Rücktritt von Juan Carlos – Kostete ihn die Hüft-OP den Thron?

Juan Carlos dankt ab
Juan Carlos trat gestern überraschend von seinem Amt als König von Spanien zurück. Nun häufen sich Hinweise darauf, dass er dies auch aus gesundheitlichen Gründen tun musste © Imago

Trat König Juan Carlos von Spanien aufgrund von gesundheitlichen Problemen zurück? Offiziell heißt es, er möchte mit diesem Schritt den Weg frei machen für seinen Sohn, den neuen König Felipe. Doch es häufen sich auch die Hinweise darauf, dass nach etlichen Operationen – von denen sich der Monarch aufgrund seines Lebenswandels nie wirklich erholen konnte – in den letzten Jahren nicht mehr in der Lage war, sein Amt auszuüben. Praxisvita hat für Sie die Hintergründe zur Krankenakte Juan Carlos und erklärt in einer Bildergalerie, wie Sie sich nach einer Hüft-OP richtig verhalten.

In den vergangenen Jahren hatte König Juan Carlos mit vielen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Neun Mal musste der scheidende Monarch wegen verschiedener Hüft-, Rücken-, Knieleiden und einem Lungentumor operiert werden. Nun ist er überraschend zurückgetreten. In einer offiziellen Erklärung heißt es, dass er die Amtsgeschäfte an die nächste Generation – seinem Sohn Kronprinz Felipe – abtritt, um den Weg frei zu machen für eine der modernen Zeit angepasste Regentschaft.

Doch viele Insider sind überzeugt, dass der Gesundheitszustand des Monarchen ein wichtiger Grund für den Rücktritt gewesen sei. Seitdem sich Juan Carlos im Mai 2010 erstmals einer Operation wegen eines Lungentumors unterziehen musste, kamen regelmäßig weitere Eingriffe hinzu. Zudem wollen auch die Gerüchte um ein Herzleiden nicht verstummen.

 

Hat sich der König nicht geschont?

Offenkundig ist, dass einige der Eingriffe hätten verhindert werden können, wenn sich der Monarch nach seinen Operationen entsprechend seiner ärztlichen Auflagen geschont hätte. Nach seiner ersten Hüft-OP – Juan Carlos hatte sich 2012 bei einer Elefantenjagd in Botswana die Hüfte gebrochen – gab es immer wieder Komplikationen mit der eingesetzten Hüftprothese, die letztlich nicht nur zu Ausfällen in seiner Amtsausübung, sondern auch zu Folgeoperationen geführt hatten.

Im Falle einer Knieoperation, der er sich im Jahre 2011 unterzog, musste er bereits drei Monate später wieder operiert werden – diesmal an der Achillesferse – da er sich nicht richtig auskuriert und während der Rehabilitation zu schnell zu stark belastet hatte. Viele Kenner des Königshauses sprechen in diesem Zusammenhang davon, dass der König sich sowohl nach seiner Hüft-OP, als auch nach seinem Eingriff am Knie nicht ausreichend geschont und so die Verschlechterung seiner Gesundheit selbst mit verschuldet hatte.

 

Juan Carlos litt unter den Nebenwirkungen von Schmerztabletten

In den meisten Fällen seiner beachtlichen Liste an Operationen verließ Juan Carlos schon kurz nach den Eingriffen das Krankenhaus, um sich zu Hause ausruhen zu können, wie von offizieller Seite beschwichtigt wurde – aber eben auch, um rasch wieder seinen Amtsgeschäften nachgehen zu können. Oft sagte er in dieser Zeit selbst kleine private Termine – wie ein Familien-Shooting – ab und wurde zu offiziellen Anlässen auf Krücken gesehen. So humpelte er beispielsweise mit schmerzverzerrtem Gesicht und zwei Gehhilfen zu einem Empfang des Papstes.

Juan Carlos dankt ab
Juan Carlos wurde seit 2010 neun Mal operiert. Immer wieder musste er sich den Vorwurf gefallen lassen, sich nach seinen Operationen nicht ausreichend geschont und damit letztlich seinen Gesundheitszustand verschlimmert zu haben. Bei einem Papst-Audienz kam er beispielsweise auf Krücken und mit schmerzverzerrtem Gesicht © Corbis

Beobachtern fiel damals auf, dass König Juan Carlos „sehr schlecht aussehe“. Sein Gesicht war aufgequollen und blass. Offensichtlich litt der gerade aus einer Klinik entlassene Monarch unter den Nebenwirkungen der starken Schmerzmittel. Die Tatsache, dass erst nach dem Verlassen des Krankenhauses die Rede von einer geplanten Absetzung der Schmerzmittel sei, zeigt, dass der königliche Patient erhebliche Mengen an Analgetika einnehmen musste, um sich außerhalb eines Krankenbettes bewegen zu können. Der Schluss, dass Juan Carlos diese Schmerzmittel dazu nutze, um seine Amtsgeschäfte – entgegen aller ärztlichen Empfehlungen – wieder umgehend aufnehmen zu können, liegt dabei nahe.

 

Verhalten nach einer Hüft-OP

In Deutschland lassen sich jedes Jahr rund 1,2 Millionen Menschen wegen Problemen mit der Hüfte in Krankenhäusern behandeln. Mehr als 200.000 dieser Patienten bekommen schließlich eine neue Hüfte operativ eingesetzt. Praxisvita erklärt Ihnen in einer Bildergalerie, was Sie nach einer Hüft-OP tun und vor allem, was Sie lassen sollten.

Hamburg, 3. Juni 2014

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.