Rote Flecken am Körper: Gründe und Behandlung

Redaktion PraxisVITA

Rote Flecken am Rumpf oder am ganzen Körper verbinden viele Menschen mit Erkrankungen wie Masern oder Windpocken – vor allem, wenn Babys und Kinder betroffen sind. Neben klassischen Kinderkrankheiten gibt es jedoch viele weitere mögliche Ursachen.

Rote Flecken am Körper
Rote Flecken am Körper müssen nicht immer nur auf Windpocken und Co. hindeuten Foto:  iStock/peepo
Inhalt
  1. Häufige Ursachen: Welche Gründe haben rote Flecken am Körper?
  2. Rote Flecken am Körper: Auf welche Symptome achtet der Arzt?
  3. Behandlung von roten Flecken am Körper: Was macht der Arzt?

Sie jucken oder schmerzen, treten einzeln oder gehäuft auf, bleiben dauerhaft bestehen oder kehren immer wieder: Rote Flecken am Körper können ganz unterschiedlich beschaffen sein. Auch können sie sich im weiteren Verlauf zu Pusteln, Papeln oder anderen erhabenen Hauterscheinungen entwickeln.

 

Häufige Ursachen: Welche Gründe haben rote Flecken am Körper?

Typische Ursachen für rote Flecken am Rumpf oder am gesamten Körper sind:

1. „Kinderkrankheiten“:

Bei Kindern weisen rote Flecken sehr häufig auf eine der typischen Kinderkrankheiten hin. Dazu zählen z. B.:

  • Dreitagefieber: Die Flecken zeigen sich vor allem an Nacken und Rumpf.
  • Windpocken: Typisch sind Flecken an Kopf und Rumpf, die zu Knötchen und Blasen werden.
  • Masern: Der fleckige Ausschlag breitet sich von den Ohren und dem Gesicht auf den ganzen Körper aus.

2. Andere Infektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen: Verschiedene Krankheitserreger können rote Hauterscheinungen hervorrufen. Ein Beispiel ist die durch einen Zeckenbiss übertragene Borreliose, die zu einer Rötung um die Bissstelle führt (sog. Wanderröte).

3. Allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten, z. B.:

Arzneimittelexanthem: Der Ausschlag entsteht durch Medikamente.

Kontaktallergie: Reaktionen auf Pflegeprodukte wie Duschgel oder bestimmte Kleidung.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten/-allergien: Sie können ebenfalls zu roten Flecken am Körper führen.

Weitere mögliche Ursachen sind Hauterkrankungen, diverse innere Erkrankungen oder Reize wie Wärme oder Kälte.

 

Rote Flecken am Körper: Auf welche Symptome achtet der Arzt?

Rote Flecken am Körper sollten vom Arzt begutachtet werden, wenn sie

  • nicht nach kurzer Zeit nachlassen,
  • sich weiter ausbreiten oder verändern oder wenn weitere Symptome hinzutreten, etwa Schmerzen, Fieber oder Krankheitsgefühl.

Im Gespräch wird sich der Arzt nach weiteren Beschwerden erkundigen und zusätzliche Informationen erfragen. So wird er zum Beispiel wissen wollen, ob der Patient Medikamente einnimmt, die die Flecken ausgelöst haben könnten. Um die Ursache einzugrenzen, wird der Arzt sich die roten Flecken am Körper genau ansehen. Wichtig für die Diagnose ist dabei unter anderem, wo die Flecken auftreten (zum Beispiel nur am Bauch oder am gesamten Körper) und wie viele es sind, ob es sich tatsächlich um Flecken oder um andere Hauterscheinungen wie Quaddeln handelt, wie groß die Flecken sind und welche Form sie haben.

Rote Flecken im Gesicht können unterschiedliche Ursachen haben.
Symptome & Beschwerden Rote Flecken im Gesicht: Ursachen und Behandlung

 

Behandlung von roten Flecken am Körper: Was macht der Arzt?

Die Therapie von roten Flecken am Körper ist von den jeweiligen Gründen abhängig:

Bei Kinderkrankheiten helfen Schonung und gegebenenfalls fiebersenkende Maßnahmen. Sind Bakterien die Ursache, etwa bei Scharlach, wird der Arzt zudem ein Antibiotikum verschreiben.

Grundsätzlich ist die Behandlung von Infektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen vom jeweiligen Erreger abhängig. Bei viralen Infekten reicht es meist aus, sich zu schonen und die Symptome zu lindern, etwa mit schmerz- oder fiebersenkenden Mitteln. Bakterieninfektionen lassen sich dagegen mit Antibiotika bekämpfen. Pilz-Infektionen werden normalerweise mit Anti-Pilz-Mitteln (Antimykotika) behandelt.

Bei einer Allergie sollte man den Auslöser möglichst meiden. Reagiert eine Person beispielsweise allergisch auf ein Medikament, wird der Arzt es möglichst durch ein anderes ersetzen. Antiallergika (z. B. Antihistaminika) oder entzündungshemmende Mittel, z. B. Kortison (Glukokortikoide), können die Symptome vorübergehend unterdrücken. In bestimmten Fällen, etwa bei einer Hausstauballergie, ist eine Hyposensibilisierung möglich. Dabei bekommt der Patient über Jahre hinweg die allergieauslösende Substanz in geringer Dosis verabreicht. Ziel ist es, das Immunsystem langsam an die Substanz zu gewöhnen.

Quellen:

Altmeyer, P. (2007): Dermatologische Differenzialdiagnose: Der Weg zur klinischen Diagnose. Springer, Heidelberg

Battegay, E. (2017): Differenzialdiagnose innerer Krankheiten. Thieme, Stuttgart

Deutsche Apotheker Zeitung (2010)

Pschyrembel

Altmeyers Enzyklopädie

Füeßl, H., Middeke, M. (2018): Duale Reihe Anamnese und klinische Untersuchung. Thieme, Stuttgart

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