Rosacea Creme endlich zugelassen!

Redaktion PraxisVITA
Frau vor Spiegel
Eine neue Creme gegen Rosazea gibt Betroffenen Grund zur Hoffnung © Fotolia

Bereits vor einem Jahr zeigte sich eine neue Rosacea Creme als hoch wirksam. Jetzt ist die Rosacea Creme auch in Deutschland zugelassen. Praxisvita hat die Fakten.

Bereits im Juni letzten Jahres berichteten wir über eine neue Rosacea Creme, die auf dem Wirkstoff Ivermectin basiert. In Studien zeigte es vielversprechende Ergebnisse. Doch deutsche Patienten konnten davon noch nicht profitieren, da es damals in ganz Europa noch nicht zugelassen war. Das hat sich jetzt geändert.

 

Neue Rosacea Creme endlich auf dem Markt

Ende April erteilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte dem Hersteller Galderma die Zulassung für die Rosacea Creme. Es wird unter dem Namen Soolantra verkauft und enthält 10 Milligramm Ivermectin pro Gramm Creme und muss einmal täglich auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Wie eine Unternehmenssprecherin PraxisVITA mitteilte, ist es seit Anfang Juni in Deutschland zu bekommen – allerdings nur auf Rezept.

Soolantra wurde in Europa auf Basis von drei Phase-III-Studien zugelassen. Das sind Studien, bei denen der Hersteller nachweisen muss, dass ein Medikament wirkt – und bei denen mögliche Nebenwirkungen erforscht werden. In diesen Fall wurden 2 300 Probanden über einen Zeitraum von zwölf Wochen entweder mit Soolantra oder mit einem Placebo behandelt. Dabei war die Rosacea Creme dem Placebo deutlich überlegen. Aber auch im Vergleich mit der aktuellen Standardtherapie war die neue Rosacea Creme überlegen. Das zeigte eine weitere Studie.

 

Rosacea Creme muss sich in der Praxis beweisen

Prof. Thomas Luger vom Klinikum Münster sagte dem Krankenpflegejournal: „Ivermectin-Creme stellt einen echten Fortschritt in der Therapie der papulopustulösen Rosacea dar.“ Er gehe davon aus, dass es in Zukunft Teil der Standardtherapie werde. „Der genaue Stellenwert in der Praxis wird sich dann zeigen.“

 

Video: Das hilft bei Rosacea

 

Was ist Rosacea?

Bösartig ist eine Rosacea nicht. Aber die Betroffenen leiden meist sehr unter den Rötungen in ihrem Gesicht. Rosacea ist nicht heilbar, aber gut zu therapieren.

 

Merkmale

Privatdozentin Dr. Ina Hadshiew, Leiterin einer Praxis-Niederlassung "Derma Köln", erklärt: "Typisch sind Rötungen im Gesicht, die nicht mehr weggehen. Kleine Gefäße in der Haut bilden sich neu, bleiben bestehen und vermehren sich." Diese Frühform der Rosacea nennt man Couperose. "Auch kleine Eiterpickelchen können entstehen, aber keine Mitesser wie bei Akne. Eine Knollennase, ein sogenanntes Rhinophym, tritt sehr selten auf."

 

Ursachen

"Den genauen Grund kennt man nicht, es gibt viele Theorien. "Die genetische Veranlagung spielt eine Rolle: Gibt es bereits Rosacea in der Familie, ist das Risiko erhöht", so die Dermatologin. "Auch die starke Besiedlung der Haut mit Haarbalgmilben gilt als mögliche Ursache. Intensiver Sonnengenuss kann einen Schub auslösen und verstärkt die Gefäßneubildung."

 

Selbsthilfe

Alkohol, scharfes Essen, heiße Getränke, Sauna und Sonne sind tabu, auch fetthaltige oder durchblutungsfördernde Präparate. Gut: Fluids auf wasserlöslicher Basis als Sonnenschutz. Mit Tagescremes, die Grüntöne enthalten, blassen die Rötungen optisch ab, ohne dass sie aufwendig überschminkt werden müssen.

 

Statistik

Etwa ein bis zwei Prozent sind in Deutschland betroffen, vor allem jüngere Frauen und hellhäutige Menschen.

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