Rosmarinöl: Stimulierend, belebend und gut gegen Haarausfall

Redaktion PraxisVITA

Rosmarinöl ist das ätherische Öl der Rosmarinpflanze, das die Menschen im Mittelmeerraum bereits seit der Antike in vielen Bereichen des Lebens begleitet. Die in der Heilpflanze enthaltene Wirkstoffkombination erlaubt eine vielfältige Anwendung – sowohl physisch als auch psychisch.

Öl aus Rosmarin
Rosmarinöl kann äußerlich und innerlich angewendet werden Foto:  istock/marrakeshh
Inhalt
  1. Herkunft und Gewinnung von Rosmarinöl
  2. Inhaltsstoffe und Wirkung von Rosmarinöl
  3. Äußerliche Anwendung von Rosmarinöl
  4. Massage
  5. Innerliche Anwendung von Rosmarinöl
  6. Gegenanzeigen – hier sollten Sie aufmerksam sein
  7. Rosmarinöl kaufen – darauf sollten Sie achten

Bekannt als Gewürz- und Heilpflanze wurde der Rauch von Rosmarin bereits seit der Antike zur Desinfektion und Reinigung von Raumluft benutzt, auch in Krankenhäusern. Und auch die pflegende und heilende Wirkung des Rosmarinöls ist seit Langem bekannt: Es wirkt sich positiv auf Haut und Haare, das Herz-Kreislauf-System, das Verdauungssystem sowie den Bewegungsapparat aus und stärkt die Immunabwehr.

 

Herkunft und Gewinnung von Rosmarinöl

Die im Mittelmeerraum seit 100 nach Christus kultivierte Pflanze entwickelte sich schnell von der reinen Gewürzpflanze zum Heilkraut. Mittlerweile sind viele Wirkungsweisen von Rosmarin auch wissenschaftlich nachgewiesen. Der Duft kennzeichnet sich durch eine intensiv-würzige Note aus, die an Weihrauch und Kampfer erinnert.

Um die volle Wirkkraft des ätherischen Öls auszuschöpfen, muss die Pflanze blühend geerntet und getrocknet werden. Im Anschluss gewinnt man durch Wasserdampfdestillation nach dem Abkühlen das reine ätherische Öl. Für einen Liter reines Rosmarinöl benötigt man etwa 50 bis 80 Kilogramm der Pflanze.

 

Inhaltsstoffe und Wirkung von Rosmarinöl

Rosmarinöl in seiner reinsten Form enthält so viele Monoterpene, dass es die Haut reizt. Daher muss es für die äußerliche Anwendung stets gering dosiert werden.

Inhaltsstoffe

Im Rosmarinöl sind eine Vielzahl unterschiedlicher Inhaltsstoffe enthalten. Die wichtigsten und wirksamsten sind neben alpha-Pinen auch einige Bitterstoffe, Gerbsäuren (wie Rosmarinsäure) und Vitamin C. Für die charakteristische beruhigende und ausgleichende Wirkung sind hauptsächlich Cineol und Kampfer verantwortlich.

Wirkung

Der Wirkungsbereich von Rosmarinöl ist größer als jener der meisten anderen ätherischen Öle. Er umfasst – äußerlich und innerlich – anregende Effekte auf den Kreislauf und den Stoffwechsel im Magen- und Darmbereich. Hier wirkt das Öl einerseits verdauungsfördernd, andererseits antibakteriell gegen Pilze, Keime und Darmbakterien. Das reichhaltige Öl hilft gegen Blähungen sowie Völlegefühl und löst Krämpfe. Es wirkt einerseits stark stimulierend und anregend und fördert sogar die Gedächtnisleistung. Auf der anderen Seite hat es auch eine ausgleichende Wirkung.

 

Äußerliche Anwendung von Rosmarinöl

Hautpflege

Bei Hautproblemen lindert Rosmarinöl:

  • Abszesse
  • Akne
  • Fettige Haut
  • Cellulite und
  • hilft bei der Wundheilung

 

Achtung: Testen Sie hier aber unbedingt vorher, wie Sie Rosmarinöl vertragen. Vermengen Sie dafür am besten wenige Tropfen mit einem anderen Trägeröl und reiben Sie eine kleine Stelle Ihres Körpers damit ein. Wenn Sie nach 24 Stunden keine Reizung verspüren, vertragen Sie die Essenz gut. Was Sie generell bei der Verwendung für Kinder und in der Schwangerschaft beachten sollten, lesen Sie weiter unten bei “Gegenanzeigen”.

