Rückenschmerzen in der Schwangerschaft: Was kann ich tun?

Viele Frauen haben mit Rückenschmerzen in der Schwangerschaft zu kämpfen. Doch wodurch entstehen die Schmerzen im Kreuz? Was hilft gegen die Rückenschmerzen und wie kann ich sie gezielt vorbeugen?

Schwangere Frau hält sich den schmerzenden Rücken?
Rückenschmerzen werden häufig als allererstes Schwangerschaftsanzeichen wahrgenommen Foto:  iStock/AntonioGuillem
Inhalt
  1. Wodurch entstehen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft?
  2. Rückenschmerzen während der Frühschwangerschaft
  3. Rückenschmerzen in der Schwangerschaft – eine Sache der Haltung
  4. Tipps gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft
  5. Rückenschmerzen in der Schwangerschaft vorbeugen
 

Wodurch entstehen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft?

Der weibliche Körper muss in der Schwangerschaft vieles aushalten. Die im Rücken sitzenden Muskeln und Gelenke einer Frau sind während der Schwangerschaft bisher ungewohnten Belastungen ausgesetzt – durch das stetig wachsende Baby im Bauch der Mutter. Dadurch kann es zu Verspannungen und Veränderungen der Haltung kommen. Häufige Folge: Rückenschmerzen. Außerdem lockern sich – ausgelöst durch das Hormon Progesteron – das Becken sowie Bänder und Muskeln im Bauchbereich, um den Körper auf die Geburt vorzubereiten. In Folge dessen kann es jedoch auch leicht zu Reizungen der Lendenwirbelsäule kommen.

Befindet sich eine Frau bereits in den letzten Schwangerschaftswochen, rutscht das Kind immer tiefer ins Becken und drückt dabei auf die im Beckenboden sitzenden Nerven. Meistens auf den Ischiasnerv. Auch das kann unangenehme Rückenschmerzen auslösen. Zudem treten Rückenschmerzen oft auch während der Geburtswehen auf. Bei besonders starken Schmerzen im Rückenbereich sollte die Schwangere hierbei besonders schnell in die Klinik gefahren werden. Ein weiterer Auslöser für Rückenschmerzen in der Schwangerschaft können auch eine Niereninfektion oder ein Nierenstau sein.

 

Rückenschmerzen während der Frühschwangerschaft

Es kommt häufig vor, dass Frauen Rückenschmerzen als eines der allerersten Schwangerschaftsanzeichen wahrgenommen haben. Doch warum äußern sie sich eigentlich am Anfang einer Schwangerschaft? Auslöser sind meist die wachsende Gebärmutter sowie die Schwangerschaftshormone, die dafür sorgen, dass sich Muskeln und Bänder im Beckenbodenbereich lockern. Eine Lageanomalie der Gebärmutter kann außerdem zu Rückenschmerzen führen. Dabei ist die Gebärmutter nach hinten und nicht nach vorne geknickt. In den ersten Wochen einer Schwangerschaft richtet sie sich auf und verursacht so die Beschwerden.

 

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft – eine Sache der Haltung

Das Baby wächst schnell und stetig. Durch das zunehmende Gewicht des Bauches wird der Oberkörper mehr und mehr nach vorne gezogen. Der Körperschwerpunkt verlagert sich und Schultern und Po fallen zum Ausgleich nach hinten. Es ist nicht selten, dass Frauen im Laufe ihrer Schwangerschaft ein Hohlkreuz entwickeln, um die Verlagerung des Gewichtes auszugleichen. Doch auch die Brüste nehmen an Gewicht zu und belasten den Schulterbereich. Das führt zu Rückenschmerzen.

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Tipps gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Es gibt viele Hausmittel, Übungen und Heilmethoden, die gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft helfen können. Sollten die Schmerzen jedoch zu stark werden, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Folgende Maßnahmen können gegen Ihre Rückenschmerzen helfen:

  1. Wärme: Legen Sie sich ein Kirschkernkissen, eine Wärmflasche oder ein Heizkissen in den Rücken. Linderung bietet auch ein warmes Bad in der Wanne. Auch die Verwendung einer Rotlichtlampe kann gegen Rückenschmerzen helfen.
  2. Massagen: Ihre Hebamme kann Ihnen sicher ein paar Handgriffe zeigen oder Ihnen einen geeigneten Physiotherapeuten empfehlen. Auch Ihr Partner kann sanft Hand anlegen. Er sollte dabei jedoch nicht zu viel Druck ausüben.
  3. Yoga und/oder Gymnastik: Es gibt spezielle Yoga- und Gymnastik-Kurse für Schwangere. Dort werden zielgerichtet nur die Muskeln gestärkt, die während der Schwangerschaft besonders beansprucht werden und Tipps zur Entlastung des Rückens gegeben.
  4. Akupunktur: Rückenschmerzen lassen sich auch mithilfe von Akupunktur lindern. Einige Hebammen verfügen über eine spezielle Zusatzausbildung.
 

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft vorbeugen

Schwangere Frauen können schon im Vorhinein einiges dagegen tun, dass Rückenschmerzen entstehen. Besonders wichtig ist es, sich genügend zu bewegen. Unternehmen Sie täglich kleine Spaziergänge, schon 15 Minuten reichen aus. Tipp: Schwimmen ist bei Schwangeren sehr beliebt und schont den Rücken. Ob Ihre Kasse die Kosten für Schwimmkurse für Schwangere übernimmt, darüber informiert Ihre Krankenkasse.
Achten Sie im Alltag außerdem auf die richtige Haltung. Dazu gehört auch, dass Sie morgens über die Seite aufstehen – und nicht ruckartig aus dem Liegen. Wenn Sie etwas heben müssen, gehen Sie vorher in die Knie und halten Sie Ihren Rücken gerade. Jedoch sollten Sie als Schwangere grundsätzlich nichts Schweres heben. 

 

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