Rudi Völler – Diagnose Nierensteine

Rudi Völler
Fußball-Legende Rudi Völler litt unter Nierensteinen: Mit einer heftigen Nierenkolik musste er ins Krankenhaus gebracht werden © Imago

Harnsteine führen oft zu einer schmerzhaften Nierenkolik. Rudi Völler weiß das aus leidvoller Erfahrung. Doch wann ist eigentlich eine Operation notwendig?

Auf dem Weg ins Stadion bekam er plötzlich so heftige Schmerzen, dass er fast zusammenbrach. Fußball-Legende Rudi Völler musste 2013 von einem Bayer Mitarbeiter ins Klinikum Leverkusen gebracht werden. Dort diagnostizierten die Mediziner Nierensteine und eine daraus entstandene Kolik. Es gelang den Ärzten, einen der Steine mit Medikamenten zu lösen. Der andere Nierenstein wurde bei einer Operation zertrümmert. „Die Tage waren verdammt schmerzhaft", sagte der Sportdirektor von Bayer Leverkusen kurz nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus.

 

So entstehen Nierensteine

Unter bestimmten Umständen kristallisieren Substanzen – wie Salze – im Urin, die normalerweise gelöst sind. Durch Anlagerungen in der Niere werden die Steine immer größer. „Die exakte Ursache für die Entstehung von Harnsteinen kennen wir noch nicht", sagt der Urologe Dr. Rudolf Pfab. „Wir wissen jedoch, dass eine Übersäuerung durch fleischreiche Ernährung das Risiko erhöht." Auch Menschen mit Stoffwechselstörungen – etwa einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen – leiden häufig an Nierensteinen.

 

Wann bereiten Nierensteine Beschwerden?

In der Niere verursachen die Steine meist keine Schmerzen. Doch je größer ein Nierenstein wird, desto gefährlicher können seine Folgen sein: Er kann Infekte übertragen und die Niere dadurch schädigen. Die meisten Betroffenen spüren den Stein jedoch erst, wenn er in den engen Harnleiter oder ins Nierenbecken wandert. „Dann kommt es meist zu einer Harnstauung und dadurch zu einer Nierenkolik", erklärt Dr. Pfab. „Typische Symptome sind qualvolle krampfartige Schmerzen, Übelkeit mit Erbrechen und häufiger Harndrang." Wichtig: Tritt zudem noch Fieber auf, sollten Betroffene sich sofort in einer urologischen Praxis oder in einer Klinik behandeln lassen.

 

Diagnose von Nierensteinen

Durch eine Laboruntersuchung des Bluts, eine mikroskopische Analyse des Urins und einen anschließenden Ultraschall-Check kann der Arzt feststellen, ob Nierensteine vorliegen. In manchen Fällen muss zusätzlich ein Computertomogramm (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) gemacht werden.

 

Wann muss operiert werden?

Kleine Nierensteine (unter fünf Millimeter) verschwinden in 80 Prozent der Fälle von ganz allein wieder. „Sie können über den Harnleiter in die Harnblase gespült werden", erklärt Dr. Pfab. Tipp des Urologen: „Betroffene müssen reichlich trinken und sich bewegen, zum Beispiel hüpfen. So kann sich der Stein besser lockern." Zur Entfernung größerer Nierensteine gibt es unterschiedliche moderne Operationsverfahren: Der Stein kann mit einer Lasersonde zerkleinert und dann ausgespült werden – entweder durch ein per Hautschnitt direkt in die Niere eingeführtes Endoskop oder durch eine in den Harnleiter eingesetzte Schiene.

 

Weitere Therapien gegen Nierensteine

„Ein sehr schonendes Verfahren ist die Stoßwellen-Verkleinerung", sagt Dr. Pfab. Der Stein wird mit Hilfe von Ultraschall oder Röntgenbildern geortet. Dann werden Stoßwellen gezielt auf die Mitte des Steines gerichtet: Dabei wird er in kleinste Teile zertrümmert, die über Harnleiter und Blase mit dem Urin ausgeschieden werden. Vorteile für die Patienten: Kein Hautschnitt, kein Laser, das Gewebe wird bei der Behandlung kaum geschädigt.

 

Risiko für weitere Nierensteine

Eine Analyse des Nierensteins im Labor verrät, ob jemand ein erhöhtes Risiko für die Krankheit hat. „Es gibt unterschiedliche Steinarten. Wenn wir die chemische Zusammensetzung kennen, können wir zukünftiger Steinbildung gezielt vorbeugen", so Dr. Pfab. Enthält ein Nierenstein beispielsweise Phosphat, ist die Wahrscheinlichkeit der Neubildung sehr hoch. Und Nierensteine aus Zystin sind durch einen Gendefekt verursacht – Betroffene müssen dauerhaft mit Medikamenten vorbeugen. In 70 Prozent der Fälle sind die Steine aus Kalziumoxalat – sie treten meist nur ein oder zweimal im Leben auf. Kommen Sie häufiger vor, sollte der Stoffwechsel überprüft werden.

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