Rohkost-Diät: Wie gesund ist Abnehmen mit Rohkost?

Redaktion PraxisVITA

Kalorien zählen, Verzicht auf bestimmte Lebensmittel und kleinere Portionen gehören zu fast jeder Diät. Die Rohkost-Diät verspricht schlemmen ohne Grenzen und ohne lästiges Kalorienzählen. Nur roh müssen die Lebensmittel sein. Kann man tatsächlich mit Rohkost abnehmen? Und ist diese Diät-Form überhaupt gesund?

Gurken, Möhren, Tomaten und Weintrauben zum Snacken in Gläsern und auf Tellern
Abnehmen mit der Rohkost-Diät funktioniert gut, ist auf Dauer aber nicht zu empfehlen Foto:  iStock-1095702666 phillyskater
Inhalt
  1. Was ist die Rohkost-Diät – und braucht man einen Plan?
  2. Kann man mit der Rohkost-Diät abnehmen?
  3. Was sind die Nachteile der Rohkost-Ernährung?
  4. Droht Mangelernährung durch die Rohkost-Diät?
 

Was ist die Rohkost-Diät – und braucht man einen Plan?

Die Rohkost-DIät umfasst alles, was nicht in irgendeiner Weise verarbeitet wurde. Dazu zählen:

  • Obst und Gemüse in roher Form 
  • Unverarbeitete Nüsse
  • Fleisch (etwa Mett, Tatar und Carpaccio) und Fisch, solange beides roh ist

Tabu sind dagegen folgende Lebensmittel:

  • Brot
  • Milch (wird pasteurisiert)
  • Nudeln
  • Reis
  • Müsli 
  • Süßigkeiten 

Einen Rohkost-Diät-Plan braucht es eigentlich nicht. Da man nicht kocht, brät und auch sonst nichts verarbeitet, ist das Ernährungsprinzip der Rohkost-Diät sehr einfach: das Gemüse oder Obst waschen, bei Bedarf schälen und verzehren.

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Kann man mit der Rohkost-Diät abnehmen?

Die Rohkost-Diät ist sehr effektiv: Wird sie konsequent durchgehalten, purzeln schnell die Pfunde. Die Vorteile liegen auf der Hand. Abnehmen mit Rohkost geht zügig – und dabei sind keine Einschränkungen bei Anzahl der Mahlzeiten und Größe der Portionen notwendig. Rohkost fördert zudem gutes Kauen und ein gemächliches Esstempo. Dadurch beginnt die Verdauung schon im Mund und der Magen braucht weniger Energie zur Verarbeitung.

 

Was sind die Nachteile der Rohkost-Ernährung?

Die Rohkost-Ernährung hat auch Nachteile: Zum einen erfordert sie einen starken Willen. Denn auch wenn man faktisch gesehen eine große Bandbreite an Lebensmitteln zur Verfügung hat, kann schon bald das Verlangen nach Gebratenem und Gekochtem wachsen.

Dieses Verlangen hat seine Ursache: Im Lauf der Evolution hat sich der menschliche Körper an gegarte Speisen gewöhnt. Viele Forscher gehen sogar davon aus, dass unser Gehirn nur die heutige Größe und Effektivität erreichen konnte, weil wir anfingen, Speisen zu erhitzen. Denn bei gebratenen oder gekochten Lebensmitteln steigt der Kohlenhydratanteil, was für den Körper in erster Linie Energie bedeutet. Energie, mit der das Gehirn versorgt werden kann – und die beim Abnehmen mit der Rohkost-Diät in dieser Form fehlt.

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Droht Mangelernährung durch die Rohkost-Diät?

Zudem kann die Rohkost-Diät zu einem Nährstoffmangel führen. In der sogenannten Gießener Rohkoststudie begleiteten Forscher von 1996 bis 1998 über 700 „Rohkostler“, also Personen, die ihren Ernährungsstil komplett auf Rohkost umgestellt hatten. Die Studie ergab: 57 Prozent der Teilnehmer hatten Untergewicht.

  • Im Schnitt hatten diese Personen fast zehn Kilogramm Körpergewicht verloren, unabhängig vom Anfangsgewicht. 
  • Zudem hatten viele Personen einen erheblichen Mangel an Kalzium, Zink und Jod.
  • Rund ein Drittel der weiblichen Teilnehmer unter 45 Jahren hatten keine Menstruation mehr. 

Abnehmen mit Rohkost ist also nur über einen kurzen Zeitraum empfehlenswert, da eine dauerhafte Umstellung auf die Rohkost-Diät mit vielen gesundheitlichen Nachteilen verbunden ist.

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Quellen:

Strassner, C. (1998): Die Gießener Rohkost-Studie: Ernährungs-und Gesundheitsstatus von Rohköstlern unter besonderer Berücksichtigung von Protein und Energie. In: Heidelberg, Verlag für Medizin und Gesundheit

Sandjon, Chantal (2015): Rohkost für Einsteiger, München: Gräfe und Unzer Verlag

Bedeutung von Obst und Gemüse in der Ernährung des Menschen, in: Deutsche Gesellschaft für Ernährung

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