Rückenschmerzen nicht auf die leichte Schulter nehmen

Mann mit Rückenschmerzen
Rund 75 Prozent der Rückenschmerzpatienten untertreiben ihre Schmerzen © privat

Drei von vier Deutschen mit chronischen Rückenschmerzen verharmlosen ihre Schmerzen gegenüber Familie und Freunden. Das hat gefährliche Folgen.

Rund 75 Prozent der Erwachsenen mit chronischen Rückenschmerzen spielen gegenüber Freunden und Angehörigen herunter, wie stark ihre Schmerzen sind – das ergibt eine aktuelle Umfrage der Initiative „Der Krankheit aufrecht begegnen“. Sie wurde vom Marktforschungsinstitut Harris Poll im Auftrag des BioPharma-Unternehmens AbbVie durchgeführt und untersucht die emotionalen und physischen Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen. Befragt wurden mehr als 1.000 Erwachsene in Deutschland mit chronischen Rückenschmerzen.

In Europa leidet jeder Fünfte unter Rückenschmerzen, die mindestens drei Monate andauern und damit als chronisch gelten. Der Umfrage zufolge stimmen 68 Prozent der Befragten der Aussage zu „Mein Rückenschmerz beeinträchtigt mich täglich“. 62 Prozent sagen, dass sie sich durch die chronischen Rückenschmerzen älter fühlen als sie sind. Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) geben zudem an, dass sich die Schmerzen negativ bis sehr negativ auf ihre Lebensqualität auswirken.

 

Rückenschmerzen verharmlost

Trotzdem spielen 75 Prozent der Erwachsenen mit chronischen Rückenschmerzen das Ausmaß ihrer Schmerzen gegenüber Freunden und Angehörigen herunter. 71 Prozent der Befragten ist bewusst, dass chronischen Rückenschmerzen eine ernstzunehmende Erkrankung zugrunde liegen kann. Trotzdem geben 40 Prozent der von chronischen Rückenschmerzen Betroffenen zu, dass sie wissen, sie müssten sich darum kümmern, machen es aber nicht. Rund jeder Dritte (33 Prozent) würde sich eher auf die Behandlung der Symptome seiner chronischen Rückenschmerzen konzentrieren, als einen Arzt aufzusuchen, um die zugrundeliegende Ursache bestimmen zu lassen.

„Fast jeder hatte schon einmal Rückenschmerzen. Sie gehören in unserer Gesellschaft zum Leben und werden deshalb oft nicht ernst genommen“, sagt Ludwig Hammel, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB). „Doch die Betroffenen leiden oft stark unter den Auswirkungen ihrer chronischen Schmerzen. Sie fühlen sich in allen Lebensbereichen beeinträchtigt.“

 

Arbeiten entgegen der Empfehlung des Arztes

Chronische Rückenschmerzen wirken sich laut 36 Prozent der Befragten auch negativ auf die Leistungsfähigkeit im Job aus. Davon gaben je rund ein Drittel an, dass ihr Arzt ihnen empfohlen hat, die Arbeit niederzulegen bzw. sie zeitweilig ganz aufhören mussten zu arbeiten. Jeder Fünfte von ihnen musste aufgrund der Schmerzen Stunden kürzen.

„Gerade bei Schmerzen, die länger als drei Monate dauern, ist es wichtig, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, weil sie auch entzündlich bedingt sein können“, sagt Prof. Dr. med. Joachim Sieper, Leiter der Abteilung Rheumatologie am Campus Benjamin Franklin, Charité. „Umso später die Diagnose gestellt wird und je länger entzündlich bedingte Rückenschmerzen unbehandelt bleiben, desto größer ist die Gefahr, dass langfristig eine Verknöcherung der Wirbelsäule eintritt und die Beschwerden zunehmen.“

 

Aufbau der Studie

Die Umfrage wurde im Rahmen der Initiative „Der Krankheit aufrecht begegnen“ von der Firma AbbVie in Auftrag gegeben und online vom 3. bis 7. November 2014 durchgeführt. Befragt wurden 1.021 Erwachsene (18+), die seit mehr als drei Monaten unter chronischen Rückenschmerzen leiden und ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Die Daten wurden gewichtet, um für Erwachsene in Deutschland, die seit mehr als drei Monaten an Rückenschmerzen leiden, repräsentativ zu sein.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.