Romy Schneider: Mit Alkohol und Tabletten betäubte sie ihr Leid

Romy Schneider hatte jahrelang Suchtprobleme
Filmstar Romy Schneider litt jahrelang unter einer schweren Alkohol- und Tabletten-Sucht © imago

Romy Schneider wurde als Kaiserin Sissi zum Weltstar. Doch privat war sie labil. Als der Kummer ihr Herz umklammerte, begann ihre Tablettensucht.

Am frühen Morgen des 29. Mai 1982 kehrt Romy Schneider mit ihrem Freund Laurent Pétin von einer Einladung bei Verwandten nach Hause zurück. Während Pétin sich schlafen legt, bleibt Romy noch auf. Als ihr Geliebter am nächsten Tag wach wird, ist das Bett neben ihm leer. Er geht ins Wohnzimmer und findet Romy scheinbar schlafend am Schreibtisch vor, neben sich einen Aschenbecher voller Zigarettenkippen und eine leere Flasche Wein. Er spricht sie an. Doch sie antwortet nicht. Romy ist tot. Ein Arzt stellt kurz darauf Herzversagen fest. Mit nur 43 Jahren. „Im Morgengrauen brach ihr Herz“, schreibt eine Zeitung. Aber auch: „Romy Schneider hat sich umgebracht“.

 

Romy Schneider frönte heimlich ihrer Sucht

Wahrscheinlich hätte der Cocktail aus Tabletten und Alkohol, den sich Romy Schneider seit Jahren zumutete, auch härtere Naturen ruiniert. Olaf Krämer, Autor des Romy-Romans „Ende einer Nacht“, nennt sie einen „Quartals-Junkie“. Die Schauspielerin habe ihre Sucht vor der Öffentlichkeit gut versteckt und es immer geschafft, rechtzeitig vor den Dreharbeiten wieder nüchtern zu werden. Doch Menschen, die hautnah mit ihr zusammenlebten, blieb die Sucht nicht verborgen. Pétin warf die vielen Tabletten, über die er stolperte, in den Mülleimer. Doch Romy fand immer wieder neue Verstecke dafür.

Wann die Suchtprobleme genau anfingen, ist schwer zu sagen. In jedem Fall war Romy ein sehr emotionaler und labiler Mensch. „Sie erinnert an die Monroe“, meinte Hildegard Knef, widerborstiger und angriffsbereiter als jene, doch genau so verwundbar. Romy lebte immer aus dem Vollen, mal himmelhoch jauchzend, dann wieder zu Tode betrübt. Ihre innere Zerrissenheit und ihre Selbstzweifel machten sie zu einer so einzigartigen Schauspielerin, für ihr Privatleben aber waren diese Eigenschaften pures Gift.

„Vor der Kamera kann ich alles, im wahren Leben nichts“, sagte sie einmal. Nachdem Alain Delon sie verließ, versuchte sie sich umzubringen. Auch spätere unglückliche Liebesbeziehungen setzten ihr zu. Ihr erster Mann Harry Meyen, der unter Depressionen litt, war schwer tablettensüchtig. 1979 beging er Suizid. Auch Romys zweiter Mann Daniel Biasini soll mit Drogen experimentiert haben. Die Ehe zerbrach ebenfalls. „Mein Privatleben ist null“, schrieb Romy Schneider damals an ihre Mutter Magda Schneider.

 

1981 wird Schicksalsjahr von Romy Schneider

Im Mai wird sie operiert, eine Niere muss entfernt werden. Zwei Monate später verunglückt ihr 14-jähriger Sohn David (aus der Ehe mit Meyen) tödlich. Da beginnt auch ihr Sterben. Autor Olaf Krämer sieht in ihr „einen Todeswunsch, auf den sie hingearbeitet hat, indem sie nicht aufhörte zu trinken, zu rauchen, Tabletten zu nehmen. Das alles machte es unmöglich, die Dosis zu kontrollieren.“ Letztlich, so Krämer, sei sie „an Unachtsamkeit“ gestorben.

Quelle: Woche heute, 35/2009

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