Haarpflege

Im Bereich der Haarpflege gilt Rosmarin als kleine Wunderwaffe. Es ist hilfreich bei:

  • Haarausfall
  • Hautpilz
  • Juckender Kopfhaut
  • Schuppen

 

Da Rosmarinöl durchblutungsfördernd wirkt, hat es zellerneuernde Eigenschaften und kann dadurch das Haarwachstum anregen. Sie können ein paar Tropfen der Essenz in ihr Haar einmassieren oder in ihr Lieblingsshampoo geben. In jedem Fall sollten Sie es einige Minuten lang einwirken lassen. Nur so kann sich die Wirkung voll entfalten. 

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Hinweis: Apotheker Roland Rutschke rät, sich vor dem Mischen von ätherischen Ölen mit anderen wirkungsvollen Substanzen gut zu informieren: „Man sollte sich mit der Wirkung gut auskennen und nicht bedenkenlos privat mischen. Hersteller von Kosmetika testen in der Regel die dermatologische Verträglichkeit ihrer Produkte, sodass am Ende ein sinnvolles Verhältnis entsteht. Informieren Sie sich im Vorhinein genau über das Mischverhältnis, das Ihrem Zweck dient.”

 

Massage

Der gesamte Bewegungsapparat profitiert von einer Massage mit reinem Rosmarinöl. Es wirkt schmerzlindernd bei:

  • Muskelkater
  • Muskelfaserriss
  • Muskelkrampf
  • Hexenschuss
  • Prellungen
  • Rheuma
  • Sehnenentzündung
 

Innerliche Anwendung von Rosmarinöl

Inhalation

Durch Inhalation oder direktes Riechen an dem Fläschchen kann Rosmarinöl noch viele weitere Wirkungsweisen entfalten. Zum Inhalieren geben Sie vier Tropfen des reinen ätherischen Öls in einen halben Liter heißes Wasser – dann fünf Minuten kräftig inhalieren.

Sogar einige Infektionserkrankungen lassen sich mit Rosmarinöl-Inhalationen lindern:

  • Bronchitis
  • Erkältungskrankheiten
  • Harnwegsinfekte

Verdauung

Der Verdauungstrakt reagiert auf Rosmarinöl positiv bei:

  • Magenreizung
  • Verdauungsstörungen

Herz und Kreislauf

Generell kann das Öl auch bei Beschwerden von Herz und Kreislauf helfen:

  • Durchblutungsstörungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzschwäche
  • Hypotonie

Menstruationsstörungen

Sowohl ein mit Rosmarinöl versetztes Vollbad als auch Tee mit dem Rosmarinöl sollen bei Menstruationsstörungen helfen können:

 

  • Ausbleiben / Fehlen der Blutung
  • Seltene Monatsblutung

Schmerzen

Auch bei verschiedenen Arten von Schmerzen kann Rosmarinöl helfen. Durch den Geruch wirkt es gegen:

  • Antriebslosigkeit
  • Geistige Erschöpfung
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • Nervöse Depression
  • Nervöse Müdigkeit

Übrigens: Rosmarin soll laut einer 2016 durchgeführten Studie positive Effekte auf die Gedächtnisleistung haben. Forscher der britischen Universität Northumbria konnten nachweisen, dass Personen, die die ätherischen Dämpfe des Rosmarinöls inhaliert hatten, eine um 15 Prozent höhere Gedächtnisleistung aufwiesen als jene Testpersonen, die keinen Rosmarinduft eingeatmet hatten. Vermutlich sei der Stoff Cineol für diesen Effekt verantwortlich. Ganz ähnlich wirken sich auch die Duftstoffe von Pfefferminz, Lavendel und Kamille aus.

 

Gegenanzeigen – hier sollten Sie aufmerksam sein

Wer unter Bluthochdruck leidet, der sollte von einer Anwendung von Rosmarinöl absehen. Größere Kinder ab einem Alter von sieben Jahren müssen eine geringere Dosierung als Erwachsene verwenden. Schwangere sollten frühestens ab dem fünften Monat mit der Anwendung von Rosmarinöl beginnen, da es wehen- und menstruationsfördernd wirken kann. Auch Menschen mit Epilepsie sollten kein Rosmarinöl anwenden oder inhalieren. Planen Sie eine regelmäßige und umfassende Anwendung, sollten Sie in jedem Fall einmal mit Ihrem Arzt oder einem Heilpraktiker sprechen.

 

Rosmarinöl kaufen – darauf sollten Sie achten

Achten Sie bei der Anschaffung von Rosmarinöl unbedingt darauf, dass Sie nur reines ätherisches Öl in Bio-Qualität kaufen. Darauf sollte der botanische Name, die Herkunft der Pflanze und die Haltbarkeit notiert sein. Denn nur das reine Öl ist frei von Pflanzenschutzmitteln und Pestiziden. Duftöle und naturidentische Aromaöle riechen zwar wie das reine Rosmarinöl, enthalten aber bei Weitem nicht alle Wirkstoffe des Originals.

Quellen:

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