Rosskastanie - die Arzneipflanze des Jahres 2008

Die Frucht der Rosskastanie ist als Essen nicht genießbar. Sie enthält jedoch viele Wirkstoffe, die Krankheiten wie Venenschwäche, Juckreiz oder Gicht mildern.

Rosskastanie
Die Früchte helfen bei Krampfadern und schweren Beinen, denn sie enthalten den Pflanzenstoff Aescin, der die Venenwände stärkt und abdichtet. © Fotolia
 

Rosskastanie: Anwendung und Heilwirkung

Definition Rosskastanie

Bezeichnung: Aesculus hippocastanum Familie: Seifenbaumgewächse                    Gattung: Rosskastanie

Anwendungsgebiete der Rosskastanie sind Krämpfe, Schwellungen, Venenschwäche und Juckreiz. Daneben kommt die Kastanie als Unterstützung bei Ischiasbeschwerden, Diabetes und Gicht zum Einsatz. In der Homöopathie verwendet man die Rosskastanie zur Behandlung von Unterschenkelgeschwüren und Hämorrhoiden. Seine Wirkung verdankt die Rosskastanie dem Wirkstoff Aesculin. Dieser ist sowohl in den Blättern als auch in der Frucht und der Rinde enthalten. Er wirkt tonisierend, abschwellend und blutverdünnend.

 

In der Rosskastanie enthaltene Wirkstoffe

Ätherische Öle, Gerbstoffe (in der Samenschale), Cumarine wie Aesculin, fettes Öl, Flavonoide (v.a. Quercetin- und Kämpferol-Glykoside), Mineralstoffe, Purine, Proteine, Polysaccharide, Sterole, Triterpensaponine (mit Protoaescigenin), Vitamine B und C

 

Verbreitung

Rosskastanien-Extrakt hilft bei Venenschwaeche
Der Extrakt schützt die Gefäße und stoppt die Entzündung in den Venen. © Fotolia

Die Rosskastanie stammt vom Balkan. In der freien Natur wächst sie in den Mittelgebirgen Albaniens, Mazedoniens und Griechenlands in Höhen von 900 bis 1.300 Metern. Sie bevorzugt dabei besonders (halb)schattige Orte mit feuchten und frischen Böden.

 

Botanik

Die Rosskastanie ist ein Baum, der eine Höhe von etwa 20 bis 30 Metern erreicht. Er hat weiße, gefleckte, harzig-klebrige Blüten, die in Rispen stehen. Seine Blätter sind fünf- bis siebenzählig gefingert.

 

Andere Namen der Rosskastanie

Pferdekastanie, Wilde Kastanie, Vixirinde, Saukastanie, Foppkastanie

Wissenswertes

Die Rosskastanie war der Baum des Jahres 2005 und die Arzneipflanze des Jahres 2008 (Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen der Universität Würzburg).

Ihren Namen verdankt die Rosskastanie den Türken, die sie bei der Belagerung von Wien als Pferdefutter mitführten. In Mitteleuropa wurde die Rosskastanie erstmals 1576 im Wiener Hofgarten gepflanzt und verbreitete sich schnell. Alleen aus Rosskastanien sind in Deutschland sehr beliebt. Leider ist der Bestand durch den Befall der Miniermotte stark gefährdet.

Die Früchte der Rosskastanie sind anders als die der Esskastanie nicht für den Menschen genießbar.

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