Ruta (graveolens): bei Verletzungen und Überlastungen

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Ruta wird unter anderem bei Verletzungen oder überlastungsbedingen Beschwerden an Bändern, Sehnen und Knochen angewandt. Alles über Wirkung, Anwendung und Risiken hier.

Grüne Pflanze
Ruta wird oft bei Verletzungen oder Überlastung des Bewegungsapparates angewandt Foto:  iStock/fermate
 

Ruta graveolens: Was ist es?

Ruta graveolens ist auch unter dem Namen Wein- oder Gartenraute bekannt. Es handelt sich um eine Strauchpflanze, die vorwiegend in Nordafrika sowie in Südwesteuropa beheimatet ist. In der Schulmedizin wird Ruta graveolens in Deutschland nicht verwendet, da die Pflanze in therapeutischen Dosierungen zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen haben kann. In der Homöopathie hingegen soll Ruta zur Heilung verschiedener Erkrankungen beitragen. Als Basis für ein homöopathisches Mittel verwendet man die frischen, über der Erde liegenden Teile der Weinraute. Sie werden zerstoßen und zu einem Extrakt verarbeitet, das Heilpraktiker stark verdünnt (potenziert) verwenden. 

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Einsatzbereiche: Bei welchen Beschwerden wird Ruta graveolens angewandt?

Als homöopathisches Mittel kommt Ruta vor allem bei Krankheiten und Zuständen des Körpers zum Einsatz, die mit Verletzungen oder Überlastungen des Bewegungsapparates zusammenhängen.

Die wichtigsten Anwendungsgebiete sind:

  • Verletzungen, bei denen Knochen oder Gelenke geschädigt wurden, z. B. Verrenkungen, Verstauchungen, Zerrungen
  • Überlastung von Sehnen und Gelenken, etwa in Form einer Sehnenscheidenentzündung oder eines Tennisarms
  • Knochenhautentzündung
  • Krampfader
  • Augenprobleme nach Überanstrengung, etwa nach langer Arbeit am Computer, mit Symptomen wie Kopfschmerzen und schmerzenden Augen
  • Sehschwäche, trübes Sehen

Aus homöopathischer Sicht ist Ruta vor allem für Personen mit folgenden Leitsymptomen geeignet:

  • Gefühl der Zerschlagenheit
  • Beschwerden werden stärker durch Kälte, Nässe, im Sitzen und im Liegen auf der erkrankten Seite
  • Symptome bessern sich bei Bewegung, dem Liegen auf dem Rücken und durch Wärme
 


Ruta graveolens: Welche Dosierung und Anwendung werden empfohlen?

Als homöopathisches Mittel ist Ruta in verschiedenen Formen erhältlich, vor allem als Streukügelchen (Globuli), Tropfen oder Tabletten. Als Dosierung zur Selbstbehandlung verordnen Homöopathen meist die Potenzen D6 oder D12. Die Anwendung erfolgt bis zu dreimal täglich, wobei eine Dosis fünf Globuli entspricht – je nach Schwere und Art der Symptome kann die Dosierung abweichen. Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

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Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

 

Ruta graveolens: Was gilt für die Anwendung bei Baby und Kind?

Babys und kleine Kinder verletzen sich oft, etwa, wenn sie sich stoßen. Im Rahmen einer homöopathischen Behandlung erhalten Kinder häufig Ruta. Es empfiehlt sich jedoch, vor der Gabe Rücksprache mit dem Kinderarzt zu halten – insbesondere, wenn eine Verletzung möglicherweise schwerer ist als zunächst gedacht. Babys und Kinder nehmen Ruta normalerweise in einer niedrigeren Dosis ein als Erwachsene. Säuglinge erhalten pro Gabe meist ein Streukügelchen, Kleinkinder zwei Globuli und Kinder ab drei Jahren drei Globuli. Diese Dosierungen sind allerdings nur grobe Richtlinien und können von Fall zu Fall abweichen.

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Quellen:

Homoeopathische und anthroposophische Arzneimittel, in: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Ruta Graveolens, in: Bundesverband Patienten für Homöopathie e.V.

Ruta Graveolens, in: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte e.V.

Homöoeopathie Fallbeispiele aus der Praxis, in: Die PTA in der Apotheke

Fintelmann, V. & Weiss, R. (2006): Lehrbuch der Phytotherapie. Hippokrates Verlag, Stuttgart

Kirschner-Brouns, S.  Wiesenauer, M. (2012): Homöopathie – Das große Handbuch. Gräfe und Unzer Verlag, München

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