Rückenschmerzen (Dorsalgie)

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Rückenschmerzen (Dorsalgie) zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in Deutschland. Studien legen nahe, dass jeder zweite bis dritte Deutsche mehr oder weniger starke Rückenbeschwerden hat. Es ist sehr wahrscheinlich, irgendwann einmal selbst die Erfahrung mit Dorsalgie zu machen – im Laufe seines Lebens bleibt schätzungsweise nur jeder Fünfte von solchen Beschwerden verschont. In über 90 Prozent der Fälle steckt keine dauerhafte Schädigung des Rückens hinter den Beschwerden, sondern schmerzhafte Verspannungen. Das bedeutet, dass wir selbst viel gegen Dorsalgie unternehmen können.

 

Was sind Rückenschmerzen (Dorsalgie)?

Rückenschmerzen (Dorsalgie) sind häufig – jeder zweite bis dritte Deutsche ist Schätzungen zufolge mehr oder weniger stark betroffen. Die meisten Beschwerden bereiten die Kreuz- und Lendenwirbelsäule, also der untere Bereich des Rückens. Neben den Rückenschmerzen am unteren Rücken („Kreuzschmerzen“) sind Beschwerden der Halswirbelsäule häufig. Eher selten schmerzt die Brustwirbelsäule bei Dorsalgie.

Häufig steckt keine körperliche Ursache hinter der Dorsalgie – der Arzt spricht von „unspezifischen Rückenschmerzen“. Manchmal sind Veränderungen an der Wirbelsäule oder andere Erkrankungen der Grund für die Rückenschmerzen. Beispiele hierfür sind etwa eine Arthrose (Gelenkverschleiß), ein Bandscheibenvorfall oder ein Schiefstand des Rückens (Skoliose).

Rückenschmerzen beim Mann
Treten die Rückenschmerzen (Dorsalgie) im obersten Wirbelsäulenabschnitt ab, haben sie ihren Ursprung oft im Bereich der Halswirbelsäule © istock/Yuri_Arcurs
 

Ist Dorsalgie heilbar?

Rückenschmerzen beziehungsweise Kreuzschmerzen heilen oft von selbst: In den meisten Fällen sind die Rückenschmerzen zunächst sehr stark, klingen dann aber wieder von alleine ab. Unterstützend hilft eine Schmerzbehandlung. Auch wenn ein akuter Rückenschmerz sehr unangenehm ist und den Alltag anfangs deutlich einschränkt – meist ist er harmlos. Anders sieht es aus, wenn Lähmungen, Gefühlsverlust oder weitere Symptome neben der Dorsalgie auftreten. Dann ist ein sofortiger Arztbesuch erforderlich, um die Ursachen zu klären!

 

Wer behandelt Rückenschmerzen?

Wenn Sie unter Rückenschmerzen leiden, ist in der Regel zunächst Ihr Hausarzt der richtige Ansprechpartner. Er kann eine erste Untersuchung vornehmen und Sie, je nachdem welche Ergebnisse vorliegen, gegebenenfalls an einen Spezialisten überweisen. Hier kommt es ganz auf die Ursache für Ihre Dorsalgie an. Eventuell werden Sie an einen Orthopäden, an einen Physiotherapeuten oder aber an einen Neurologen verwiesen. Sind die Rückenschmerzen die direkte Folge eines Unfalls, sollten Sie sich in ein Krankenhaus begeben, um etwaige schwerere Verletzungen ausschließen lassen zu können.

 

Was hilft bei Dorsalgie?

Es gibt verschiedene Methoden, um Dorsalgie zu lindern. Zunächst ist es aber wichtig, die Ursache für die Beschwerden zu kennen. Wer nicht genau weiß, was der Grund für seine Rückenschmerzen sind, sollte sich beispielsweise Rat bei einem Osteopathen suchen. Dieser bezieht bei seiner Suche den ganzen Körper mit ein. So könnte es zum Beispiel sein, dass der Osteopath aufdeckt, dass die Störung eines inneren Organs die Rückenschmerzen auslöst. Natürlich gibt es aber auch noch weitere Verfahren und Spezialisten, die Ihnen weiterhelfen und Rückenschmerzen vorbeugen können.

 

Was ist besser bei Rückenschmerzen – eine harte oder eine weiche Matratze?

