineralcortikoid in ihrer Liste. Alles wichtige Substanzen, die helfen. Der Kardiologe und ich ziehen hier an einem Strang. Doch es reicht noch nicht. Das erlebe ich leider häufig. 

 

Sacubitril bringt echte Hoffnung

Seit dem Jahr 2015 gibt es Deutschland ein ganz neues Medikament bei Herzschwäche. Den Wirkstoff ‚Sacubitril‘. Es hat in einer großen Studie (PARADIGM) zeigen können, dass es das Leben der Betroffenen verbessert und es sogar um Jahre (ohne Krankenhausaufenthalt) verlängern kann.

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Was ist eine Herzinsuffizienz und was hilft dagegen?

Sacubitril ist ein echter Segen. Die Betroffenen sind weniger müde, können weiter laufen und meistern den Alltag viel besser. Diese neue Gruppe an Medikamenten nennt sich ARNI und wird mit dem Wirkstoff ‚Valsartan‘ kombiniert. Seine Wirkung kann man sogar im Labor am NT-Pro-BNP-Wert ablesen.   

Zunächst muss ich den ACE-Hemmer, den meine Patientin bereits hat, für ein paar Tage pausieren – sonst sammelt sich zu viel davon im Blut an. Das kann Nebenwirkungen machen. Die Medikamente verstärken sich gegenseitig. Auch kontrolliere ich ihre Nierenfunktion und den Kalium-Spiegel. Alles passt. Zusammen mit dem Kardiologen achte ich darauf, dass auch der Blutdruck stabil bleibt. Alles gelingt und wir können mit der mittleren Dosis beginnen.

Mann mit Herzschwäche
Die Wirkstoffkombination Sacubitril / Valsartan hat sich bei chronischer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) bewährt © istock/PeopleImages
 

Schnelle Besserung dank Sacubitril

Ich bin wieder einmal überrascht, wie schnell sich eine Besserung zeigt. Meine Patientin erlebt das, weil sie wieder mehr Treppen steigen kann, ohne sich ausruhen zu müssen. Vor der Sacubitril-Gabe war es höchstens ein Stockwerk. Jetzt schafft sie zwei bis drei. Die Luftnot ist viel besser und auch in den Beinen sammelt sich weniger Wasser. Sie ist dankbar.

 

Die Kassen zahlen die Therapie mit Sacubitril

In Deutschland wird diese innovative Therapie von den Krankenkassen übernommen. Der Gesetzgeber hat die Voraussetzungen geschaffen.

Wie bei allen neuen Therapieverfahren: Es dauert leider viel zu lange, bis sie überall ankommen. Daher sollten Patienten ihre Ärzte gezielt danach fragen – und wir als ‚Weißkittel‘ viel genauer zuhören, wie es um die Beschwerden unserer herzkranken Patienten steht. Denn: Ein Arzt ist immer nur so gut, wie sein Patient.  

  

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