Tatsächlich ist es so, dass die richtige Matratze weder zu hart noch zu weich sein sollte, um sich vor einer Dorsalgie zu schützen. Richtig – und schonend für den Rücken – ist eine Matratze, die Ihren Körper ganz genau aufnimmt. Das bedeutet: Wenn Sie sich auf Ihr Bett legen, darf die Unterlage an keiner Stelle eine Vertiefung bilden. In diesem Fall werden andere Teile des Körpers nicht optimal gestützt. Weitere Informationen zur richtigen Matratze bei Rückenschmerzen gibt es hier.

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft
Rückenschmerzen in der Schwangerschaft werden durch körperliche Veränderungen und das zunehmende Gewicht des Bauches ausgelöst © istock/taras
 

Was tun bei Rückenschmerzen in der Schwangerschaft?

Die Mehrzahl der Frauen leidet in der Schwangerschaft unter Dorsalgie. Ein effektives Mittel gegen anhaltende Beschwerden ist ganz klar Bewegung. Sportarten wie Schwimmen oder Yoga helfen, den Rücken zu entlasten, indem Sie ihn sanft stärken. Weitere Tipps gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft finden Sie in unserer Bildergalerie.

 

Was ist chronischer Rückenschmerz?

Neben akuten Schmerzen besteht die Möglichkeit, dass Rückenschmerzen chronisch verlaufen. Schmerzen jeglicher Art werden dann als chronisch bezeichnet, wenn sie länger als sechs Monate bestehen. Die eigentlich Ursache ist zu diesem Zeitpunkt häufig nicht mehr erkennbar, aber der Schmerz ist weiterhin konstant. Dahinter stecken manchmal körperliche Ursachen, häufig aber auch unspezifische Rückenschmerzen. Chronische Schmerzen werden dann zu einer eigenen Erkrankung. Wichtig ist daher, aktiv zu werden und gegen die „Schmerzspirale“ vorzugehen.

Rückenschmerzen am Arbeitsplatz
Falsches Sitzen am Arbeitsplatz ist häufiger Auslöser von Dorsalgie © istock/Peopleimages

Ein Blick auf die Wirbelsäule hilft zum Verständnis von Dorsalgie: Die Wirbelsäule stützt den Rumpf und schützt wichtige Nervenbahnen, allen voran das Rückenmark. Von oben nach unten gliedert sie sich in die Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule, das Kreuzbein und das Steißbein. Seitlich betrachtet fällt auf, dass die Wirbelsäule mehrfach geschwungen ist. Dadurch kann sie gleichermaßen Belastungen abfedern und ist in sich stabil.

Die Wirbelsäule gleicht einem geschwungenen Stab, auf den sich abwechselnd Wirbel und Bandscheiben aufreihen. Die Wirbel sind über ihre Fortsätze miteinander verbunden; diese Fortsätze bilden die Wirbelgelenke (Facettengelenke). Durch ihre Form umschlingen die Wirbelknochen das Rückenmark und schützen teilweise auch abzweigende Nervenäste, die vom Rückenmark austreten.

Zwischen den Wirbelknochen liegen die Bandscheiben. Sie puffern wie Gelkissen Belastungen ab, die auf die Wirbelsäule wirken. Auch halten sie die Wirbel auf Abstand und sichern die Beweglichkeit. Die Bandscheiben haben keine eigene Blutversorgung. Sie brauchen abwechselnde Entlastung und Belastung, um sich zu ernähren und Abfallstoffe auszuscheiden. Werden die Bandscheiben zu wenig entlastet, schrumpfen sie und verändern ihre Konsistenz – manchmal verrutschen sie (Bandscheibenvorfall).

Rückenschmerzen durch Bandscheibenvorfall
Manchmal sind Veränderungen an der Wirbelsäule wie z.B. ein Bandscheibenvorfall die Ursache für Dorsalgie © istock/Lars Neumann

Muskeln und Bänder stabilisieren die Wirbelsäule. Die großen äußeren Rücken- und Bauchmuskeln spüren wir, wenn wir den Rücken bewegen – oder auch, wenn wir nach einem stressigen Tag verspannen. Zusätzlich gibt es die feinen Muskeln zwischen den Wirbelknochen, welche die Wirbelsäule justieren. Diese Muskeln sind uns meist weniger vertraut. Sie machen sich aber bemerkbar, wenn sie bei einer sogenannten Blockade abrupt verspannen und Dorsalgie auslösen.

VIDEO: Die richtige Matratze gegen Rückenschmerzen

 
Ursachen
Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.